Dienstag, 17. Oktober 2017

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Phantast 18

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Hallo Judith, ich habe Deine Rezension zu "Herbstlande" vorab extra nicht gelesen, stelle aber jetzt ...

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Ich würde die Antwort hier nicht posten! Nur, wie sehr ich mich freuen würde, falls Eure Glücksfee ...

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Die Königin der Flammen: Rabenschatten 3 (Anthony Ryan)
Geschrieben von Maria
Donnerstag, der 22. September 2016

Verlag Klett-Cotta (August 2016)
Hardcover, 879 Seiten, € 24,95
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Queen of Fire
ISBN: 978-3608960198

Genre: Fantasy


Klappentext

Der außergewöhnliche Kämpfer Vaelin Al Sorna muss seiner Königin beistehen, um ihr Reich zu retten. Da wird er gewahr, dass seine besondere Gabe, »das Lied« in seinem Blut, langsam verklingt. Wird es reichen, um die tückischen Feinde abzuwehren?

Nach Königin Lyrnas Rückkehr in die Vereinigten Königslande liegt das Volk ihr zu Füßen. Auf den Schultern von Vaelin Al Sorna lastet dagegen der Siegesruhm schwer. Das besagt auch sein neuer Name: Herr über die Schlachten des Reiches. Derweil zieht im fernen Volaria eine neue Bedrohung auf, die die ganze Welt in Chaos und Vernichtung stürzen könnte. Der grausame »Verbündete« hat überall seine Marionetten und will in allen Ländern die Macht an sich reißen. Menschliches Leben kümmert ihn wenig. Um ihn aufzuhalten, müssen Königin Lyrna, Vaelin und ihre Mitstreiter zu ihrem bislang größten Feldzug aufbrechen, von dem es vielleicht keine Rückkehr mehr gibt.


Rezension

Die Schlacht um die vereinigten Königslande wurde zwar gewonnen, aber die Bedrohung durch die Volarianer besteht nach wie vor. So entschließt sich Königin Lyrna, ein gewaltiges Heer aufzustellen und das Volarianische Reich endgültig zu vernichten. Doch ihr Feldzug erfordert äußerst umfangreiche Planung und Aktionen an mehreren Schauplätzen ...

Der letzte Teil der Rabenschatten - Trilogie schließt unmittelbar an den vorhergehenden an und startet vielversprechend; ganz allmählich steuert alles auf einen epischen Endkampf zu.
Ohne Kenntnis der vorherigen Bücher kann man der Handlung nun nicht mehr folgen und sollte zumindest den zweiten Band unbedingt gelesen haben. Zudem wird man mit einer Fülle von bekannten (und etlichen neuen) Charakteren konfrontiert. Ein Dramatis Personae ist zwar vorhanden, aber ein Blick in das vorherige Buch kann, besonders, wenn die Lektüre schon einige Zeit zurückliegt, hier sehr hilfreich sein, um wieder einen Überblick zu bekommen, wer da jetzt wer ist und auf wessen Seite steht.

Die zwischen vier verschiedenen Personen wechselnde Erzählperspektive aus dem letzten Band wird beibehalten, was zunächst auch sinnvoll erscheint, denn die vier haben jeweils eine eigene Aufgabe und müssen so zum Gelingen des Gesamtplanes beitragen.
Soweit so gut, jeder einzelne Part läßt sich spannend und interessant an, doch dann geht es mit der Story leider rapide bergab.
Das beginnt mit Vaelin Al Sorna, die Person, die einmal die Hauptfigur gewesen ist. Wurde er schon im zweiten Band an den Rand gedrängt, mutiert er hier zum bedeutungslosen Nebencharakter, der mit dem Hauptstrang der Geschichte nicht mehr viel zu tun hat.
Gleichzeitig nimmt die Handlung an allen Stellen Tempo auf, an sich nichts Schlechtes, jedoch wirkt es hier etwas unmotiviert und restlos überhastet. Vorbei ist es mit den wundervollen Erkundungsreisen aus den Vorgängerbänden, zu denen man als Leser vom Autor an die Hand genommen worden ist und man die jeweiligen Besonderheiten einer Landschaft oder Szene in aller Ruhe selbst entdecken durfte. Der Plot hetzt nun voran und verzettelt sich zu oft an völlig unwichtigen Nebenschauplätzen, während sich die Haupthandlung zwar sehr blutig, im Grunde aber spannungsarm voranbewegt, weil die wesentlichen Dinge vorhersehbar sind und ohne Überraschungen geschehen.
Die Gegner agieren dermaßen inkompetent, dass man sich wundert, wie sie jemals einen Eroberungsfeldzug gewinnen, geschweige denn, ein Weltreich errichten konnten. Auch dass sich die ein Leben lang auf Kampf gedrillte Elitetruppen von Königin Lyrnas zu weiten Teilen bunt zusammengewürfeltem und schlecht ausgebildetem Haufen plattmachen lassen, schrammt hart an den Grenzen jeglicher Glaubwürdigkeit entlang.

