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Herztanz (Julia Dankers)
Geschrieben von Nicole
Sonntag, der 09. August 2015

Dankers J-Herztanz

U. Helmer Verlag, 1. Auflage, April 2015
Taschenbuch, 215 Seiten,
14,95 Euro [D]
ISBN-13: 978-3-897-41371-9

Genre: Liebesroman


Klappentext

Jessica (19, rosa Himbeerzuckerwattehaar) ist ohne Wohnung. Welch ein Glück, dass Leonie neben coolen Tattoos auch ein freies WG-Zimmer hat – plus Job! Darauf, dass diese Leo außerdem ihr Herz zum Tanzen bringt, könnte Jessi allerdings gut verzichten, denn das geht noch auf Krücken: Eben erst hat sie ihre Flamme Mira an die äußerst energische Lana verloren …
Jessi zieht zu Leonie in die WG, jobbt im Behindertenheim und verheddert sich in schonungsloser Verliebtheit. Doch Weiberheldin Leonie sieht Herzensfragen eher locker und baggert am Stammtisch der „Andersrummen“ die schöne, viel ältere Marga an. Verletzt zieht Jessi sogar wieder bei ihrer Mutter ein – bis die Liebe für dieses Mal gewinnt.


Die Autorin

Julia Dankers wurde in Stade geboren. Sie lebt mit ihrer Lebensgefährtin und deren zwei Kindern in einer Stadt, der man nachsagt, dass dort der Hund mit dem Schwanz bellt. Neben dem Schreiben arbeitet sie als Köchin und Hauswirtschaftsleiterin einer Kindertagesstätte.


Rezension

Julia Dankers ist zurück und sie hat ihre bunte Clique aus Buxtehude im Gepäck. Während in Herzkasper noch Mira und Lana im Mittelpunkt standen, erhält nun Freigeist Jessi ihre Chance auf die Liebe. Obwohl ihr Herz noch an Mira hängt, geht ihr die Begegnung mit der burschikosen Leonie unter die Haut. Als Leo ihr auch noch ein Zimmer in ihrer WG anbietet, ist das Gefühlschaos vorprogrammiert. Denn Leo scheint nicht nur in einem Gewässer zu fischen. Kaum bei Leo eingezogen, trifft Jessi auf den Übernachtungsgast Margo. Wenig später trifft Lana dann Leo in vertrauter Zweisamkeit mit ihrer Lehrerin und zieht ihre Schlüsse. Leo indes schwankt zwischen ihren Gefühlen. Sie hat ihre Vergangenheit und weiß nicht, wie sie mit Jessi umgehen soll. Die Angst, die gleichen Fehler noch einmal zu machen, lässt sie immer wieder hadern. Gleichzeitig zieht ihr Herz sie aber zu der Frau mit den rosa Zuckerwattehaaren.

Es ist eine interessante Idee eine Serie aus den Liebesgeschichten einer Gruppe zu machen. The L Word in Papierformat sozusagen. Ort des Geschehens ist das beschauliche Buxtehude, das mit seinen 40.000 Einwohnern eine erstaunliche bunte LGBT-Szene hat. Da ist Mira mit ihrem blonden Iro, Leo mit ihren grünen Haaren und Jessi, deren Rosezuckerwattehaare mittlerweile eine gewisse Berühmtheit erlangt haben. Die drei stehen scheinbar mitten im Leben und wissen, wohin sie wollen. Nur die Liebe bereitet ihnen immer wieder Probleme. Jessi hat ihre beste Freundin Lana und Mira, um sich ihren Kummer von der Seele zu reden. Leo hingegen steht in ihrer WG ziemlich isoliert. Ihre beiden Mitbewohner sind viel unterwegs oder haben Damenbesuch; Damen kennt Leo scheinbar bisher nur als Affären – zumindest wird dies dem Leser so vermittelt. Im Buch selbst hat Leo nur einmal einen One Night Stand. Prompt wird sie allerdings von Jessi und vor allem Lana, die sich bereits im ersten Buch äußerst irrational verhielt, als Schürzenjägerin und Herzensbrecherin verschrien. Beide, Jessi und Lana nehmen es sich auch gleich heraus, Leo Vorwürfe zu machen, obwohl Leo Jessi gegenüber keine Verpflichtungen eingegangen ist, ja, diese sogar erst einen Tag vorher kennengelernt hat.

