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Babylon (Thomas Thiemeyer)
Geschrieben von Nicole
Sonntag, der 24. April 2016

Thiemeyer T Babylon

Knaur Verlag, 1. Auflage, 2016r
Paperback, 520 Seiten,
14,99 Euro [D] | 15,50 Euro [A]
ISBN-13: 978-3-426-65363-0

Genre: Thriller


Klappentext

EIN URALTES GEHEIMNIS TIEF UNTER DEM SAND

DER ORT: Zweistromland, Wiege der Zivilisation. Heute eine der gefährlichsten Krisenregionen der Erde.

DER AUFTRAG: die Erkundung des rätselhaftesten Bauwerks der Menschheitsgeschichte.

DIE AKTEURE: Archäologin Hannah Peters und ihr Team. Ein milliardenschwerer Kunstsammler, der sein letztes Abenteuer erleben will. Und ein vierjähriges Kind. Gemeinsam müssen sie sich der größten Herausforderung ihres Lebens stellen …


Der Autor

Thomas Thiemeyer, geboren 1963, studierte Geologie und Geographie, ehe er sich selbständig machte und eine Laufbahn als Autor und Illustrator einschlug. Mit seinen Wissenschaftsthrillern und Jugendbuchzyklen, die etliche Preise gewannen, sich über eine halbe Million Mal verkauften und in dreizehn Sprachen übersetzt wurden, ist er mittlerweile eine feste Größe in der deutschen Unterhaltungsliteratur. Der Autor lebt mit seiner Familie in Stuttgart.


Rezension

Professor Ahmad Hammadi wähnt sich am Ziel seiner Träume. Seit Jahren sucht der Archäologe nach der Entdeckung, die ihn unsterblich macht. Im Norden Iraks findet er unter einer tonnenschweren Steinplatte eine uralte Treppe in die Tiefe. An deren Fuße liegt eine gewaltige Halle. Bildnisse einer alten Gottheit zieren die Wände und am Ende wartet ein mysteriöses Tor. Hammadi kontaktiert den Milliardär Norman Stromberg, der glaubt den Turm zu Babel gefunden zu haben. Stromberg mobilisiert seine beste Kraft: die Archäologin Hannah Peters, die für ihn bereits so manches Mysterium untersucht und so manches Abenteuer bewältigt hat. Hannah ist mit ihrem Mann und ihrer Tochter Leni in Griechenland. Nach den Ereignissen in Spitzbergen (nachzulesen in dem Roman Valhalla), die sie fast das Leben kosteten, sucht sie nur Ruhe. Doch Stromberg hat ein Ass im Ärmel. Letztendlich bricht die Gruppe auf in den Irak, wo nicht nur alte Ruinen auf sie warten. Das Land ist gebeutelt vom Krieg. Die britische Kriegsreporterin Leslie, der IS-Führer Khalid und das US-Militär – sie alle kommen auf unterschiedlichen Wegen zu den Ruinen. Sie alle haben ihre eigene Agenda. Hannah Peters sieht einmal mehr dem Tod ins Auge. Dieses Mal muss sie sich aber nicht nur um sich und ihren Mann sorgen, auch ihre vierjährige Tochter bringt das Schicksal in die Ruinen.

Nach dem eisigen Norden verschlägt es die Archäologin Hannah Peters dieses Mal in die Wüste des Iraks. Seit ihrem letzten Abenteuer ist Hannah vernünftig geworden. Statt Abenteuer sucht sie mit ihrer Familie Ruhe und Zurückgezogenheit. Als dann auch noch einige der Inschriften in der unterirdischen Halle den Gott am Ende des unterirdischen Bauwerks als „Zwietrachtsäher“ und „Hassbringer“ bezeichnen, ist sie die erste, die wieder abreisen möchte. Ihr Mann John hingegen, und der Milliardär Stromberg, der im Sterben liegt und vor seinem Ableben noch eine wichtige Entdeckung machen will, sind nicht zu bremsen. Hier zeigt sich einmal mehr das ungeheure Ego Strombergs, der aus den Ereignissen vom letzten Mal aber auch wirklich nichts gelernt hat. Schlecht vorbereitet stürzt er die Gruppe in ein todbringendes Abenteuer.