Nebulös in seinem Wesen und seinen Absichten wird der ‚Verbündete‘ genannte Oberschurke dargestellt, genauso bleibt das Verhältnis zu seiner obersten Dienerin Elverah, die Frentis so lange in Abhängigkeit gehalten hat, völlig unklar. Auch sein Ende verläuft absolut unspektakulär.
Es entsteht der Eindruck, als wären dem Autor nach dem ersten Drittel dieses Buches die Ideen ausgegangen, weswegen dem Plot der bisher gewohnte, besondere Kick an Inspiration fehlt und er sich wenig originell bis zum Schluß dahinzieht.

Dass die Story nicht rundherum mißlungen ist, ist Anthony Ryans ausgezeichnetem Schreibstil zu verdanken, der zudem ein wirklich guter Erzähler ist. An vielen Stellen klingt das auch durchaus noch an, reicht aber nicht aus, um das ganze Buch zu retten.
Zum Schluß hat man als Leser nicht das Gefühl, dass ein großartiges Fantasyepos ein würdiges Ende gefunden hat, es bleibt vielmehr eine schale Enttäuschung und das völlige Unverständnis, wie solch ein fähiger Autor sein Potenzial so dermaßen verschleudern konnte.


Fazit

Normalerweise gilt bei Trilogien der Mittelband als der schwächste, hier trifft dieses Gesetz leider mit großem Abstand auf den letzten zu. Der dritte Band von Anthony Ryans Rabenschatten-Trilogie hat kaum noch etwas vom Zauber der beiden Vorgänger und läßt jegliches ‚Herzblut‘ vermissen. Das Buch wirkt zwar routiniert, aber lieblos und unter Zeitdruck geschrieben. Unendlich schade, dass ein derart großartig begonnenes Fantasywerk so weit hinter seinen Möglichkeiten zu ende gebracht worden ist.


Pro & Kontra

+ streckenweise immer noch gut erzählt
+ lebendige Charaktere
+ sehr ansprechender Schreibstil
+ vielversprechender Beginn
+ Karte und Dramatis Personae

o Erzählung wechselweise aus der Sicht von vier verschiedenen Personen
o blutig, düster und kampflastig

- Der ehemalige Protagonist wird bedeutungslos
- Handlungen laufen lieblos und gegen Ende immer hastiger ab
- der Endgegner bleibt nebulös und uninteressant
- Handlung besteht fast nur noch aus Kämpfen und deren Vorbereitung
- verzettelt sich an zu vielen, unwichtigen Nebenschauplätzen
- Endkampf völlig unspektakulär
- Gegner werden zu unfähig dargestellt
- alle wesentlichen Dinge sind vorhersehbar
- unlogische Stellen
- lahmes Ende

Wertung

Handlung: 2/5
Charaktere: 3/5
Lesespaß: 2/5
Preis/Leistung: 3/5


Rezension zu "Lied des Blutes: Rabenschatten 1"
Rezension zu "Herr des Turmes: Rabenschatten 2"

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 22. September 2016
 

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