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Vampire Knight (Gesamtausgabe)
Geschrieben von Judith
Samstag, der 12. März 2016

vampire knight

Vampire Knight DVD Gesamtausgabe
Reihe: Gesamtausgabe Staffel 1
Titel: Vampire Knight
Regie: Kiyoko Sayama
Sprache: Deutsch DD 2.0, Japanisch DD 2.0
Untertitel: Deutsch, Polnisch
Daten: KAZÉ (Januar 2012), 4 Disks, circa 325 Minuten, UVP 59,95 EUR, FSK 12, EAN: 7640105238774

Genre: Mystery / Romance / Gothic


Rezension

vampire knight1Yuki wurde als Kind von Reinblüter Kaname vor einem vor Blutdurst wahnsinnig gewordenen Vampir gerettet. Seitdem wuchs sie als Tochter des Direktors der Cross Academy auf und sorgt als junge Frau nun dafür, dass die Schüler der Day Class nicht herausfinden, dass die Schüler der Night Class allesamt Vampire sind. Zu ihnen zählt auch Kaname, der von den Vampiren wie ein König behandelt wird und der nach wie vor zärtliche Gefühle für Yuki hegt. Doch Yuki ist bewusst, dass Kaname ganz anders ist als sie: selbst wenn er lächelt, umgibt ihn eine leise Traurigkeit und manchmal fürchtet sie sich vor ihm. Ihr Adoptivbruder Zero hasst Vampire aus tiefstem Herzen, aber auf Befehl des Direktors wacht auch er über den Frieden zwischen Menschen und Vampiren ...

“Vampire Knight“ ist die Animeadaption des gleichnamigen Manga von Matsuri Hino, der 2008 mit dem AnimaniA Award als beste internationale Mangareihe ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Auf den ersten Blick sieht man Parallelen zu populären Vampirromanen wie „Twilight“ – Teenager als Protagonisten, die Schule –, doch „Vampire Knight“ hebt sich erstaunlich schnell vom klischeebelasteten Mainstream ab. Leider klingt die Inhaltsbeschreibung auf der Rückseite der Gesamtausgabe genau nach der Sorte Vampirschmonzette, die die tragische Geschichte um Yuki, Zero und Kaname eben nicht ist. Denn wo viele Vampirromane und –filme reichlich Kitsch und Klischees auffahren, bietet Vampire Knight das, was Fans dunkler Fantasy lieben: Anmutige und gefährliche Jäger der Nacht, die gleichermaßen Mensch wie Bestie sind – wunderschön und grausam, melancholisch und arrogant, leidenschaftlich und eiskalt. Dazu authentische Menschen, die den finsteren Wesen zu- und abgeneigt sind, die mit ihrem Schicksal hadern und trotzdem den Kampf aufnehmen.

Yuki mit ihrem schulterlangen Haar ist ein erfrischend anderer Typ Mädchen und verfügt über eine herzliche Ausstrahlung, die sie auf Anhieb sympathisch macht. Sie hat keinerlei Erinnerungen an ihr Leben, bevor sie von Kaname gerettet wurde. Ihr Schicksal trägt sie tapfer und mit einer gewissen Naivität, die sich letztlich als Schutzmechanismus und auch als Eingriff von außen entpuppt. Die Vampire faszinieren und ängstigen Yuki, während ihr Adoptivbruder Zero nichts als Verachtung für die Bestien in Menschengestalt übrig hat. Seine Familie wurde von einem reinblütigen Vampir ermordet und wie Yuki wuchs er beim Direktor der Cross Academy auf. Zero umgibt ein dunkles Geheimnis, das zum zentralen Element der ersten „Vampire Knight“-Staffel wird: Ausgerechnet er, der Vampire hasst, wird zu einem von ihnen. Doch die, die früher einmal Menschen waren, werden meist zu wahnsinnigen, blutdurstigen Monstern, die sogar Vampire lieber tot sehen.

vampire knight2Es entspinnt sich eine tragische Geschichte um Zeros Kampf gegen den Blutdurst. Yuki erkennt spät, was mit ihrem Adoptivbruder los ist, doch während dieser sich aufgibt und lieber sterben will, als eine blutrünstige Bestie zu werden, tut Yuki alles, um ihn zu retten. Zeros bitteres Geheimnis wird auch zu ihrer Bürde, die sie langsam, aber stetig von Kaname entfernt – und dieser lässt es zu, obwohl ihm die Eifersucht auf Zero in Rage versetzt. Doch er will Yuki auf keinen Fall verlieren und hält sich zurück. Was ihn tatsächlich mit Yuki verbindet, bleibt dabei vorerst ein Rätsel. Auch die anderen Vampire verstehen nicht, was der von allen verehrte Kaname von einem Menschenkind will. Ist es Liebe? Oder ist da noch mehr? Zwischen Kaname und Yuki scheint es eine tiefergehende Verbindung zu geben, die man in der ersten Staffel von „Vampire Knight“ nur erahnen kann. In gerade einmal 13 Folgen gelingt es dennoch, eine spannungsgeladene und hochemotionale Geschichte aufzubauen, die den Zuschauer regelrecht mitreißt. Insbesondere Kaname ist ein unheimlich interessanter Charakter, der für einen Vampir eigentümlich sanft wirkt. Ab und an schimmert jedoch eine Grausamkeit durch, die den Zuschauer bestürzt und die Kaname umso spannender macht. Die anderen Vampire treiben währenddessen ihre Spielchen mit den Menschen - auch wenn sie sich um Frieden bemühen, bleibt kein Zweifel daran, dass ihre Triebe nur schwer kontrollierbar sind.

