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Panthersommernächte (Bettina Belitz)
Geschrieben von Judith
Mittwoch, der 17. Februar 2016

Loewe (Februar 2016)
Hardcover mit Schutzumschlag
400 Seoten, 17,95 EUR
ISBN: 978-3-7855-7769-1

Genre: Jugendbelletristik


Klappentext

Unter Ninas Bett liegt ein schwarzer Panther. Eine lebendige, wilde Raubkatze, die urplötzlich in der Kleinstadt aufgetaucht ist und die Bürger in Angst und Schrecken versetzt. Während draußen schon der Schützenverein zur Jagd auf „die Bestie“ bläst, ist es Nina gelungen, Kontakt zu dem Tier aufzunehmen. Sie spürt den geheimnisvollen Zauber des Panthers, der sich sogar von ihr berühren lässt. Aber ein Panther ist kein Schmusekätzchen. Er braucht Freiheit und vor allem täglich jede Menge frisches Futter. Hilfe bekommt Nina von ihrem Klassenkameraden Lionel. Ausgerechnet, denn Lionels Vater ist der Anführer der Panther-Jagdgesellschaft.


Rezension

Nina ist Chefredakteurin der Schülerzeitung und der Eislaufstar im kleinen Bornhausen. Als sie jedoch einen satirischen Artikel über einen sensiblen Lehrer schreibt, der bereits beim Anblick der Schlagzeile einen Schwächeanfall erleidet, wird sie von ihren Mitschülern geächtet. Es scheint fast so, als hätten die anderen darauf gewartet, sie aus dem Amt zu drängen. Von heute auf morgen ist Nina keine brave Musterschülerin mehr. Als plötzlich ein Panther in Bornhausen gesichtet wird, entdeckt sie ganz neue Seiten an sich. Sie will das gefährliche Raubtier unbedingt berühren und freundet sich tatsächlich mit ihm an. Während der Schützenverein die Jagd auf den Panther eröffnet, versteckt Nina ihn unter ihrem Bett – doch wie lange kann das gut gehen?

“Panthersommernächte“ lockt die Leser mit einer originellen Idee, die das Buch aus der Masse heraushebt. Tiefe Freundschaften zwischen Mensch und Tier kennt man zwar, aber ein Mädchen mit einem Panther ist doch ziemlich ungewöhnlich. Umso gespannter liest man die ersten Seiten und stellt enttäuscht fest, dass es recht lange dauert, bis Nina ihren Panther trifft und eine Beziehung zu dem wilden Tier aufbaut. Diese gestaltet sich dann recht seltsam, da Nina quasi die Stimme des Panthers in ihrem Kopf hören kann. Er spricht selten direkt mit ihr und seine Worte sind stets ein Rätsel. Trotz oder gerade wegen der philosophischen Andeutungen betrachtet Nina den Panther bald als ihr persönliches Seelentier.

Nachdem Ninas Ruf in Bornhausen erst einmal ruiniert ist, macht sie sich kaum noch Gedanken darum, wie sie auf andere wirkt. Es zählt einzig und allein, ihren Panther vor dem Abschuss zu bewahren. Dafür schleicht sie mit Kriegsbemalung durch nächtliche Wälder und zieht sogar den Jägerssohn Lionel ins Vertrauen. Eigentlich kann Nina ihn nicht leiden, doch das Geheimnis schweißt sie zusammen und sie erkennt, dass sie Lionel zuvor nie richtig angesehen hat. Sie hat ihn nur durch den Schleier ihrer Vorurteile betrachtet, doch nun lernt sie den echten Lionel kennen. Da Nina viel zu sehr mit dem Panther beschäftigt ist, fällt ihr lange Zeit nicht auf, dass sie und Lionel sich annähern. In der zweiten Hälfte des Romans entsteht eine sanfte Liebesgeschichte zwischen den beiden, die man vor allem zwischen den Zeilen erkennt.

„Panthersommernächte“ richtet sich an ein etwas jüngeres Publikum als beispielsweise „Splitterherz“ oder „Vor uns die Nacht“. Bettina Belitz bleibt jedoch ihrem Schema treu, die Geschichte in einer ländlichen (scheinbaren) Idylle anzusiedeln, wo jeder jeden kennt und sich die zwischenmenschlichen Beziehungen schwierig gestalten. Bornhausen erlebt man als Leser in all seinen Facetten und am Ende hat man die meisten Charaktere irgendwie ins Herz geschlossen oder sich zumindest mit ihnen arrangiert. Dabei gibt es ein paar eher unrealistische Wendungen, die wohl das junge Zielpublikum zufrieden stellen sollen. Entsprechend ist „Panthersommernächte“ weniger düster als andere Werke der Autorin.

Trotz origineller Grundidee und aufwühlender Emotionen seitens Nina und Lionel vermisst man bei “Panthersommernächte” den besonderen Zauber, der in den meisten Büchern von Bettina Belitz zu finden ist. Erst ziemlich am Ende blitzt dieser Zauber kurz auf, ist dann jedoch viel zu schnell vorbei. Insgesamt ist die Geschichte um Nina und ihren Panther dennoch unterhaltsam und angenehm anders – auch wenn man das Verhalten der Protagonistin nicht immer nachvollziehen kann. Manches bleibt einfach seltsam in diesem Buch. Darüber kann man jedoch nach dem gelungenen Finale leicht hinwegsehen.

“Panthersommernächte“ ist als Hardcover mit Spotlack-Schutzumschlag erschienen und sieht schlicht und einfach toll und hochwertig aus. Das Cover wirkt gleichermaßen edel und mysteriös sowie jugendlich. Ein Lesebändchen, vielleicht in dunklem Grün, hätte die Aufmachung schön abgerundet – schade, dass immer öfter darauf verzichtet wird.


Fazit

“Panthersommernächte“ ist erfrischend anders und zuweilen auch seltsam. Ninas Faszination für das streunende Raubtier ist nachvollziehbar, auch wenn man sich über ihr Verhalten manchmal wundert. Viel interessanter ist die aufkeimende Freundschaft zwischen Nina und Lionel, in der Vorurteile überwunden werden und romantische Gefühle aufflackern.


Pro und Contra

+ außergewöhnliche Idee
+ Beziehungsgeflechte in Bornhausen
+ Nina lernt Lionel kennen, wie er wirklich ist
+ der Panther hilft Nina, sich selbst zu finden
+ sanfte Liebesgeschichte
sehr schöne Gestaltung des Hardcovers

- Ninas Verhalten ist nicht immer zu verstehen
- Wendungen teilweise unrealistisch

Wertung: sterne4

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


Interview mit Bettina Belitz (2011)

Rezension zu “Mit uns der Wind”

Rezension zu “Vor uns die Nacht”

Rezension zu “Linna singt”

Rezension zu “Splitterherz”

Rezension zu“Scherbenmond”

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 17. Februar 2016
 

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