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Windjäger (Jim Butcher)
Geschrieben von Swantje
Donnerstag, der 19. Mai 2016

Blanvalet (April 2016)
Originaltitel: “The Cinder Spires: The Aeronaut’s Windlass”
Übersetzer: Andreas Helweg
Taschenbuch
763 Seiten, 9,99 EUR
ISBN: 978-3-7341-6000-4

Genre: Fantasy


Klappentext

Seit der Nebel die ganze Welt überzogen hat, leben die Menschen in festungsartigen Städten auf den Gipfeln der Berge. Den Nebel zu betreten kann tödlich sein. Dennoch fallen Truppen der Gipfelfestung Aurora in das Gebiet von Albion ein, und ein Krieg kann nicht mehr abgewendet werden. Der Gipfelfürst von Albion ruft seine Verbündeten zusammen und bereitet sein Volk auf den Kampf vor. Die Flotte ist stark, die Männer und Frauen sind gut ausgebildet. Doch seine größte Hoffnung setzt der Gipfelfürst auf die geheime Mission von Kapitän Grimm und dessen Luftschiff Jäger.


Rezension

„Windjäger“ spielt in einer originellen Fantasy-Welt: Die Erdoberfläche unter ihrem dichten Nebelschleier ist ein lebensfeindlicher, von gefährlichen Kreaturen bewohnter Dschungel, weswegen die Menschen in gewaltigen, hohlen Steintürmen leben. Auf Ätherströmen und Kristallen basierende Technologie dient als Grundlage für Licht, Waffen und vor allem die Luftschiffe, die zwischen den Türmen verkehren – und sich gelegentlich spektakuläre Schlachten liefern, immerhin senden die Herrscher jedes der halb demokratisch, halb aristokratisch beherrschten Türme gerne Piratenschiffe aus. Diese Informationen werden nur allmählich nachgeliefert. Man erfährt zum Beispiel erst etwa nach der Hälfte des Buches, wieso es die Oberfläche zu vermeiden gilt. Gerade am Anfang ist es schwer die Ereignisse und fremdartigen Begriffe einzuordnen. Doch zugleich erlaubt dieser anfängliche Verzicht auf Erklärungen einen furiosen Einstieg in das Buch. „Windjäger“ entfaltet von Anfang an einen immensen Sog.

In Butchers Roman geht es um den Beginn eines Krieges: Die Bewohner des Turms Aurora planen offenen Krieg gegen den Turm Albion und es ist ihnen gelungen, eine Ebene Albions zu infiltrieren. Jeder könnte ein Verräter sein. Also bleibt dem Archon Albions, einem gerissenen, alten Politiker, der nur vorgibt lediglich eine Gallionsfigur zu sein und dem der Schutz seines Turmes über alles geht, nichts anderes übrig, als auf drei junge Gardisten, zwei Ätheriker – Menschen, deren besondere Verbindung zum Äther ihnen nahezu magisch anmutende Fähigkeiten verleiht –, einen sprechenden Kater und den aus der Flotte ausgestoßenen Luftschiff-Kapitän Grimm zu verlassen, um die Pläne der Eindringlinge zu vereiteln.

Albion hätte es schlechter treffen können, denn obwohl die beiden Ätheriker oft einfach nur verrückt wirken, stellen sie auch hohe Intelligenz und beeindruckende Kräfte unter Beweis. Die frischgebackene Gardistin Gwen Lancaster mag stolz und impulsiv sein, aber auch sie verfügt über Mut und Wissen, die sich noch als wertvoll erweisen. Und auch Bridget, die sich den Dienst in der Garde zunächst nicht zugetraut hat, stellt schnell fest, dass sie über bisher ungeahnte Fähigkeiten verfügt. Darüber hinaus kann sie sich mit den intelligenten Katzen Albions verständigen, über deren Gesellschaft, Gepflogenheiten und Denkweise man – unter anderem durch die Perspektive des selbstgefälligen Katers Rowl – einiges erfährt. Gwens Cousin Benedict schließlich ist einer der sogenannten „Kriegergeborenen“ – katzenäugigen Menschen, die stärker und schneller als gewöhnliche Menschen sind. Obwohl er deswegen nicht als vollwertiges Mitglied der mächtigen Adelsfamilie angesehen wird, wirkt er zufrieden mit sich und seinem Leben und hat ein gutes Verhältnis zu Gwen. 

Zusammen mit Grimm und seiner Mannschaft versucht die unwahrscheinliche Gemeinschaft, die Stützpunkte der Auroraner ausfindig zu machen. Dabei stellen sie jedoch fest, dass sie es mit gefährlichen Gegnern zu tun haben – und dass es womöglich eine noch bedrohlichere Macht gibt, die im Verborgenen die Fäden hinter dem Krieg zwischen Albion und Aurora zieht.

Butchers Welt überzeugt durch ihre Durchdachtheit und Detailfülle. Eine dramatische Wendung nach der anderen und zahlreiche spektakuläre Kämpfe sorgen für Spannung und Lesespaß. Doch auch die Charakterzeichnung ist gut gelungen. Winzige Minuspunkte sind Kapitän Grimms leicht klischeehaft geratene Exfrau und dass einige Figuren vielleicht zu viele Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringen. Doch im Großen und Ganzen ist es Butcher gelungen, seine Figuren individuell und kompetent, aber zugleich menschlich zu gestalten. Das Buch gewinnt sehr durch die Vielfalt der Perspektiven, aus denen erzählt wird. Natürlich wirkender Humor in den Dialogen und die recht individuelle Weltsicht des Katers Rowl und der angehenden Ätherikerin Folly lockern die Handlung gelegentlich auf, ohne dass man Ereignisse deshalb weniger ernst nehmen würde. 


Fazit

„Windjäger“ ist ein vielversprechender Serienauftakt in einer außergewöhnlichen Welt, die weder mit Unserer noch mit vertrauten Fantasy-Entwürfen viel gemeinsam hat, dem Leser aber durch ihren durchdachten Aufbau und geschickt eingestreute Details plastisch und glaubwürdig erscheint. Sympathische, sehr verschiedene Protagonisten und eine rasant fortschreitende Handlung mit einer Menge Action machen es leicht, von der ersten Seite an vollkommen in den Roman einzutauchen.


Pro und Contra

+ sympathische und teilweise sehr ungewöhnliche Protagonisten
+ origineller, durchdachter Weltentwurf mit vielen liebevollen Details
+ Spannung von Anfang an
+ viel Action

o grundlegende Informationen über die Welt werden „nachgeliefert“

- Protagonisten erscheinen ein wenig zu gut in allem, was sie tun
- mehrere dramatische Konfrontationen am Ende stehlen einander etwas die Show

Wertung: 

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4,5/5

 

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Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 24. Mai 2016
 

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