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Schwarzer Dolch – Die Chroniken der Seelenfänger Bd.1 (Alexey Pehov)
Geschrieben von Markus
Freitag, der 15. Juli 2016

Verlag: Piper (Mai 2016)
Taschenbuch: 480 Seiten; 16,99 €
ISBN-13: 978-3492703963

Genre: Fantasy/ Horror


Klappentext

Die neue Erfolgsserie aus Russland!

Ludwig von Normayenn wird geachtet und doch gefürchtet. Als Seelenfänger verfügt er über die Gabe, dunkle Seelen zu erkennen, die noch nicht bereit sind, das Reich der Sterblichen zu verlassen. Auf der Jagd nach dem ruhelosen Seelen zieht er von Fürstentum zu Fürstentum – doch auf seiner Reise erwarten ihn Feinde, die noch schrecklicher sind und gefährlicher sind, als er sich vorzustellen vermag...


Rezension

Alexey Pehov ist in Deutschland vor allem für seine Chroniken von Siala und Hara bekannt. Bisher präsentierte er immer unterhaltsame Geschichten, in denen er mit viel schwarzen Humor arbeitete, ohne dabei den Fokus darauf zu legen. Sarkasmus und Ironie ist dabei häufig das Mittel seiner Wahl. Und auch bei Schwarzer Dolch ist dies nicht anders. Ludwig van Normayenn ist Hauptperson und Erzähler und kann so das Geschehen aus seiner Sicht kommentieren. Pehov stellt ihn als einen Mann dar, der tut was getan werden muss, ohne auf sich selbst Rücksicht zu nehmen. Dabei ist er nicht fanatisch oder gutgläubig, aber er hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, den er gut verbirgt. An seiner Seite sind Apostel, eine ruhelose Seele, und Scheuch ein Animatus, der finsterer nicht sein könnte und seltsamer Weise auf Ludwig hört. Die Drei zusammen bilden das Kernteam, zu denen je nach Geschichte weitere Personen stoßen. Denn Schwarzer Dolch ist nicht wie üblich ein durchgehender Roman, sondern mehr eine Kurzgeschichtensammlung über Ludwig van Normayenn, die zwar alle lose über Figuren und die verstreichende Zeit zusammenhängen, aber jede für sich stehen könnten. Klar, macht es mehr Spaß sie in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da man so Zusammenhänge erkennt, aber es ist nicht zwingend notwendig. Dadurch kann Pehov ein Kaleidoskop an Geschichten bieten und den Leser langsam immer tiefer in seine Welt führen, die viele Parallelen zu der unsrigen aufweist.
Beim Lesen entsteht der Eindruck Pehov hätte ursprünglich nur Lust auf eine Kurzgeschichte gehabt und sich dann das Konzept verselbstständigt hat. Dies ist überhaupt kein Nachteil, denn jede Geschichte ist hervorragend geschrieben und bei manchem Autor wäre aus ihnen zum Teil ein eigener Roman geworden, in dem einzelne Teile gestreckt worden wären. Glücklicherweise hat das Pehov nicht gemacht, er beschränkt sich auf den Raum, den es braucht alles zu erzählen und versucht nicht seine Handlung aufzublähen. So entsteht nach und nach ein sehr detailliertes Bild seiner Welt, auch wenn es etwas merkwürdig ist vom Christentum in einer Fantasy-Welt zu lesen, so zeigt dies gleichzeitig, dass Pehov ursprünglich wohl nur eine gute Kurzgeschichte erzählen wollte, die im Folgendem zu mehr wurde.

Die Hexenjähe

Ludwig van Normayenn kommt in die Stadt Vion und sofort spürt er, dass hier etwas nicht stimmt. Apostel bestätigt ihn im seinen Gefühl. So macht sich Ludwig auf zum Stadtrat und erfährt von einem Totentanz auf dem Friedhof und davon, dass die Ratten und die ruhelosen Seelen die Stadt verlassen haben. Alles mehr als ungewöhnlich. Der Seelenfänger verspricht sich der Sache anzunehmen und beginnt mit seiner Arbeit. Als sich der Bischof Urban ankündigt, um die Sache selbst in die Hand zu nehmen, erkennt Ludwig von Normayenn fast zu spät, was wirklich hinter den seltsamen Vorgängen steckt.
Die Hexenjähe ist sofort ein spannender und verzwickter Fall des Seelenfängers, der den Leser in seine Welt hineinwirft und augenblicklich fesselt. Alexey Pehov spielt geschickt mit den Erwartungen und auch wenn die Auflösung fast zu einfach ist, ist sie dennoch eine Stärke, da man letztlich doch nicht mit ihr gerechnet hat.