Damit offenbart sich die größte Schwäche von Herztanz. Wie sein Vorgänger kränkelt das Buch an seinen Charakteren. Ihr Verhalten, wie auch ihre Gedankengänge sind oftmals unglaubwürdig. Auf den ersten Blick mag dieser überemotionale jugendliche Charakter der Hauptfiguren erfrischend sein, das Alter und die Lebenserfahrung stehen diesem aber entgegen. Leo und Jessi sind beide Anfang zwanzig und haben bereits Einiges erlebt; Leo arbeitet zudem als Pflegerin in einem Heim. Vom Verhalten und auch sprachlich heben sie sich jedoch wenig von der 17-jährigen Lana ab. Dies ist auch durch den gewählten Stil Dankers bedingt. Die Autorin lässt ihre Figuren erneut aus der Ich-Perspektive im Präsenz erzählen. Die Sprache ist dabei durchgehend jugendlich ungezwungen und salopp. Dies ist nicht nur gewöhnungsbedürftig, sondern sorgt dafür, dass es schwer fällt, die Charaktere auseinander zu halten.

Ebenso austauschbar wie die Hauptfiguren gestalten sich auch die Nebenfiguren. Die meisten erhalten nicht mehr als eine Szene – und diese auch nur um die Handlung voranzutreiben. In Dialogen werden alle wichtigen Punkte abgearbeitet, die Gefühle des Hauptcharakters analysiert, ihm Informationen mitgeteilt oder aber künstliche Probleme geschaffen. So wird z.B. für eine einzige Szene eine alte Freundin von Leo eingeführt, die sich mal eben so Miras Auto für eine Spritztour ausleiht. Jegliches Drama wird erzwungen, anstatt sich lebendig aus der Handlung zu ergeben. Dieses Drama wird dann in wenigen Augenblicken abarbeitet. So fehlt der dramaturgische Spannungsbogen. Vielleicht hätte hier etwas mehr Zeit gut getan, denn die ganze Handlung ist in wenige Tage gepresst.

Zum Abschluss fällt erneut das irritierende Cover ins Auge. Bereits im ersten Teil fand sich eine Frau mit rotem Irokesenschnitt auf dem Cover, obwohl keine der Protagonistinnen diese Frisur besaß. In Herztanz findet sich nun eine Blondine mit feschem Schnitt – erneut ohne Bezug zum Buch. Hier wäre etwas mehr Kontinuität wünschenswert.


Fazit

Mit Herztanz liefert Julia Dankers ihren zweiten Roman über die Freundinnen Jessi, Lana und Mira. Nach Lana und Mira ist es nun an Jessi mit Leo ihre Herzensdame zu finden. Die Romant überzeugt jedoch nicht, da sowohl die Charaktere als auch die Handlung an sich unausgereift und sprunghaft wirken. Ich-Erzähler und Präsens als gewählte Zeitform sowie eine übertrieben jugendlich angehauchte Sprache lassen diesen Roman nur für Fans interessant werden.


Pro/Contra

+ Grundidee
+ Charaktergerüst

o jugendlich geprägte Sprache
o Ich-Erzähler
o Präsens

- Hauptfiguren unterscheiden sich kaum
- Dialoge „arbeiten“ Eckpunkte der Handlung ab
- Nebenfiguren generisch nur um Geschichte voran zu treiben
- teilweise abstruse Dialoge
- Charaktere ziehen voreilige Schlüsse ohne jegliche Basis

Bewertung: stern2

Charaktere: 2/5
Handlung: 2/5
Lesespaß: 2/5
Preis/Leistung: 1/5


Rezension zu "Herzkasper"

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 10. August 2015
 

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