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Nexus (Ramez Naam)
Geschrieben von Maria
Sonntag, der 25. Oktober 2015

Verlag Heyne (Juli 2014)
Broschiert, 624 Seiten, € 9,99
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3453315600

Genre: Science-Fiction


Klappentext

Die nahe Zukunft: Die Nano-Droge Nexus ermöglicht es den Menschen, die Grenzen der eigenen Wahrnehmung zu überschreiten und mit dem Bewusstsein anderer in Verbindung zu treten – ein gewaltiger Schritt in der Evolution des Menschen. Als jedoch eine Gruppe skrupelloser Wissenschaftler Nexus für ihre eigenen Zwecke missbraucht, zwingt die US-Regierung den jungen Nano-Techniker Kade Lane, sich in die Organisation einzuschleusen, um ihrem Treiben ein Ende zu bereiten. Lane gerät in einen Strudel aus Machtgier, Korruption und Mord ...


Rezension

Kade Lane, einem jungen Wissenschaftler, ist es zusammen mit einem Kollegen gelungen, die auf Nanotechnologie basierende Droge ‚Nexus‘ weiter zu modifizieren, dass ihre Wirkung permanent anhält. Da derartige neuronale Entwicklungen durch ein weltweites Abkommen stark beschränkt und größtenteils verboten sind, geraten Lane und seine Mitarbeiter in die Fänge des ERD, einer Art von wissenschaftlichem Geheimdienst, welcher derartige Vergehen verfolgt und ahndet. Nexus würde der Menschheit zwar viel Gutes bringen, die Gefahr des Missbrauchs würde aber überwiegen, und besonders die Chinesen wären auf diesem Gebiet bereits weit fortgeschritten. Deswegen wird Lane von der Regierung erpresst, sich als Spitzel in einen Kongress für neuronale Technologien einschleusen zu lassen, um an den Verbrecherring heranzukommen. Allerdings stellt sich bei diesem Unternehmen sehr schnell heraus, dass es nicht nur die vermeintlich Bösen sind, die alles tun würden, um das verbesserte Nexus in die Hände zu bekommen ...

Von Anfang an wird der Leser in diesem Roman in einen wahren Strudel von wissenschaftlichen Begriffen förmlich hinein- und die nächsten 600 Seiten davon mitgerissen. Diese Art von stark techniklastiger Science-Fiction muss man mögen, und auch bereit sein, sich darauf einzulassen. Doch man benötigt keinen Mastertitel in Informatik, um das Buch verstehen zu können, der Autor macht nämlich ein paar grundlegende Dinge richtig. Zum einen gehört er offenbar zu der gar nicht so häufig vertretenen Spezies von Gelehrten, die auch komplizierte Sachverhalte klar und problemlos nachvollziehbar erklären können. Auf diese Weise ist die Technikflut auch für Laien gut verständlich. Zum anderen schreibt Ramez Naam über Themen, von denen er über fundiertes Wissen verfügt. Mit seinem wissenschaftlichen Hintergrund und viel erkennbarer Sorgfalt hat er mit ‚Nexus‘ einen in sich rundherum stimmigen Plot vorgelegt, der zu überzeugen weiß und auch zum Nachdenken anregt, denn die darin aufgeworfenen Fragen reichen von technischer Machbarkeit über moralische Verpflichtung und Grenzen zwischen Nutzen und Mißbrauch bis in philosophische Bereiche hinein.
Genau diese Punkte machen einen Großteil des Lesereizes aus und trösten über so einige Schwächen hinweg, die leider vorhanden sind.

Da wäre zunächst der Protagonist Kade Lane, ein junger Computerspezialist, genial auf seinem Gebiet, doch von allen Alltagsangelegenheiten mehr oder weniger überfordert. Strotzend vor Idealismus und Naivität stolpert er durch die Handlung, eine klassische Stereotype, welcher die Nerven des Lesers gelegentlich doch etwas strapaziert. Auch Kades ‚Aufpasserin‘, die Geheimagentin Sam, ist nicht frei von Klischees, wobei man ihr aufgrund ihrer Vorgeschichte ihre Weiterentwicklung besser abnimmt. Es gibt darüber hinaus ‚böse‘ Chinesen und ‚gute‘ Amerikaner, wobei der Autor glücklicherweise noch einigermaßen rechtzeitig eine Art von Notbremse eingebaut hat und sich herausstellt, dass die Guten nicht immer nur gut und die Bösen nicht unbedingt durch und durch schlecht sein müssen.

Weite Teile der Story sind bis obenhin mit Action vollgepackt, und auch wenn dieser Punkt wohl unter dem Oberbegriff ‚Geschmackssache‘ angesiedelt ist, ein bisschen weniger wäre hier mehr gewesen. Bei den zahlreichen Kämpfen geht es heftig zur Sache, derartige Schilderungen fallen meist sehr brutal und blutig aus, wobei man sich doch etwas wundert, was der Held wegstecken kann - und wie wenig seine Gegenspieler. Etwas mehr Realismus hätte diesen Szenen nicht geschadet.

Welche Seite was gewinnt, was aus Nexus wird und wie es weitergeht, bleibt am Ende offen. Der Nachfolgeband ist unter dem Titel ‚Crux‘ auch im Heyne-Verlag bereits erschienen.


Fazit

Der Leser bekommt mit "Nexus" von Namez Raam Fiction mit viel Science drum herum und sollte deswegen Liebe zu technischen Schilderungen mitbringen. Trotz einiger Schwächen ist das Buch ein lesenswerter Science-Fiction Roman, der Fragen aufwirft, über die sich das Nachdenken lohnt, zudem sind sie in einen spannenden Plot verpackt, der unterhaltsam zu lesen ist.


Pro & Kontra

+ hochinteressante und ausbaufähige Grundidee
+ gut durchdachter Plot
+ spannend erzählt
+ flüssiger und unterhaltsamer Schreibstil
+ die aufgeworfenen ethischen Fragen regen zum Nachdenken an

o sehr viel Technik und Wissenschaft
o extrem actionlastig
o ziemlich blutig und brutal

- kommt nicht ohne Klischees und Stereotypen aus
- Protagonist über weite Strecken viel zu naiv und idealistisch
- stellenweise zu unrealistisch
- kein Humor

Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere:3/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung:4/5

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 25. Oktober 2015
 

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