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Sterne wie Staub (Isaac Asimov)
Geschrieben von Almut
Dienstag, der 06. Oktober 2015

Asimov Sterne

Heyne, 15.6.2015
Originaltitel: The Stars, Like Dust (1951)
Übersetzung von Irene Holicki
Taschenbuch, 287 Seiten
€ 8,99 [D] | € 9,30 [A] | 12,50 CHF
ISBN: 978-3-453-52840-6

Genre: Science Fiction


Inhalt

Der Gutsherr von Widemos wird als angeblicher Verschwörer von den Tyranni zum Tode verurteilt. Sein dreiundzwanzigjähriger Sohn Biron Farrill ist Student auf der Erde. Jemand platziert in seinem Wohnheimzimmer eine Strahlungsbombe. Sein Freund Sander Jonti rät ihm zur Flucht. Auf dem Planeten Rhodia hört Biron von einer geplanten Rebellion gegen die Tyranni. Er lernt Artemisia kennen, die Tochter des angeblichen Herrschers von Rhodia. Sie reisen mit einem gestohlenen Raumschiff zum Planeten Lingane, der nicht zum Reich der Tyranni gehört, dessen Bewohner aber mit diesen in Frieden leben. Verfolgt werden sie von einer Flotte der Tyranni unter dem Kommando Simon Arataps. Biron erhofft sich vom Autarchen von Lingane Informationen über den Widerstand gegen die Tyranni.


Rezension

Sterne wie Staub ist der zweite Roman Isaac Asimovs und der erste Teil seiner frühen Foundation-Trilogie. Die weiteren Bände sind Der fiebernde Planet/Ströme im All (The Currents of Space, 1952) und Ein Sandkorn am Himmel (Pebble in the Sky, 1950). Die Handlung ist zeitlich vor der Gründung des Galaktischen Imperiums verortet. Wie in Ein Sandkorn am Himmel deutet sich der Foundation-Kosmos in diesem frühen Werk allenfalls an.

Die Tyranni sind ein kleineres Reich, sie unterdrücken Wissenschaft und Raumfahrt, um die Kontrolle über den Herrschaftsraum nicht zu gefährden. Der Herrscher selbst wird Khan genannt. Die Handlung erschließt sich in ihrem historischen Kontext mit der Lektüre weiterer Romane, ist in sich jedoch eng angelegt um eine Verschwörung und die private Aufklärung eines politischen Mordes.

Die Erde wurde durch einen Atomkrieg radioaktiv verseucht. Asimov schrieb das Buch in den Anfangsjahren des Kalten Krieges, als ein weiterer Weltkrieg, nun mit Atomwaffeneinsatz, eine realistische Möglichkeit war. Das Wiederauffinden der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika deutet darauf hin, dass am Ende das Herrschaftssystem überwunden wird und durch neue politische Strukturen auf Grundlage einer konstitutionellen Demokratie ersetzt wird. Dies ergibt jedoch nur Sinn, wenn man den Roman inhaltlich-logisch nicht im Zusammenhang des Gesamtwerks sieht, in dem das expansionistische Verhalten mit allem möglichen, nur nicht einer Demokratie vereinbar ist. Aber in der frühen Zeit der Romanentstehung hat Asimov wohl noch nicht daran gedacht, alles in einen umfassenden literarischen Kosmos einzupassen.

Die Charaktere kommen ohne Charakterisierung aus, die Liebesgeschichte ist holzschnittartig. Die Dialoge sind relativ flach. Das alles liest sich eher wie ein Groschenroman voller Drehungen und Wendungen denn das, was man sonst von Asimov kennt. Für heutige Leserinnen und Leser ist der Sexismus bisweilen unangenehm. Beispielhaft sei zur Überprüfung empfohlen: das Gespräch zwischen Biron und Gil über schnatternde Frauen auf Raumschiffen, oder das zwischen Biron und Rizzett über Frauen und deren Bekleidung.

Sterne wie Staub ist eine der schwächeren Arbeiten Asimovs, ein leidlich spannender Kriminalroman, in dem ein Sohn versucht, den Mörder seines Vaters zu finden, in dem ein Widerstand gesucht wird, von dem man lange Zeit nicht weiß, ob er tatsächlich existiert, und in dem soviel Zukunft und Zukunftstechnologie konstruiert wird, dass man den Roman gerade noch Science Fiction nennen kann. Durchsetzt ist die Erzählung mit das Tempo verlangsamenden Ausführungen zur Positionsbestimmung von Sternen im Weltall, einem Stufenmodell der Industrialisierung, Gedanken zum Zusammenhang von Krieg und Technisierung und derlei mehr, was sich, je nach Zugang, als Mehrwert oder schwerfällige Exkurse bewerten lässt. Dafür tragen die Raumschiffe so kuriose Namen wie "Gnadenlos", "Blutsauger" und "Unentwegt", und die Erzählung wartet mit einer Hauptfigur auf, die sich für einen hochbegabten Hirsch hält.


Fazit

Isaac Asimovs zweiter Roman, Sterne wie Staub, ist eine Kriminalgeschichte im Gewand der Science Fiction. Bis auf die Dialoge erinnert sie an die zeitgenössischen Pulp Novels. Der leidlich spannende Roman ist eines der schwächeren Werke Asimovs.


Pro und Kontra

+ im Tempo einer Pulp Novel erzählt
+ Shakespeare-Bezüge

- naiver Blick auf Radioaktivität
- in Momenten recht sexistisch
- überflüssige Exkurse hemmen Erzählfluss

Wertungsterne3

Inhalt: 3/5
Charaktere: 2,5/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 4/5


Rezension zu Ein Sandkorn am Himmel

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 06. Oktober 2015
 

Kommentare  

#1 Beurteilung aus heutiger SichtRon F. Landis 2017-08-10 21:19
Ich halte es für problematisch ein Werk, das im Jahr 1951 erschienen ist, nach den Maßstäben des 21. Jahrhunderts zu bewerten. Ein "naiver Blick auf Radioaktivität" entsprach voll den damaligen Vorstellungen. Und der Begriff "Sexismus" wurde erst in den Sechzigerjahren geprägt. Als Historiker habe ich gelernt, vergangene Ereignisse immer nur im historischen Kontext zu bewerten, denn Jahrzehnte später ist man immer schlauer.

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