Insgesamt lässt sich Thiemeyer viel Zeit, die diversen Figuren seines Romans einzuführen. Ob die Reporterin Leslie, der ISIS-Kämpfer Khalid oder eben Hannah Peters. Jeder bekommt reihum einige Kapitel mit einem Subplot. Hierbei wechselt er immer wieder das Genre, vom Abenteuerroman über Mystery- und Politikthriller zu einem abstrusen Versuch eines Horrorromans. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht spannend, hinterlässt aber einen unausgegorenen Eindruck. Unausgegoren sind dann auch die Charaktere: Während Hannah und Leslie durchaus nachvollziehbar gestaltet sind, finden sich in der Riege der Männer Egomanen wie Stromberg, einer von seiner heiligen Mission besessener ISIS-Geistlicher und John, der ohne Rücksicht auf seine Familie für Stromberg willens Opfer in Kauf nimmt. Kirsche auf der Sahnehaube ist Hannahs Tochter, die von den Ereignissen auf Spitzbergen gezeichnet ist. Obwohl erst vier, sieht Leni älter aus und entpuppt sich als Universalgenie, das erschreckend emotionslos durch die Welt geht. Thiemeyer selbst scheint nicht viel auf seine Figuren zu geben, denn in den Tiefen der Tempelanlage führt er sein Charakterdesign ad absurdum. Plötzlich vergessen die Charaktere ihre eigenen Eigenschaften, sich selbst und die Vernunft und verhalten sich nicht nachvollziehbar.

Insgesamt liest sich Babylon wie eine Mischung aus Infodumping sowie Politik- und Religionsdebatte. Immer wieder lässt Thiemeyer seine Figuren in Dialoge über die Weltsituation verfallen, abgedroschene Phrasen von sich geben oder stupides Wissen oder Erklärungen herunterbeten. Das ist das Problem, wenn man aktuelle politische Themen in Romanen einbaut, es besteht die Gefahr in reines Politisieren zu verfallen. Aber auch die Werbung kommt nicht zu kurz. Die Ereignisse aus Valhalla werden ebenso aufgegriffen wie die anderen Abenteuer Hannahs. Es bleibt dem Leser überlassen, ob es sich hierbei um das Abschließen eines vorgedachten Zyklus handelt oder um linkisch gesetzte Eigenwerbung.

Das erhoffte Abenteuer muss dementsprechend zurückstecken. Erst auf Seite 337 wird das gewaltige Portal überhaupt gehöffnet. Daran folgt eine unermüdliche Hetzjagd voller abstruser Ereignisse, an deren Ende ein … ja, was … ein noch irritierenderes Ende steht. Die bisher aufgebauten Bindungen zwischen den Charakteren rücken in einer Mischung aus Horror und Action in den Hintergrund. Niemand ist mehr sicher und doch gestaltet sich das Ableben der Personen schrecklich fad und vorhersehbar.


Fazit

Mit Babylon liefert Thomas Thiemeyer den vierten Band um die Archäologin Hannah Peters. Im Norden Iraks, am Rande des Kriegs liegt der Turm zu Babel. Hannah und eine bunte Riege anderer Figuren begeben sich auf eine Irrfahrt der Sünden. Statt Obwohl einige der Elemente spannend gestaltet sind, liest sich Babylon weniger wie ein Abenteuerroman, denn wie eine Kriegsberichterstattung oder ein weltliches Drama. Politik und Religion nehmen einen erstaunlichen Teil ein. Letztendlich liest sich das Abenteuer der Journalistin Leslie, die in die Hände der ISIS fällt, unterhaltsamer als das Abenteuer in dem uralten Bauwerk.


Pro/Contra

+ Idee
+ Leslies Teil der Geschichte

- teilweise hölzerne und klischeebeladene Charaktere
- zu viel Politik und Religion
- Geschichte kommt zu langsam in Fahrt

Bewertung: sterne3

Charaktere: 2,5/5
Handlung: 3/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 2,5/5


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Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 24. April 2016
 

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