Samstag, 29. April 2017

Gewinnspiel

Phantast (Download)

Phantast 17

Neueste Kommentare

wie viele bücher hat er geschrieben
Guten Tag, haben Sie noch weitere Termine für Lesungen mit Heinrich Steinfest? Wir haben GROSSES ...

Weiterlesen...

Der Roman hat mich sofort begeistert. Ich konnte mich schnell und gut in Ella hineinversetzen , mit ihr ...

Weiterlesen...

Awesome article post.Thanks Again. Much obliged.
"Es geschah im Dunkeln" hört sich ja mal nach einem wirklich interessanten Thriller an. Werde ich im ...

Weiterlesen...

Schmerz (Lisa Gardner)
Geschrieben von Nicole
Mittwoch, der 17. August 2016

Gardner L Schmerz

Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1. Auflage, 2015
Taschenbuch, 477 Seiten,
OT: Fear Nothing
aus dem Amerikanischen von Michael Windgassen
9,99 Euro [D] | 10,30 Euro [A]
ISBN-13: 978-3-499-26924-0

Genre: Thriller


Klappentext

Ich war drei, als meine Schwester entdeckte, was das Besondere an mir ist. Aufgrund einer genetischen Störung bin ich außerstande, Schmerz zu empfinden. Meine Schwester Shana ist eine verurteilte Mörderin, die tötet, seit sie vierzehn ist.

Unser Vater ist Harry Day, der legendäre Serienmörder, der ganz Amerika in Atem hielt. Er ist nun schon seit vierzig Jahren tot, aber dieser „Rosen Killer“ weiß Dinge über ihn, die er eigentlich nicht wissen kann. Meine Schwester sagt, sie ist die einzige, die ihn stoppen kann.

Auf dem Bett eine tote Frau. Auf dem Nachttisch Champagner und eine langstielige rote Rose. Als Detective D.D. Warren den Tatort inspizieren will, geht plötzlich das Licht aus. Dielenböden knarren, fremder Atem an ihrem Ohr ... Später heißt es, aus ihrer Pistole seien drei Schüsse abgefeuert worden. D.D. selbst ist schwer verletzt. Sechs Wochen später schlägt der "Rosen-Killer" wieder zu. Ohne eine Spur zu hinterlassen. D.D. Warren versucht verzweifelt, sich an Details jener Nacht zu erinnern, doch es gelingt ihr nicht. Dafür erinnert sich der Mörder umso besser ...


Die Autorin

Bestsellerautorin Lisa Gardner lebt mit ihrer Familie und zwei Hunden in New England/USA, wo sie an ihrem neuen Buch arbeitet. Gardner ist eine der erfolgreichsten Thrillerautoren Amerikas.


Rezension

Detective D.D. Warren hat einen neuen Fall. Die Leiche einer jungen Frau wurde in ihrem Bett aufgefunden, mit Handschellen, einer roten Rose und Champagner in Szene gesetzt. Doch das allein macht der Polizei nicht zu schaffen, sondern das grausige Detail, dass dem Opfer post mortem die Haut in Streifen vom Körper geschält worden ist. Auf der Suche nach den Beweggründen des Täters ist Detective D.D. Warren noch einmal an den Tatort zurückgekehrt. Während sie über den Täter und sein Motiv sinniert, wird ihr bewusst, dass sie nicht alleine ist. Eine Erkenntnis, die fast zu spät kommt. Nur knapp entkommt D.D. dem Täter, stürzt schwer die Treppe hinunter und bleibt bewusstlos liegen. Wochen später sucht sie verzweifelt die Schmerztherapeutin Dr. Adeline Glen auf, damit diese ihr hilft, die schmerzhaften Verletzungen, die sie sich bei dem Sturz zugezogen hat, zu ertragen. Sie ist sich nicht bewusst, dass sie inzwischen selbst in den Focus des Täters geraten ist, der sein eigenes Spiel mit der Polizei zu spielen versucht. Adeline Glen indes besucht ihre Schwester im Gefängnis. Das Verhältnis der beiden ist angespannt. Eine traumatische Kindheit, gestörte Ansichten, Missverständnisse und nun der „Rosen Killer“, der Details ihres mörderischen Vaters kopiert, belasten ihre Beziehung. Als D.D. Warren die Zusammenhänge zwischen den aktuellen Morden und ihrer Therapeutin bewusst werden, spannt sie Adeline Glen ein, für sie ihre Schwester im Gefängnis auszufragen. Tatsächlich deutet Shana an, den Mörder zu kennen. Sie erklärt Adeline, der Täter hätte es auch auf sie abgesehen, denn Adeline ist nicht nur die Tochter seines Idols, sondern ist mit ihrer Mutation besonders interessant für seinen verqueren Verstand. Da sie aufgrund ihres fehlenden Schmerzempfindens zudem keinen Sport betreiben kann, ist sie zudem ein leichtes Opfer. Doch Shana verspricht, Adeline zu beschützen. Nur wie soll Adeline sie aus dem Gefängnis bekommen, und kann sie ihrer Schwester, der mehrfachen Mörderin, die sie bereits als Kind verletzte, wirklich vertrauen? Während D.D. Warren und ihre Kollegen fieberhaft nach dem Täter suchen, bereitet der Täter sein Finale vor.

