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Skargat - Der Pfad des schwarzen Lichts (Daniel Illger)
Geschrieben von Maria
Montag, der 22. August 2016

Verlag Klett-Cotta (04.2016)
Broschiert, 568 Seiten, € 17,95
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3608946420

Genre: Fantasy


Klappentext

Schatten über Ahekrien. Die Gespensterhorde des Schwarzen Jägers reitet durch die Nacht. Das Böse erwacht, und in dem skrupellosen Rudrick hat es einen Handlanger gefunden. Es bedroht nicht nur das Dorf, in dem die Freunde Mykar und Cay aufwachsen, sondern das ganze Land.
In einem abgelegenen Dorf lebt der Außenseiter Mykar. Vom eigenen Vater und allen Bewohnern verachtet, hat er nur einen Freund: Cay, den Sohn des Dorfpriesters. Als eine Reihe grauenvoller Verbrechen geschieht, machen die verzweifelten Bauern Mykar zum Sündenbock. Sie knüppeln ihn nieder und verscharren ihn im Wald – alle halten ihn für tot. Als Jahre später Cay des Mordes an einem Adligen beschuldigt wird, ist für Mykar die Zeit gekommen zurückzukehren. Verbündete findet er in dem versoffenen Adligen Justinius, dessen verrückter Magd Scara und einer geheimnisvollen Schönen. Keiner von ihnen ahnt, dass viel mehr auf dem Spiel steht als Cays Leben.


Rezension

Mykar hatte das Pech, unter einem dunklen Stern das Licht der Welt zu erblicken, was ihn zum ‚Skargat - Kind‘ macht, einer Art von Wechselbalg, weswegen er als Außenseiter gilt und von den übrigen Dorfbewohnern nur verspottet und verachtet wird. Einzig der Sohn des Priesters setzt sich über alle Vorurteile hinweg und freundet sich mit ihm an.
Als er dreizehn Jahre alt ist, entdeckt Mykar zufällig die Leiche der Verlobten seines Freundes, er wird kurzerhand für den Täter gehalten, von den Dörflern erschlagen und im Wald verscharrt. Doch Mykar ist nicht tot.
Auf eigenartige Weise existiert er weiter, und als sein einziger Freund eines Mordes beschuldigt wird, beschließt er, ihm beizustehen. Mithilfe eines ständig betrunkenen Adligen, dessen etwas verwirrter Magd und einer so geheimnisvollen wie unheimlichen fremden Frau setzt Mykar alles daran, Cay zu retten. Dabei stellt sich nach und nach heraus, dass auch seine Begleiter ihre Geheimnisse haben und dass es um weit mehr geht, als nur das Überleben seines Freundes ...

Zu Beginn sieht sich der Leser einem klassischen Fantasysetting gegenüber: Irgendwo in der Welt erwacht das Böse, an einer anderen Stelle betritt ein irgendwie besonders gearteter Protagonist die Bildfläche und irgendwann, nach unzähligen Verwicklungen und Umwegen, werden beide aufeinandertreffen. Damit enden auch schon die Parallelen zur High Fantasy, denn der Autor nimmt eine großzügige Anleihe aus dem Horror-Genre. Man muß sich daran gewöhnen, dass in diesem Roman außer 'tot‘ und ‚lebendig‘ auch noch ‚untot in diversen Variationen‘ als Erscheinungsform existiert. Auf diese Weise ist es nicht immer ganz leicht, den Überblick zu behalten, womit man es gerade zu tun hat. Gespenster, Dämonen und sonstige düstere Wesen nehmen in der Handlung viel Platz ein, eine hier sehr gut gelungene Neuerung, die frischen Wind in Story und Genre bringt, wohingegen man auf Elben, Zwerge und Ähnliches vollkommen verzichten muß.
Leider liest es sich etwas verwirrend und bleibt unklar, was dem Protagonisten, nachdem er ‚ermordet‘ worden ist, nun genau zugestoßen beziehungsweise zu was für einem Wesen er eigentlich geworden ist; die einzige Stelle im Roman, an der man eine nähere Erklärung schmerzlich vermißt.

