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Oliver Schlick (20.10.2015)
Geschrieben von Judith
Dienstag, der 20. Oktober 2015

Interview mit Oliver Schlick

Literatopia: Hallo, Oliver! Im Spätsommer ist Dein Jugendroman „So kalt wie Eis, so klar wie Glas“ erschienen. Was erwartet die Leser?

oliver schlick120151Oliver Schlick: Im Mittelpunkt der Geschichte steht die achtzehnjährige Cora Dorneyser,  die nach dem Unfalltod ihrer Mutter zu ihrem Großvater in das kleine Dorf Rockenfeld zieht. Rockenfeld ist für Schneekugeln das, was der Schwarzwald für Kuckucksuhren ist: Hier leben die besten Schneekugelmacher der Welt. Coras Großvater, Jacob Dorneyser ist der Berühmteste von ihnen. Auch Cora erliegt der Faszination der Schneegläser und bittet ihren Großvater, sie zur Kugelmacherin auszubilden. Aber schon bald muss sie erfahren, dass nicht alle Schneekugeln so harmlos sind wie sie erscheinen ...  

Der Roman schildert Coras  Abenteuer bei dem Versuch, das Rätsel um eine geheimnisvolle unzerbrechliche Schneekugel zu lösen, und ihren Kampf gegen den lebendig gewordenen Mythos der "Wilden Jagd". Die Leser erwartet  eine selbstbewusste Heldin, ein geheimnisvoller Fremder mit eiskalter Haut, absonderliche Schneekugeln und ein Dorf voll schräger Charaktere. Eine Geschichte, die auf dem Mythos der Raunacht und der "Wilden Jagd" beruht und den spannenden Kampf gegen übernatürliche Kräfte schildert, sich gelegentlich aber auch die Zeit nimmt, in allerliebstem Weihnachtskitsch zu schwelgen.

Literatopia: Was ist Cora für ein Mensch? Und wie findet sie sich in ihrer neuen Umgebung zurecht?

Oliver Schlick: Cora  ist eine starke, mutige und selbstbewusste Persönlichkeit, die sehr tough mit den Schicksalsschlägen umgeht, die sie in dieser Geschichte ereilen. Sie ist niemand, der seine Gefühle nach außen kehrt, dabei aber gleichzeitig sehr sensibel und emphatisch. Ich mag auch ihre Zweifel und Unsicherheit, die sich zum Beispiel in Liebesangelegenheiten zeigen. Als sie nach Rockenfeld kommt, durchschaut sie die Verhältnisse im Dorf und im Internat sehr schnell - und stellt sich auf die richtige Seite.
 
Literatopia: Was fasziniert Dich persönlich an Schneekugeln? Und welche ist die schönste, die Du besitzt?

Oliver Schlick: Mich fasziniert die Abgeschlossenheit dieser Welten unter Glas, die Ruhe und der Frieden, den sie ausstrahlen. In einem Alltag, in dem alles steter Veränderung unterworfen ist, hat der Blick in eine unveränderliche Welt etwas Tröstendes und Beruhigendes und ermöglicht dem Betrachter  kurze Momente der Besinnung.  Aber ich finde auch die Frage spannend, was in den Kugeln vor sich geht, wenn ich gerade nicht hinschaue ...

In meiner Lieblings-Schneekugel ist der Jack aus „Nightmare  before Christmas“ zu bewundern, ein Motiv, das eine Art von heimeligem Grusel ausstrahlt, den ich sehr mag.

Literatopia: Die phantastische Komponente Deines Romans spielt auf die „Wilde Jagd“ an – ein Volksmythos, der regional unterschiedlich interpretiert wird. Welche Version hast Du verwendet bzw. hast Du eine eigene kreiert?

Oliver Schlick: Ich habe Elemente aus verschiedenen regionalen Versionen der "Wilden Jagd"  verwendet und daraus eine eigene Version des Mythos kreiert. Wesen wie der Abfalter oder das Moosweib, die in meinem Roman zur Wilden Jagd gehören,  sind in vielen Versionen dieses Mythos zu finden, andere - wie die Holle - werden nur in wenigen Quellen genannt. Die kalte Klinge und die unzerbrechliche Schneekugel sind nicht Teil des Mythos, sondern frei erfunden und dienen als  Bindeglied zwischen Mythos und Realität. Auf der Jagd nach der Unzerbrechlichen wird die Grenze zwischen diesen Welten immer durchlässiger, bis sie einander schließlich durchdringen.

Literatopia: Im Nachwort verrätst Du, dass der Kardinal, der im Buch besessen von der legendären ersten Schneekugel ist, ein reales Vorbild hat. Um wen handelt es sich und was sagt derjenige zu seiner Romanfigur?

Oliver Schlick: Als ich begonnen habe zum Thema Schneekugeln zu recherchieren, bin ich sehr schnell auf den Namen von Josef Kardinal aus Nürnberg gestoßen, der die weltweit größte Schneekugelsammlung besitzt. Der Name gefiel mir so gut, dass ich sofort den Wunsch hatte, ihn für eine Figur im Roman zu verwenden. Netterweise hat Herr Kardinal dem zugestimmt - obwohl der Josef Kardinal in meinem Roman ein eher unangenehmer Charakter ist. Herr Kardinal (der echte) hat viel Humor und hat mir versichert, dass er sehr gut mit seinem zwielichtigen Namensvetter leben kann.

Literatopia: Gibt es eine reale Vorlage für Rockenfeld? Vielleicht das Dorf, das in den 60ern aufgegeben wurde?