Lisa Gardner baut ihren neuesten Roman um einen spektakulären Todesfall: eine schöne Frau, beliebt, voll im Leben stehend, liegt nun tot in ihrem Bett. Ihre Haut in Streifen von ihr abgeschält. Nach dem spannenden Einstieg, der ihre Dauerprotagonistin Detective D.D. Warren in Lebensgefahr bringt, verliert sich Gardner in drögen Passagen. Es sind die biographischen Details der zweiten Hauptperson, Adeline Glen, die die Seiten füllen, lange Analysen über die Natur des Schmerzes. Denn Adeline ist mit einer seltenen Mutation geboren: Sie empfindet keine Schmerzen. Hinzu kommt eine spektakuläre Hintergrundgeschichte. Adelines Vater ist niemand anderer als der Serienmörder Harry Day, der seinen Opfern die Haut abzog und die Teile in Einweckgläsern im Schrank versteckte.

Trotz der etablierten Charaktere um D.D. Warren und der wundersamen zweiten Protagonistin Adeline, ist es Adelines Schwester Shana, die begeistert. Im Gegensatz zu Adeline, die noch ein Baby war, als Harry Day überführt worden ist, hat die ältere Shana die Ereignisse bewusst mitbekommen. Zudem wurde sie selbst von ihrem Vater missbraucht – ihr Körper ist eine Geschichte aus Schmerz. Während Adeline adoptiert und unter wohlbehüteten Umständen aufgewachsen ist, wanderte die verstörte Shana durch mehrere Pflegefamilien und landete schließlich mit vierzehn im Gefängnis. Dort sitzt sie in Einzelhaft. Ohne Aussicht auf Freilassung. Einziger Kontakt nach Außen sind die regelmäßigen Besuche ihrer Schwester. Doch nah stehen sich die Schwestern nicht, denn die traumatische Kindheit hat Shana ohne jegliche Empathie zurückgelassen.

Die psychischen Abgründe der beiden Schwestern – auch Adeline hat ihre dunklen Seiten – werden von Gardner gekonnt dargestellt. Der Tanz der monatlichen Besuche ist spannend und emotional zugleich. D.D. Warrens Passagen lesen sich indes fad, vielleicht auch, weil die Polizistin aufgrund ihrer Verletzung zu Passivität verdammt ist. Statt Ermittlungsarbeit widmet sich Warren Dialogen mit ihrem Schmerz und bemitleidet ihre Hilflosigkeit. Insgesamt tut die Polizei kaum etwas anderes, als sich mit verschiedenen Personen zu treffen und um den heißen Brei herumzureden. Zu schnell schießen sie sich auf Shana ein, vernachlässigen dabei Adeline und andere Personen, die sich verstärkt in den Vordergrund drängen, komplett. Es ist fast schon traurig mitanzusehen.

Ab und an bekommt auch der Täter ein winziges Kapitel. Leider tragen diese weder zur Handlung noch zum Spannungsbogen bei. So bleiben die Kapitel und der Täter gesichtslos, fast schon unecht. Abstrus und konstruiert ist teilweise auch die Handlung. Denn Gardner baut unrealistische Zufälle ein. Dies beginnt bei dem Täter, der das Kinderlied singt, das D.D. Warren für ihren Sohn singt; oder der Polizistin, die zu lange braucht, um zu bemerken, dass der Gesang eben nicht nur in ihrem Kopf ist, dann unglücklich und unbeholfen stürzt und schließlich ausgerechnet bei der Tochter des Mannes landet, den der aktuellen Mörder imitiert. Adelines Pförtner im gehobenen Wohnblock lässt einen Mann in ihre Wohnung, ohne dessen Angaben, es läge ein Gasleck vor, zu überprüfen oder die Personalien zu überprüfen. Er hat nicht mal das Gesicht gesehen, da der Gasmann eine Kappe trug. Solche Kopfschüttelmomente ziehen sich das Buch und ziehen den Thriller nach unten.


Fazit

Ihr aktueller Fall führt die Polizistin D.D. Warren in die Fänge eines Trittbrettfahrers. Glücklicherweise landet die Polizistin nach einer Verletzung bei der Tochter des ursprünglichen Serienmörders, die ihr nicht nur bei ihrer Schmerztherapie hilft, sondern sie auch auf die Spur des Täters bringt. Schmerz, so der Titel des Thrillers, ist in Lisa Gardners Buch omnipräsent – seien die Schmerzen der Polizistin nach ihrer Abrissfraktur, das Fehlen des Schmerzes in der zweiten Hauptfigur Adeline Glen, oder die emotionalen Schmerzen und Narben, die die Schwestern Day mit sich tragen. Trotz interessanter Charaktere gelingt es Gardner nicht, die Handlung spannend zu halten. Zu viele langatmige Ausführungen und konstruiert wirkende Abschnitte trüben das Lesevergnügen.


Pro/Contra

+ interessantes Charakterdesign
+ spannender Auftakt und Prämisse
+interessante Details

o Polizeiarbeit wirkt zumeist dröge und planlos

- Abhandlungen über Schmerz und Adelines Kindheit sind teilweise zu ausufernd
- Handlung wirkt teilweise zu künstlich und unrealistisch
- Nebenfiguren bleiben größtenteils farblos

Bewertung: sterne3

Charaktere: 3,5/5
Handlung: 3/5
Lesespaß: 2,5/5
Preis/Leistung: 3/5
 

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 17. August 2016
 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren