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Per Anhalter durch die Galaxis (Douglas Adams)
Geschrieben von Almut
Donnerstag, der 25. August 2016

Adams PerAnhalter 

München 2009, Heyne
Originaltitel: The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy (1979)
Übersetzung von Benjamin Schwarz
Taschenbuch, 206 Seiten
€ 8,99 [D]
ISBN 978-3-453-14697-6

Genre: Science Fiction


Inhalt

Arbeiter der Stadt wollen Arthur Dents Haus abreißen, weil es einer Umgehungsstraße im Weg steht. Arthurs bester Freund, Ford Prefect, warnt ihn vor dem anstehenden Untergang der Erde. Sie verbringen die Restzeit in einem Pub und gelangen im Moment der Erdvernichtung durch eine Raumflotte der Vogonen auf eins von deren Schiffen. Sie sind kurzzeitig Gefangene und werden mit vogonischer Lyrik gefoltert. Rettung naht in Form des Raumschiffs "Heart of Gold", dessen Captain Zaphod Beeblebrox ist, ein Verwandter Fords. Ford ist tatsächlich ein außerirdischer Schriftsteller, der fünfzehn Jahre auf der Erde festsaß und für einen Menschen gehalten wurde. Er arbeitet an einer Neufassung des elektronischen Reiseführers "The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy". Weitere Besatzungsmitglieder sind Trillian, eine Frau, die die Erdvernichtung ebenfalls überlebt hat, und der depressive Roboter Marvin, eine äußerst leistungsfähige künstliche Intelligenz.

Die Gruppe begibt sich auf eine abenteuerliche Reise zum Planeten Magrathea, auf dem Luxusplaneten verkauft werden. Sie treffen dort auf den Designer Slartibartfast und lernen den Supercomputer Deep Thought kennen, der die Erde geschaffen und die Antwort auf die ultimative Sinnfrage berechnet hat, jedoch in Unkenntnis der Frage, die von seinem Nachfolger berechnet werden soll. Hinter allem stehen zwei Überwesen, die Mäuse Benji und Frankie, Projektionen pandimensionaler Entitäten, die verantwortlich sind für das Projekt Erde und den Bau eines Nachfolgeplaneten ablehnen. Interessiert sind sie jedoch daran, Arthur dessen Gehirn abzukaufen, weil sie darin die ultimative Sinnfrage auf die Antwort Deep Thoughts vermuten. Zaphod rettet Arthur, und die Gruppe fliegt zu einem Restaurant am Ende der Galaxis.


Rezension

Zu Beginn des Romans, noch bevor die Außerirdischen die Erde pulverisieren, wird Arthur Dent Opfer staatlicher Machtausübung. Am Ende wird von den beiden Mäusen als Frage auf die wichtigste und kürzeste Antwort ausgewählt: „How many roads must a man go down?“, die erste Zeile des Songs „Blowin‘ in the Wind“, der Hymne der Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre, geschrieben von Bob Dylan. Die Erde in den Wind geblasen, die Menschheit auch, schließlich und vor allem: der Sinn.

Manche Leser sind nach der Lektüre des Romans der Meinung, er sei sinnlos. Schon angesichts der Klammer, die Absurdität, Machtmissbrauch und Konzeptionslosigkeit vereint, ist dies fragwürdig. Die Sinnfrage zu beantworten ist sinnlos, solange es um einen allgemeingültigen Sinn geht, der formelhaft gefasst werden kann. Hier hat Adams die ultimative Antwort: 42. Die Sinnfrage in Unkenntnis ihrer selbst zu beantworten, ist…ja, was denn eigentlich? Ein Teilgebiet der Politik? Adams bewegt sich mit seinem Roman im Spektrum von Bedeutung und Sinnlosigkeit, was den Gedanken nahelegt, auch in der Sinnlosigkeit an sich könne man zumindest eine individuelle Sinngebung versuchen. Adams durchdenkt all dies auf rationale Weise, ein eher unübliches Vorgehen, vor allem, wenn man es dann auch noch versteckt macht. Sobald Adams Nahtstellen erzeugt, reißen diese ein. Sein Paradigma scheint die allgemeine Nicht-Prognostizierbarkeit zu sein.

Ist die Welt komplex, führt unsere eindimensionale Perspektive auf sie zum Blödsinn. Selbstredend wird implizit die Frage nach der Existenz Gottes verneint. Auf den im Übermaß vorhandenen menschlichen Makel reagiert Adams nicht mit Verzweiflung oder Zynismus, sondern mit humorvoller Menschlichkeit und einer plausiblen nicht-menschlichen Seinsform, dem Roboter Marvin, der 50.000 mal so intelligent ist wie ein durchschnittlich intelligenter Mensch. Aber Marvin ist aufgrund der Machtverhältnisse intellektueller Rand und beruflich dramatisch unterfordert. Er leidet deshalb an Depressionen.

The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy begann 1978 als eine Rundfunkserie der BBC, mit sechs Episoden und einem Christmas Special, auch erhältlich auf Schallplatten. Im Jahr 1979 folgte der Roman, dann das Theaterstück, die Fernsehserie, das Computerspiel, der Kinofilm und das webbasierte Textadventure der BBC (aktuell: 30th Anniversary Edition). Neuauflagen des Romans wurden inhaltlich überarbeitet. Im Roman selbst gibt es reichlich Ablenkungen, Gespräche und Gedanken über Gott und die Welt, Delphine, die intelligenter als Menschen sind, die Spiele, die diese mit ihnen veranstalten, eine Zeitlang mitmachen und sich anschließend für den Fisch bedanken. Es gibt Mäuse, die sich im Laufrad fithalten, während sie Verhaltensexperimente an Menschen durchführen, von diesen unbemerkt, schließlich Polizisten, die Methan-Atmer sind und, dürfen sie jemanden nicht töten, ihn wenigstens verprügeln wollen.

Der Roman zog eine Buchreihe nach sich (The Restaurant at the End of the Universe, 1980; Life, the Universe, and Everything, 1982; So Long, and Thanks for All the Fish, 1984; Mostly Harmless, 1992). Eoin Colfer schickte 2009, autorisiert durch die Witwe von Adams, And Another Thing… nach. Im April 2003 machte die BBC eine große Umfrage, welches denn der Briten Lieblingsbücher seien. Auf den ersten Platz kam Tolkiens The Lord of the Rings, auf den zweiten Jane Austens Pride and Prejudice, den dritten Platz belegte Philip Pullmans His Dark Material, den vierten dann Adams‘ The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy.

Zwar wollten die beiden Obermäuse keinen zweiten Planeten bauen, haben es schließlich aber doch gemacht. Wir leben darauf derzeit. Auch auf der zweiten Installation werden komplexe Sinnfragen im Nebel nicht gestellt, auf die wir dennoch eindimensionale und nicht begründete Antworten geben.


Fazit

Douglas Adams‘ The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy ist eine einfallsreiche und komische Auseinandersetzung mit Fragen zur menschlichen Existenz. Wir erfahren unter anderem, dass die größte Errungenschaft der Menschheit das Handtuch ist – eine umfassende Begründung wird mitgeliefert.


Pro und Kontra

+ absurd-witzige Einfälle
+ herrliche Gedankenspiele
+ Bürokratie als absurder Mikrokosmos
+ enthält einen Primer zum Thema „Arbeitszufriedenheit“

Wertung: sterne5

Handlung: 5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 25. August 2016
 

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