Der Schlüssel zum Paradies

Ludwig van Normayenn trifft auf Karl aus seiner Bruderschaft. Diese hat für die Beiden einen brisanten Auftrag. Sie sollen einen jungen Mann aus Vierwalden befreien, aus dem Land schmuggeln und nach Gotthausen bringen. Ludwig schafft es mit Hartwig aus dem Kloster, in dem er gefangen gehalten wird, zu entkommen, aber damit beginnen die Probleme. Kirche, Fürsten und der Orden sind hinter ihnen her und als Ludwig erfährt, welches Geheimnis der Junge hat, beschließt er ihn nicht nach Gotthausen zu bringen, sondern ihm die Flucht zu ermöglichen.
Der Schlüssel zum Paradies ist ebenso stark wie Die Hexenjähe, aber vom Thema doch anders und vor allem mit einem bitteren Ende. Die Geschichte führt tiefer in die Welt der Seelenfänger, die der unsrigen in so manchem Aspekt gleicht und sie etwas spiegelt. Die Frage, die sich hier stellt, ist durchaus relevant, für die reale Welt.

Der Engel des Todes

Da er einen Befehl der Bruderschaft nicht befolgt hat, wird Ludwig in die Stadt Solesino geschickt. Dort grassiert das Justir-Fieber, eine tödliche Seuche, die schlimmer als die Pest wütet. Wo so viele Menschen sterben, sind ruhelose Seelen nicht weit. Ludwig und seine Gefährten Shuco, Rosalinda und Paul, die er in Solesino trifft, machen sich an die Arbeit, dunkle Seelen zur Strecke zu bringen. Was zu einem relativ leichten Unterfangen werden sollte, führt Ludwig an die Grenzen seiner Belastbarkeit, denn in den Katakomben unterhalb der Stadt ist eine dunkle Seele entstanden, die alle ihm bekannten an Stärke und Grausamkeit weit übertrifft.
Eine neue Geschichte und eine neue Facette, des Seelenfängers Ludwig. Erneut präsentiert Alexey Pehov eine völlig anders gelagerte Geschichte als die bisherigen. Dazu ist sie richtig spannend und gut geschrieben. Auch wenn Scheuch und Apostel dieses Mal kaum was zu tun haben, ist Der Engel des Todes eine sehr gelungene Horrorgeschichte.

Die weiße Zauberin

Nach seinen Erlebnissen in Solesino trifft Ludwig van Normayenn wieder auf die Zauberin und Seelenfängerin Gertrude. Sie lädt ihn ein, sie zu einem Hexensabbat zu begleiten. Dies natürlich aus einem guten Grund. Im Auftrag der Bruderschaft soll sie aus der Burg Cobnac eine ruhelose Seele stehlen und Ludwig ist ihre Rückendeckung. Das nicht alles glatt gehen kann, war klar, aber wie schief alles läuft, damit war dann nicht zu rechnen.
Spannend, anfangs witzig und vor allem am Ende mit einer eindrucksvollen Verfolgungsjagd ausgestattet, ist Die weiße Zauberin beste Unterhaltung, die gleich jede Menge neue Anderswesen ins Feld führt.

Die Teufelsbrücke

Ein Seelenfänger der Selbstmord begeht? So etwas ist noch nie geschehen und trotzdem steht Ludwig in der Nähe Derfelds auf der Teufelsbrücke und starrt hinab in die Tiefe. Hier soll der Seelenfänger Marcin in den Tod gesprungen sein. Ludwig beginnt zu ermitteln, an seiner steht Wilhelm sein alter Weggefährte. Zusätzlich trifft Ludwig auf Mart, jenen Inquistior, dem er bereits früher begegnet ist. An dessen Seite ist Bruder Corvus. Beide sind sehr erfahren im Kampf gegen Dämonen und Hexen und ihre Künste werden dringend gebraucht.
Alexey Pehov präsentiert eine weitere Facette und gestaltet Die Teufelsbrücke als Mischung zwischen Krimi und Horror.

Die langen Krallen

Die Vergangenheit holt Ludwig van Normayenn ein. Er wird von den Männern des Grafen Valentin gefangengenommen und muss feststellen, dass dieser nicht nur vollkommen verrückt ist, sondern ebenso grausam und einen wahnsinnigen Plan verfolgt. Ihn aufzuhalten ist für Ludwig praktisch nicht möglich. Er sitzt im Kerker, bewacht von einem der schrecklichsten Wesen, die die Welt zu bieten hat, einer Oculla. Aber dann hat er doch noch eine Idee, wie er seinem grausigen Schicksal entkommen kann.
Eine klassische Horrorschloßgeschichte erzählt Alexey Pehov zum Abschluss des ersten Seelenfängerbandes. Eine seiner Inspirationen war mit Sicherheit die sogenannte Blutgräfin Báthory. Diese und andere Ideen verwendet er auf seine Weise und gestaltet alles gewohnt unterhaltsam.


Fazit

Schwarzer Dolch erzählt spannende und gruselige Horrorgeschichten um den Seelenfänger Ludwig van Normayenn, die eine große Bandbreite abdecken, vom klassischen Grusel, über Krimi zu purem Horror und Politik. Der nächste Band sollte schnellstmöglich kommen.


Pro & Contra

+ sechs Geschichten mit genau der richtigen Länge
+ starke Charaktere
+ spannend und gruselig

Bewertung:

Handlung: 5/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


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Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 15. Juli 2016
 

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