Oliver Schlick: Vom dem Dorf Rockenfeld bei Neuwied, das in den 60ern aufgegeben wurde und heute eine Wüstung ist, habe ich mir nur den Namen ausgeliehen. Eigentliche Vorlage für Rockenfeld war der Ort Monreal in der Eifel, der viele Parallelen zu dem Dorf im Roman aufweist:  Fachwerkbauten, ein Fluss der mitten durch den Ort fließt, eine Brücke mit einer Statue, und - kein Burginternat - aber die Ruinen der Löwen- und der Philippsburg, die sich über dem Dorf erheben.

Literatopia: 2014 ist Dein Debütroman „Salamandersommer“ erschienen.  Was ereignete sich im Sommer 1963? Und was hat der Salamander im Titel zu bedeuten?  

salamandersommerOliver Schlick: „Salamandersommer“ erzählt die Geschichte des siebzehnjährigen Lukas Klinger, der 1963 einen Sommer in dem abgelegenen Dörfchen Erzbach verbringt. Hinter der Kulisse dieser ländlichen Idylle gehen merkwürdige und bedrohliche Dinge vor sich, und als Lukas sich in die gleichaltrige Oda Schwarzbach verliebt, wird er in einen Strudel gefährlicher und unglaublicher Ereignisse gerissen. Oda ist kein gewöhnliches Mädchen: Sie ist die Hüterin eines uralten Bundes zwischen Menschen und Salamandern - doch dieser Bund wird bedroht ... So wie die Unzerbrechliche in "So kalt wie Eis, so klar wie Glas", sind hier die Feuersalamander das Bindeglied zwischen realer und phantastischer Welt.

Literatopia: „Salamandersommer“ ist nur als eBook erschienen. Was bevorzugst Du persönlich? Gedruckte Bücher, die ganze Regalwände zieren, oder eBooks, die man zu dutzenden mit in den Urlaub nehmen kann?

Oliver Schlick: Zu Hause bevorzuge ich gedruckte Bücher, aber wenn ich unterwegs bin habe ich immer meinen Reader dabei.

Literatopia: Du bist seit Jahren in der stationären Jugendhilfe und der Flüchtlingsarbeit tätig. Fließen die Erfahrungen daraus in Deine Bücher ein?

Oliver Schlick: In meinem Beruf werde ich täglich mit den Erlebnis- und Erfahrungswelten von Jugendlichen konfrontiert , und natürlich fließen diese Erfahrungen in die Bücher ein. Ich finde die Welten von Jugendlichen sehr faszinierend, da diese Lebensphase eine Zeit der Orientierungssuche und Ungewissheit ist , gleichzeitig aber auch eine Zeit, in der alles möglich zu sein scheint - selbst das Phantastische.

Literatopia: Wie bist Du eigentlich zum Schreiben gekommen? Und liegen viele Geschichten in Deiner Schublade?

Oliver Schlick: Ich habe 2006 Seminare zum Thema Kreatives Schreiben besucht und  so viel Spaß daran gefunden, dass ich mich nach vielen Schreibübungen auch an einen Roman gewagt habe. Das Gefühl, eine eigene Geschichte zu schreiben, war so toll und erfüllend, dass ich mich danach umgehend an die Arbeit für den nächsten Roman gemacht habe - dem hoffentlich noch viele folgen werden. Fertige Geschichten liegen nicht in meiner Schublade, aber jede Menge Ideen für zukünftige Projekte.

Literatopia: Was liest Du persönlich gerne? Vorzugsweise phantastische Geschichten oder darf es beispielsweise auch ein blutiger Thriller sein?

oliver schlick20152Oliver Schlick: Als Leser habe ich kein bevorzugtes Genre. Ich lese querbeet: Romane verschiedener Genres, Sachbücher, aber auch sehr gerne Biografien. Meist mehrere Bücher gleichzeitig. Aktuell lese ich "Der Susan-Effekt" von Peter Hoeg, die Tagebücher von Astrid Lindgren und eine Biografie über Terry Gilliam.

Literatopia: Du verbringst Deine Freizeit gerne mit dem „exzessiven“ Hören von The Cure. Was gefällt Dir an der Band? Und hast Du entsprechend ein Lieblingslied?

Oliver Schlick: Die Musik von "The Cure" begleitet mich schon seit Beginn der 80er Jahre, und ich entdecke sie immer wieder neu. Ich mag "The Cure", weil sie für mich gleichzeitig die traurigste und die lustigste Band der Welt sind. Entgegen ihrem Image als "Düstermänner" (das sie sich mit Alben wie "Pornography" oder "Faith" redlich verdient haben), machen sie auch unglaublich humorvolle und witzige Sachen. Mein Lieblingslied aus der düsteren Kategorie ist "A Forest" mit seiner unheimlichen Atmosphäre; ein wunderbares Stück das die witzige Seite von "The Cure" zeigt und das ich ebenfalls sehr mag, ist "Doing the Unstuck" , das vor Optimismus beinah überschnappt.

Literatopia: Kannst Du uns schon etwas über zukünftige Projekte verraten?

Oliver Schlick: Momentan arbeite ich an einer Geschichte um eine fünfzehnjährige Heldin, die auf der Suche nach ihren verschwundenen Eltern ist und dabei in ein Labyrinth aus Verschwörungen und Verschwörungstheorien gerät. Dabei geht es um die mögliche Präsenz Außerirdischer auf diesem Planeten, aber auch um die Vermutung der Heilige Gral könnte im Keller einer Düsseldorfer Altbierkneipe eingemauert sein, sowie um das geheimnisvolle Phänomen, dass sich Matratzenläden fast immer in Eckhäusern befinden ...

Literatopia: Herzlichen Dank für das Interview, Oliver! 


Autorenfotos: Copyright by Oliver Schlick

Rezension zu "So kalt wie Eis, so klar wie Glas"


Dieses Interview wurde von Judith Madera für Literatopia.de geführt. Alle Rechte vorbehalten.

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 20. Oktober 2015
 

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