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Pelbar 1 – Die Zitadelle von Nordwall (Paul O. Williams)
Geschrieben von Markus
Donnerstag, der 20. Oktober 2016

Verlag: Cross Cult (April 2016)
Taschenbuch: 450 Seiten; 16 €
ISBN-13: 978-3864258428

Genre: Abenteuer/ Dystopie/ Fantasy


Klappentext

Die Wiederentdeckung eines Klassikers

1000 Jahre nach dem nuklearen Holocaust. In den USA haben nur wenige Menschen den Krieg und die nachfolgenden Seuchen überlebt. Ihre Nachfahren sind wieder zu Wilden geworden, die das weite und zum Teil noch radioaktiv verseuchte Land als Jäger durchstreifen oder sich – wie in Pelbar – in kleinen befestigten Siedlungen verschanzen. Allmählich bilden sich kulturelle Zentren aus, erneut erstarkt die Welt. Auf gefahrvollen Expeditionen beginnt man die postatomare Wildnis des amerikanischen Kontinents zu erkunden und trifft auf tödliche Gegner...

Die siebenteilige Romansaga ist nach 30 Jahren endlich wieder erhältlich – mit neuer Covergestaltung und überarbeiteter Übersetzung.


Rezension

Die USA in ca. tausend Jahren. Nach einem Atomkrieg wurde die Menschheit weit zurückgeworfen. Nun beginnt sie sich langsam zu erholen. Erste Zusammenschlüsse haben sich in Form von Stämmen erneut gebildet. Die neu gebildeten Strukturen stellen zugleich eine Mischung des europäischen Mittelalters und der Stammeskultur der Indianer dar. Während die Pelbar sich hinter hohen Mauern verschanzen, leben andere in freien Stammesverbänden in den weiten Ebenen Amerikas. Sie sind Jäger und Sammler und unterscheiden sich vor allem durch ihre Lebensräume und ihre Traditionen. An der Ostküste scheint es höher entwickelte Kulturen zu leben, die vor Sklavenhandel und Eroberungsfeldzügen nicht zurückschrecken. Trotz allem scheint diese Welt auf eine gewisse Art erstarrt. Die einzelnen Stämme legen keine große Motivation an den Tag sich wirklich weiterzuentwickeln, sondern mehr den Status Quo zu halten. Dies ändert sich als Jestak von den Pelbar den Auftrag bekommt in den Osten zu ziehen und dort Handelsbeziehungen zu knüpfen. Dies gelingt ihm zwar nicht unbedingt, die dortigen Bewohner sind recht kriegerisch, hochentwickelt und eher eroberungswütig, aber es gelingt ihm Kontakt zu den anderen Völkern wie den Sentani und den Shumai aufzubauen, die ansonsten recht häufig im Konflikt mit den Perlbar lagen. Nach seiner Rückkehr bekommt er durch seine neugewonnene Weltoffenheit allerdings Probleme und wird in die Festung Nordwall versetzt. Dort finden seine neuen Ideen fruchtbaren Boden und so manches Althergebrachte beginnt sich zu verändern.

Paul O. Williams Klassiker Pelbar ist mittlerweile vor 35 Jahren zum ersten Mal erschienen und kann somit zu den Urvätern der heutigen Fantasyromane gezählt werden und weniger zum Science Fiction Genre. Jedoch lässt sich sein Perlbar-Zyklus diesem Genre schwer eindeutig zurechnen, denn der trägt gleich die verschiedensten Merkmale, die ihn in viele Sparten einsortieren ließen. Eine Welt nach der Nuklearkatastrophe wäre eigentlich in der Dystopie beheimatet, jedoch ist das Amerika der Zukunft eben in das Mittelalter zurückgeworfen worden, was somit die Kennzeichen anderer Fantasyreihen wie Shannara oder R.A. Salvatores Chroniken von Ynis Aille darstellt. Es ist also recht schwer, den Roman Die Zitadelle von Nordwall einzuordnen, zumal auch keine übernatürlichen Kräfte eine Rolle spielen. Am Besten ist das Buch wohl als Abenteuer – und Entwicklungsroman zu bezeichnen.