Ausgezeichnet geglückt erscheinen die Charaktere, die plastisch und liebevoll gestaltet sind, authentisch handeln und nicht selten einen Hang zur Skurrilität aufweisen. Nur Mykar erscheint sehr düster und unnahbar und tut sich als Sympathieträger doch ein wenig schwer, aber damit kann man leben.
Unterstrichen werden diese starken Persönlichkeiten noch durch den Erzählstil, der zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftig anmutet. Jeweils in Ich - Form wird dabei zwischen drei Hauptpersonen hin- und her gewechselt, eine Methode, die auf den ersten Blick fast unmöglich funktionieren kann, es erstaunlicherweise aber trotzdem tut. Auf diese Weise erhält nämlich jede erzählende Figur eine eigenen Art des Ausdrucks, die sehr gut zum jeweiligen Charakter passt. Derartige Perspektivenwechsel so homogen zu gestalten, dass sich der Leser darin wohlfühlt und in der Story gehalten wird, ist eine hohe Kunst und dem Autor hier fantastisch gelungen.

Ein regelrechtes Highlight bildet die Sprache, die sich dicht, ausdrucksstark und beinahe schon poetisch präsentiert. Dennoch ist es ein Schreibstil, den man mögen und auf den man sich einlassen muß, denn einigen Passagen gleiten hart am Rande der Langatmigkeit entlang - und an ein paar Stellen auch darüber hinaus. Das wird zudem durch die Handlung unterstrichen, bei der der berühmte ‚rote Faden‘ nicht immer leicht zu verfolgen ist. Durch die sehr vielen Nebenstränge droht sich der Fokus häufig zu verlieren und als Leser fragt man sich, worauf der Autor eigentlich hinaus will. Geduld lohnt sich hier, denn nach und nach zieht sich die Handlung enger zusammen und es wird klar, dass das alles eine hochgradig verwickelte Angelegenheit ist, bei der alles miteinander zu tun haben muß.
Dass am Ende das meiste im Unklaren bleibt und man noch nicht absehen kann, in welche Richtung sich die Story weiter entwickeln wird, ist nach dem ersten Band einer Trilogie durchaus zulässig, auch wenn fiese Cliffhanger nicht von jedermann gerne gesehen sind.

Die Fortsetzung wird unter dem Titel ‚Skargat 2: Das Gesetz der Schatten‘ im August diesen Jahres ebenfalls bei Klett-Cotta erscheinen; man darf gespannt sein!


Fazit

Mit seinem Debutroman ‚Skargat - Der Pfad des schwarzen Lichts‘ ist Daniel Illger ein beachtlicher Auftakt zu einer neuen Fantasy Trilogie gelungen. Er versteht es, das Genre mit frischen Ideen neu zu beleben und verfügt zudem über einen äußerst ansprechenden, ins Poetische gehenden Schreibstil, wodurch er sich überaus positiv vom mittelmäßigen Einerlei des Fantasygenres abhebt. Trotz einiger kleiner Schwächen ist ‚Skargat‘ ein Leckerbissen für den etwas anspruchsvolleren Fantasyfan; die Fortsetzung wird mit Spannung erwartet.


Pro & Kontra

+ einige neue, originelle Ideen
+ wundervoller, beinahe schon poetischer Schreibstil
+ interessante, gut ausgearbeitete Charaktere
+ spannend
+ Humor
+ Karte

o mystisch und düster
o relativ horrorlastig
o stellenweise ziemlich blutig

- ein paar Stellen unklar und verwirrend
- Protagonist nicht wirklich sympathisch
- Erzählperspektive etwas eigenwillig
- Haupthandlung verzettelt sich etwas

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


Interview mit Daniel Illger (September 2016)

Rezension zu Skargat 2: Das Gesetz der Schatten

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 29. Oktober 2016
 

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