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Königsjäger (Joe Abercrombie)
Geschrieben von Swantje
Sonntag, der 19. Juni 2016

Heyne (September 2015)
Originaltitel: „Half the World“
Übersetzerin: Kirsten Borchardt
Klappenbroschur
477 Seiten, 14,99 EUR
ISBN: 978-3-453-31600-3

Genre: Fantasy


Klappentext

In den kalten Nordländern rund um die Bruchsee werden Krieger entweder aus Legenden geboren, oder aus Verzweiflung. Das gilt erst recht für eine Kriegerin wie die junge Dorn, deren einziger Wunsch ist, Rache für den Tod ihres Vaters zu nehmen. Als ihr Weg sich mit dem von Prinz Yarvi kreuzt, wird Dorn in eine Welt der Kämpfe und Intrigen hineingezogen. Eine Welt, für die sie geboren zu sein scheint…


Rezension

Gettland steht am Rande eines Krieges, den der gerissene Hofgelehrte Yarvi zu verhindern versucht. Die junge Kriegerin Dorn bekommt davon zunächst wenig mit. Sie steht kurz davor, sich ihren Traum zu erfüllen, unter die Krieger des Königs aufgenommen zu werden und mit ihnen auf Raubzüge zu segeln. Die verschlossene junge Frau, die Hass auf mehr oder weniger den Rest der Welt in sich trägt, ist sich sicher, dass nicht einmal die Ablehnung der anderen ausschließlich männlichen Krieger sie davon abhalten wird. Aber da nutzt ihr Ausbilder kurzerhand einen Unfall auf dem Kampfplatz, um sie des Mordes anzuklagen.

Ihr Mitschüler Brand versucht, auf dieses Unrecht aufmerksam zu machen und schafft es, Yarvi zu überzeugen. Er rettet Dorn, die dem Gelehrten daraufhin die Treue schwört, damit das Leben, aber wird selbst zum Ausgestoßenen. Also schließt er sich der Truppe zwielichtiger Gestalten an, die Yarvi auf einer diplomatischen Mission in den Osten führt. Der Gelehrte hofft, Verbündete zu finden und den Krieg doch noch abwenden zu können.

Die Reise ist hart und voller Gefahren und erlaubt es dem Leser, mehr von der Welt kennen zu lernen als nur die Bruchsee und Gettland. Auch wenn Abercrombie nach wie vor sehr (vielleicht zu) sparsam mit seinen Beschreibungen ist, verliert sie dadurch den kulissenhaften Charakter, der ihr noch in „Königsschwur“ angehaftet hat. Die „Albenrelikte“ aus dem ersten Teil spielen immer wieder eine Rolle und es sieht ganz so aus, als habe es sich bei den „Alben“ um eine hochentwickelte Zivilisation gehandelt, die unserer gar nicht so unähnlich war.

Unterwegs durchlaufen Dorn und Brand beide eine beträchtliche Entwicklung. Dorn beginnt die Handlung als eine Figur, die lange braucht, um dem Leser ans Herz zu wachsen: Wütend, impulsiv und unfähig, Nähe zu anderen Menschen zuzulassen, gelingt ihr zunächst kaum etwas anderes, als sich überall Feinde zu machen. Doch im Laufe der Reise reift sie, lernt Stolz und Sturheit in echte Stärke zu verwandeln und wird immer sympathischer, auch wenn ihre Begeisterung für das Kämpfen und Töten nach wie vor etwas schwer nachvollziehbar ist. Brand dagegen erscheint am Anfang unbeholfen und unsicher, aber ist bereits sein ganzes Leben lang aufrichtig darum bemüht, das Richtige zu tun. Im Laufe der Reise entwickelt er schließlich genug Selbstbewusstsein, um entschlossen seinen eigenen Weg zu gehen und die Prinzipien seiner kriegerischen Kultur in Frage zu stellen.

Yarvi ist nach wie vor als wichtige Nebenfigur präsent. Es ist spannend, ihn nach den Ereignissen von „Königsschwur“ und aus der Perspektive anderer Figuren zu erleben, vor allem, da einige seiner Handlungen für den Leser eine andere Bedeutung haben als für die Beobachter, die seine Vergangenheit nicht kennen. Andererseits erinnert seine Anwesenheit auch daran, dass mit Dorn und Brand, die die komplexen Zusammenhänge erst allmählich verstehen lernen, zwei durchaus gut geschriebene, aber weniger interessante Figuren im Vordergrund stehen als der durchtriebene, selbstreflektierte Yarvi, der immer wieder abwägen muss, welche moralischen Kompromisse ihm das Wohl der Gettländer wert ist.

Auch sprachlich reicht „Königsjäger“ nicht ganz an den Vorgängerband heran. Bereits „Königsschwur“ war in einer sehr einfachen Sprache geschrieben, doch in diesem Buch verstärkt sich das noch und es werden immer wieder eher umgangssprachlich anmutende Wörter eingeflochten. Dafür schafft es Abercrombie aber wieder, geschickt mit Kontrasten zu arbeiten. Die Entwicklung seiner Figuren ist beeindruckend und durch die vielen unschönen Details über Welt und Charaktere, die er enthüllt, sind alle guten Taten und Entscheidungen umso beeindruckender.


Fazit

„Königsjäger“ stellt mit Dorn und Brand zwei völlig andere Figuren ins Zentrum als der erste Teil, an den der Roman nicht ganz heranreicht. Trotzdem gelingt es Abercrombie, eine spannende, emotionale und gelegentlich ziemlich überraschende Geschichte zu erzählen und seine Hauptfiguren eine ebenso große wie glaubwürdige Entwicklung durchlaufen zu lassen.


Pro und Contra

+ Figurenentwicklung
+ neue Perspektive auf Yarvi
+ neue Schauplätze
+ Überraschungen

- Sprache sehr schlicht
- Welt zu sparsam beschrieben

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5

Interview mit Joe Abercrombie

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Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 30. Juni 2016
 

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