Denn dies trifft es eigentlich recht gut. Jestak, die Hauptfigur in Die Zitadelle von Nordwall, ist ein junger Mann auf der Suche. Auf der Suche nach sich selbst, auf der Suche nach den Errungenschaften und das Wissen der untergegangenen Welt und auf der Suche nach dauerhaften Frieden und damit der Einigung der zerrissenen Stämme, die nun Amerika bevölkern. Paul O. Williams beschreibt ihn recht gut, lässt den Leser aber wenig Einblick in seine Gefühlswelt nehmen, nur wenn er über seine Gefühle spricht, werden sie erst so richtig klar. Dementsprechend interagiert mit vielen Menschen und so rundet sich das Bild seines Charakters. Trotzdem bleibt der Eindruck, dass Jestak eigentlich nichts weiter als eine Art Katalysator ist. Für die Geschichte, aber auch für die Welt von Pelbar. Er ist nämlich der Grund, weswegen die verschiedenen Stämme ins Gespräch kommen, gemeinsam kämpfen und sich einigen. Er ist ebenso die Triebfeder hinter neuen Entwicklungen und Gedanken. Dadurch wird Jestak etwas von seiner Menschlichkeit genommen und er fast schon zu einem Prinzip, was Paul O. Williams durch eine Liebesbeziehung mehr schlecht als recht abfangen kann. Dennoch verfolgt man Jestaks Weg gerne und interessiert sich für ihn.

Dies liegt vor allem daran, dass man mit ihm gemeinsam die Welt von Pelbar kennenlernt und erlebt. In Die Zitadelle von Nordwall unternimmt er weite Reisen und erlebt viele kleine Abenteuer und ebenso ein, zwei große, bis hin zu einer Schlacht um Nordwall. Es ist fast schon klassisch, und dies ist positiv gemeint, wie er von einem Ort zum anderem getrieben wird und dabei immer etwas Neues entdeckt und neue Gefahren überstehen muss.

Paul O. Williams gestaltet die Welt Pelbars zudem ungemein detailfreudig und charakterisiert sowohl die Figuren als auch die Stämme sehr genau. Er beschreibt ihre Bräuche und alles was dazu gehört. Dadurch entfaltet sich vor dem geistigen Auge des Lesers eine bunte, neue Welt, die nur darauf wartet entdeckt zu werden. Und diese Welt kann ohne weiteres mit heutigen Fantasywelten wie die von Game of Thrones mithalten. Mitunter hat sie sogar die Nase vorn, da sie längst nicht so verbissen gezeichnet ist, sondern noch Platz für die eigene Phantasie hat. Insgesamt ist Williams Schreibstil sehr angenehm und flüssig zu lesen, hin und wieder zieht es sich etwas, wenn Dialoge etwas zu ausufernd sind, jedoch ist das nicht immer ein Nachteil, da der Leser so etwas Luft holen kann. Denn Williams geht mitunter recht schnell vor und wechselt Handlungsorte und Situationen. Wenn er also hin und wieder das Tempo etwas herausnimmt, hilft das dem Leser der Geschichte leichter zu folgen.


Fazit

Pelbar ist ein klassischer Abenteuerroman, der seinen Helden auf eine große Reise schickt, auf der er viel über sich und die Welt lernt. Die Zitadelle von Nordwall ist zurecht zu einem Klassiker geworden und vermag heute ebenso zu unterhalten, wie vor 35 Jahren bei seinem erstmaligen Erscheinen. Ein guter Auftakt zur Pelbarreihe.


Pro & Contra

+ gut ausgearbeitete Welt
+ viele Abenteuer
+ durchaus mit einer Prise Humor

Bewertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5 


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Paul O. Williams:

Rezension zu Pelbar – Die Enden des Kreises

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 22. November 2016
 

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