Leider verzichtet auch „Vampire Knight“ nicht auf die in vielen Animes obligatorischen Comedyeinlagen. In dieser düsteren und dramatischen Geschichte wirken diese extrem deplatziert. Die menschlichen Mädchen sind verrückt nach den traumhaften Vampiren (von denen sie ja nicht wissen, dass sie es sind) und veranstalten jeden Abend eine Kreischorgie – wie bei einem Konzert einer 90er Jahre Boygroup. Ein bisschen Spaß lockert die Geschichte zwar auf, aber bei „Vampire Knight“ hätte man gerne darauf verzichtet. Die Story ist atmosphärisch so dicht und berührend erzählt, dass der slapstickartige Humor einfach stört. Im Verlauf der Serie nehmen die Comedyelemente immerhin ab – letztlich kann man mit ihnen leben und sich ganz auf die düstere Vampirgeschichte konzentrieren, in der Blutsauger noch zubeißen und die Charaktere glaubwürdig handeln.

Bereits die erste Folge beeindruckt mit professionellen Zeichnungen, die den Stil des Manga gut treffen – insbesondere die Augen sind wunderschön anzuschauen und warten mit vielen Details auf, sodass man selbst kleinste Gefühlsregungen in den Gesichtern der Charaktere ablesen kann. Auch die Akademie sowie die naheliegende Stadt sind stimmungsvoll gezeichnet und insgesamt kann man sagen, dass der Anime den Manga in punkto Optik noch übertrifft. Nur ab und an ist die Schulterpartie bei Kaname und Zero etwas zu breit geraten, was seltsam aussieht. Der Soundtrack harmoniert gut mit der romantisch-melancholischen Geschichte, insbesondere das Opening begeistert und man hört es sich gerne immer wieder an, auch wenn man alle 13 Folgen am Stück schaut. „Vampire Knight“ ist eine überraschend professionelle Produktion, die mit bekannten Synchronsprechern aufwartet und somit auch auf Deutsch nichts von ihrer Faszination einbüßt. Natürlich wirkt im Original manches anders, doch die deutsche Version wurde in sich stimmig umgesetzt.

Das größte Manko von „Vampire Knight“ ist der Preis – in der Gesamtausgabe ist nämlich nur die erste Staffel enthalten, die leider nur aus 13 Folgen besteht (bei anderen Veröffentlichungen bekommt für den gleichen Preis 23-25 Episoden). Im Vergleich zu den beiden Einzelausgaben ist diese Sammelbox natürlich günstiger und Anime-DVDs und BDs sind in Deutschland nun einmal leider relativ teuer. Bei „Vampire Knight“ lohnt sich die Investition allerdings. Visuell und inhaltlich ein Leckerbissen!


Fazit

Ein bittersüßer Anime, der junge und blutdurstige Romantiker begeistert – vor allem, da man eine so ernsthafte, berührende und glaubhafte Geschichte nicht erwartet hätte. „Vampire Knight“ überrascht als professionelle und hochatmosphärische Animeproduktion, die ihre Mangavorlage visuell und dramaturgisch in den Schatten stellt. Um Yuki, Zero und Kaname entspinnt sich eine tragische Geschichte, in der Vampire noch grausame und faszinierende Wesen sind, die einem kalte Schauer über den Rücken jagen und den Zuschauer mit ihrer schmerzlichen Melancholie gefangen nehmen.


Pro & Contra

+ melancholische, romantische Stimmung
+ Zeros Kampf mich sich selbst
+ Kanames erhabene, mysteriöse Ausstrahlung
+ Yukis freundliche, herzerwärmende Art
+ blutdurstige Vampire
+ verschiedene Arten von Vampiren
+ Gothic-Flair
+ schöner Opening-Song
+ tolle Zeichnungen, die sich am Manga orientieren

Wertung: sterne4.5

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 5/5
Animationen: 4,5/5
Preis/Leistung: 3/5

Bildmaterial: Copyright by Matsuri Hino / Hakusensha/Vampire Knight Project / Viz Media Switzerland SA / KAZÉ Deutschland

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 12. März 2016
 

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