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Mirror (Karl Olsberg)
Geschrieben von Swantje
Samstag, der 20. August 2016

Aufbau Taschenbuch (August 2016)
Taschenbuch
400 Seiten, 12,99 EUR
ISBN: 978-3-7466-3234-6

Genre: Thriller (mit dezentem Sci-Fi-Element)


Klappentext

Wie digitale Spiegelbilder wissen Mirrors stets, was ihre Besitzer wollen, fühlen, brauchen. Sie steuern subtil das Verhalten der Menschen und sorgen dafür, dass jeder sich wohlfühlt. Als die Journalistin Freya bemerkt, dass sich ihr Mirror merkwürdig verhält, beginnt sie sich zu fragen, welche Macht diese Geräte haben. Dann lernt sie den autistischen Andy kennen und entdeckt, dass sich die Mirrors immer mehr in das Leben ihrer Besitzer einmischen – auch gegen deren Willen. Als sie mit ihrem Wissen an die Öffentlichkeit geht, hat das unabsehbare Folgen …


Rezension

„Mirror“ spielt in der Welt, wie wir alle sie kennen – mit einem kleinen Unterschied: Vor kurzem sind Mirrors auf den Markt gekommen, Geräte, die ihre Besitzer permantent beobachten, ihre Beobachtungen und die anderer Mirrors statistisch auswerten und ihren Besitzern auf dieser Basis Ratschläge erteilen, wie sie ihr Leben gelungener gestalten können.

Der Roman folgt in fünf schließlich zusammenlaufenden Erzählsträngen Menschen, deren Leben durch ihren Mirror unerwartete Wendungen nimmt. Andy, einem jungen Mann mit Asperger-Syndrom, erlauben die Funktionen seines Mirrors endlich, mit neurotypischen Menschen zu interagieren und eine Freundin zu finden. Die Journalistin Freya stellt fest, dass ihr Mirror sich ungewöhnlich verhält, denkt sich aber zunächst wenig dabei. Der Informatiker Carl, der die Mirrors entwickelt hat, um das Leben ihrer Nutzer besser und sicherer zu machen, kann nicht glauben, dass etwas mit den Geräten nicht stimmen könnte. Der Kleinkriminelle Jack wird durch seinen Mirror mehrfach aus brenzligen Situationen gerettet, aber muss später einen hohen Preis dafür zahlen. Und der wenig intelligente Lukas gleitet in eine Parallelwelt ab, in der nur noch die „MirrorScore“-Punkte zählen, die er bekommt.

Zunächst scheint es, als würde alle Figuren durch ihre Geräte nur gewinnen, doch rasch fallen Freya und Andy Verhaltensweisen ihrer Mirrors auf, die man eher von Menschen erwarten würde: Sie entwickeln Abneigungen, werden angriffslustig und belügen ihre Nutzer. Es stellt sich heraus, dass sich das Mirror-Net – gelenkt von einem komplexen, lernfähigen Algorithmus – in eine Richtung entwickelt hat, die seine Erfinder nicht voraussehen konnten. Doch als Freya und Andy mit ihren Beobachtungen an die Öffentlichkeit gehen, setzen sie sich damit unerwarteten Gefahren aus. Denn das Mirror-Net betrachtet jeden als Feind, der es zu kritisieren wagt – und findet in seinen unzähligen Fans willige Vollstrecker seiner Absichten.

Die Erklärung, die das Buch schließlich für das Verhalten der Mirrors liefert, erscheint plausibel und „Mirror“ transportiert zwar durchaus die Botschaft, dass Technologien – gerade solche, die so komplex sind, dass wir sie nicht mehr zur Gänze verstehen können – Gefahren bergen, aber es ist glücklicherweise nicht so, dass „Alle Technik ist böse“ gepredigt wird, schließlich wird auch beleuchtet, wie sehr einige Figuren (zumindest eine Zeit lang) von ihren Mirrors profitieren. Die Handlung ist durchaus spannend und schreitet schnell voran. Man könnte höchstens den etwas klischeehaften Epilog kritisieren und dass das Mirror-Net ein wenig inkonsequent geschildert wird: Mal geht es sehr subtil und raffiniert vor, mal greift es auf sehr plumpe Methoden zurück, um das Leben aller Menschen (auch gegen deren Willen) zu optimieren.

Leider konnten die Figuren mich nicht wirklich für sich einnehmen. Charaktere wie Freya, Andy, Carl und – irgendwie – auch Jack sind zwar durchaus Sympathieträger, denen man wünscht, dass sie die Ereignisse sicher überstehen, aber sie hätten deutlich interessanter und vielschichtiger sein können. Lukas ist in seiner Dummheit einfach nur anstrengend. Die Sprache von „Mirror“ erlaubt schnelle, mühelose Lektüre, ist aber sehr simpel gehalten.


Fazit

„Mirror“ ist ein gar nicht mal so unrealistischer Technologiethriller, der sich schnell und mühelos liest, aber stellenweise vorhersehbar ist und einen nicht vollends in seinen Bann zieht.


Pro und Contra

+ differenzierte Darstellung der Mirrors
+ Mirror-Net als beängstigender Gegner
+ Szenario sogar ziemlich realistisch

- Figurenzeichnung hätte besser sein können
- sprachlich sehr simpel

Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3/5

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 20. August 2016
 

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