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Vom Ende der Einsamkeit (Benedict Wells)
Geschrieben von Swantje
Sonntag, der 29. Mai 2016

Diogenes (März 2016)
Hardcover
368 Seiten, 22,00 EUR
ISBN: 978-3-257-06958-7

Genre: Belletristik


Klappentext

„Eine schwierige Kindheit ist wie ein unsichtbarer Feind: Man weiß nie, wann er zuschlagen wird.“ Jules und seine beiden Geschwister wachsen behütet auf, bis ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Als Erwachsene glauben sie, diesen Schicksalsschlag überwunden zu haben. Doch dann holt die Vergangenheit sie wieder ein. Ein berührender Roman über das Überwinden von Verlust und Einsamkeit und die Frage, was in einem Menschen unveränderlich ist. Und vor allem: eine große Liebesgeschichte.


Rezension

Die drei Geschwister könnten nicht verschiedener sein: Da ist Liz, die glamouröse älteste Schwester, da ist der zurückgezogene Marty und schließlich der selbstbewusste Jules. Mit ihren Eltern verleben sie eine auf den ersten Blick unbeschwerte Kindheit. Doch es gibt auch Konflikte zwischen den Geschwistern und Jules spürt immer wieder die Schwermut und Unzufriedenheit seines Vaters. Der Tod der Eltern bei einem Unfall wird zu dem Ereignis, dass die Leben der drei Geschwister fortan überschattet.

Von nun an schlagen sie eigene Wege ein, driften auseinander und treffen sich (manchmal unter überraschenden Umständen) wieder. Jules verliert sein früheres Selbstbewusstsein und wird zu einem Außenseiter, der sich in Träumen verliert und unfähig ist, die Vergangenheit loszulassen. Auf dem Internat lernt er Alva kennen und verliebt sich in das von Literatur besessene, sonderbar verletzliche Mädchen. Doch sie scheint seine Gefühle nicht zu erwidern und schließlich zerbricht selbst ihre Freundschaft. Sie sehen sich für lange Jahre, in denen Jules‘ Leben ziellos vor sich hin mäandert, nicht wieder.

Unterdessen treffen auch seine Geschwister bedeutende Entscheidungen und verändern sich stetig. Schließlich kommen die Drei sich wieder näher. Und auch Alva – jetzt mit einem viel älteren, russischen Schriftsteller verheiratet – findet einen Weg zurück in Jules Leben.

Die Handlung wird im Rückblick von Jules erzählt, der nach einem schweren Motoradunfall im Krankenhaus liegt und sich an sein bisheriges Leben erinnert. Er erzählt die mehr als dreißig Jahre umfassende Geschichte in reifem, melancholischem Ton und enthüllt erst am Ende die Umstände des Unfalls. Immer wieder wird der Leser durch unerwartete Wendungen überrascht und die Figuren entwickeln sich Richtungen, du zuerst verblüffen, aber doch im Einklang mit ihren Charakteren stehen.

Die subtile Charakterzeichnung und die Interaktion der handelnden Personen sind eine der Stärken des Buches. Die Figuren offenbaren gelegentlich einen verblüffenden, beinahe weisen Einblick in die Gefühle anderer, aber dann fehlen ihnen wieder entscheidende Informationen. Sie sind unsicher, hin und wieder selbstzerstörerisch und immer zutiefst menschlich. Auch die Nebenfiguren sind gut gestaltet.

Es gelingt Wells gut, all das Ungesagte zu beschreiben, was in scheinbar alltäglichen Szenen mitschwingt, seinen Figuren aber auch gute Sätze in den Mund zu legen, die ihre Beziehungen zu sich selbst und anderen auf originelle Weise beschreiben. Überhaupt überzeugt der Stil des Buches und schafft eine große Nähe zu den Figuren. Wells erzählt – gerade zum Ende des Buches hin – eine hochemotionale, von dramatischen Wendungen geprägte Geschichte, aber wahrt stets eine sichere Distanz zum Kitsch.


Fazit

„Vom Ende der Einsamkeit“ ist eine berührende Geschichte über Familie, Liebe, Erwachsenwerden, Einsamkeit, Lebensentscheidungen und immer wieder Erinnerungen und wie diese ihren Weg in die Gegenwart finden und sie entscheidend prägen. Sie profitiert von ihrem sympathischen, melancholischen Ich-Erzähler, der sich und die anderen Figuren mit großer Sensibilität zu schildern weiß.


Pro und Contra

+ subtil gezeichnete, lebensnahe Charaktere
+ unerwartete, aber stimmige Figurenentwicklungen
+ sympathischer Erzähler
+ Vielzahl interessanter, sich entwickelnder Beziehungen
+ schöne Sprache

- etwas langsamer Einstieg
- Wendungen am Ende drehen das Drama eigentlich unnötig hoch

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 3,5/5

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 23. März 2017
 

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