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Schicksalsjahre (Jan Guillou)
Geschrieben von Dennis
Sonntag, der 19. Juni 2016

Heyne Verlag (Februar 2016)
gebunden, mit Schutzumschlag
432 Seiten, EUR 19,99
ISBN: 978-3-453-27029-9

Genre: Historik


Inhalt

Stockholm 1940: Während vor den Grenzen Schwedens der Zweite Weltkrieg wütet, leben die Brüder Lauritzen im vornehmen Vorort Saltjöbaden das von den Kriegsereignissen nur peripher berührte Leben der Oberklasse. Doch die Situation spitzt sich zu, und es wird zunehmend schwieriger, eine Parteinahme zu vermeiden. Zumal sich auch innerhalb der Familie die Lager teilen. Harald, Lauritz’ ältester Sohn, dient bei der SS, während seine Schwester Johanne im norwegischen Widerstand kämpft. Während Europa vor einer Zerreißprobe steht, droht auch die Familie Lauritzen zu zerbrechen. Bis es am Ende ums nackte Überleben geht.


Rezension

„Schicksalsjahre“ – bereits der Titel dieses vierten Bandes der „Brückenbauer-Saga“ aus Jan Guillous Feder verheißt eine gewisse Melodramatik, die sich im Laufe der Lektüre immer stärker bewahrheitet. Und auch, wenn dieser Teil der Saga für sich genommen ein recht solider Roman ist, so muss er sich doch in deren Kontext betrachtet an hinterster Stelle einreihen.
Dabei sollte man meinen, dass der routinierte Erzähler Guillou aus dem neuesten Setting – mittlerweile tobt der zweite Weltkrieg – eine spannende und dynamische Geschichte herausholen kann. Umso ernüchterter muss man dann jedoch feststellen, dass „Schicksalsjahre“ zumindest in dieser Hinsicht deutlich hinter der naheliegenden Referenz zurückstecken muss: Dem ersten Band nämlich, dessen Zeitrahmen auch den ersten Weltkrieg beinhaltet. Statt also spannende Handlungsbögen zu den Brennpunkten Europas zu schlagen, arbeitet sich Guillou an einem ins Seichte abdriftenden Familiendrama der Oberklasse ab. Dabei wäre es so einfach, sind doch sogar vielversprechende Charaktere vorhanden, die sprichwörtlich „an vorderster Front“ dabei sind: Sein ältester Sohn und mittlerweile SS-Offizier nämlich, und seine Tochter, die im schwedischen Widerstand kämpft. Stattdessen: Vollkommene Fixierung auf das Familienoberhaupt Lauritz, der auf seine alten Tage – wenn er nicht gerade den Familienpatriarchen gibt – nicht viel mit sich anzufangen weiß. Und so ist „Schicksalsjahre“ diesmal eine waschechte Familiengeschichte, was ja per se nichts Schlechtes heißen muss. Diese jedoch kommt mit einer oftmals recht dick aufgetragenen Melodramatik daher, die nicht jedem gefallen wird. Das schlägt sich auch in der Handlung nieder. Im Mittelpunkt steht Lauritz mit seinen angestaubten und in die Jahre gekommenen Ansichten und Moralvorstellungen, die das eine oder andere Mal auf die Probe gestellt werden. Und immerhin: Auch in diesem fortgeschrittenen Stadium der Geschichte lässt sich noch eine Entwicklung des Protagonisten ausmachen. Der Preis dafür ist natürlich eine ausschließliche Fokussierung auf denselben. Und so werden die weiteren Charaktere, großteils schon liebgewonnen in vorangegangenen Bänden, in diesem Teil zu bloßen Statisten ohne jegliche Tiefe degradiert.
Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass sich Guillou dem in diesem Band behandelten Zeitabschnitt noch einmal aus der Sicht eines der anderen Charaktere nähert, wie schon in Band 2. Denn ärgerlicherweise ist nach wie vor nicht in Erfahrung zu bringen, wie viele Bände die „Brückenbauer Reihe“ letztendlich beinhalten wird oder ob ein nächster Band überhaupt geplant ist.
Dennoch: Auch „Schicksalsjahre“ kann durchaus gut unterhalten. Wie stets versteht Guillou es, die richtige Atmosphäre einzufangen und den richtigen Ton zu treffen, sodass ein solider historischer Roman entsteht.


Fazit

Mit „Schicksalsjahre“ geht der Reihe ausgerechnet an der Stelle die Puste aus, wo sie richtig durchstarten sollte. Anstatt einer packenden Handlung bietet Guillou diesmal behäbiges Familiendrama, sodass es diesmal „nur“ zu einem soliden historischen Roman reicht.


Pro & Kontra

+ Atmosphäre und Flair der Reihe weiterhin vorhanden

- ausschließliche Fixierung auf Lauritz, obwohl andere Perspektiven teils interessanter gewesen wären
- kommt insgesamt etwas biederer und langsamer daher als die vorangegangenen Bände

 

Wertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Rezension zu "Die Brückenbauer"

Rezension zu "Die Brüder"

Rezension zu "Die Heimkehrer"

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 19. Juni 2016
 

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