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Zeitenwende Bd.1 – Rückkehr (Warnauts, Raives)
Geschrieben von Markus
Mittwoch, der 26. Oktober 2016

Verlag: Panini; (Juli 2016)
Gebundene Ausgabe: 56 Seiten; 14,99 €
ISBN-13: 978-3957988232

Genre: Historik/ Drama


Klappentext

Zeitenwende

1938. Thomas Deschamps kehrt nach La Goffe zurück – in das Dorf, in dem er aufgewachsen ist. Der unstete Abenteurer ist das genaue Gegenteil seines älteren Bruders Charles, der in der Zwischenzeit eine angesehene Persönlichkeit geworden ist.
Seit eine Frau sie entzweite, stehen die beiden Brüder auf verschiedenen Seiten. Thomas ist angewidert von den nationalistischen Thesen, die das Land nach und nach vergiften. Sein Bruder hingegen begeistert sich mehr und mehr für sie.
Der Konflikt der beiden spiegelt die Ereignisse wider, die bald die ganze Welt erschüttern werden. Die Geschichte marschiert unaufhörlich in Richtung menschlicher Dramen und des Anbruchs der Zeitenwende.


Rezension

Belgien vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Im Mittelpunkt stehen zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der eine weltoffen und weitgereist, der andere im Heimatort geblieben und immer engstirniger werdend. Konflikte zwischen den Beiden sind vorprogrammiert und die entstehen mit der Rückkehr Thomas Dechamps in das Dorf seiner Jugend, in mehrfacher Hinsicht. Ihre Konflikte betreffen nicht nur seine Ambitionen, ein geerbtes Hotel zu leiten. Sie unterscheiden sich in ihren politischen Einstellungen und ihrer Art ihr Leben zu führen. Das größte Problem zwischen ihnen ist jedoch die Tatsache, dass Thomas Alice, die Frau seines Bruders Charles, einst liebte und es immer noch tut. Ebenso scheinen ihre Gefühle für ihn nie ganz erloschen zu sein. Zusätzlich kommt mit Thomas eine Frau aus Spanien in das Dorf, die sich klar gegen die Faschisten stellt. Für Charles, der auf der rechten Seite des politischen Spektrums beheimatet ist, ein Unding.

Der zweite Weltkrieg war bereits häufig Thema und ihm neue Seiten abzugewinnen, dürfte mittlerweile schwer fallen. Warnauts gelingt dies zwar nicht unbedingt, aber anstatt sich auf den Krieg selbst zu konzentrieren, beschäftigt er sich mit dem Jahr vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in einem kleinen belgischen Dorf. Er beschreibt die sich steigernden Spannungen innerhalb der Bevölkerung, sowohl die politischen als auch sozialen, in dem er den Konflikt zweier Brüder zeigt. Diesen lässt er sowohl emotional als auch ideologisch stattfinden und vermag es so die große Welt in der Kleinen abzubilden und durchaus etwas zu erklären. Obwohl er hier „nur“ eine Familiengeschichte erzählt, ist dies sehr spannend und gibt einen guten Einblick in das Leben in den letzten Tage bevor Deutschland Europa mit Krieg überzog. Seine Geschichte erzählt Warnauts gekonnt und mit viel Gefühl. Seine Charaktere versieht er mit Eigenarten, verleiht ihnen Glaubwürdigkeit und Substanz und lässt sie miteinander interagieren, und setzt nicht auf den Effekt, sondern auf ihre Beziehungen. Der Leser bekommt so ein Gefühl für die Zeit in der Zeitenwende spielt und kann sich in die Geschichte fallen lassen und sie erleben.

Bei Zeitenwende und ebenso bei ihren anderen Arbeiten verfolgen Warnauts und Raives einen ungewöhnlichen Weg. Warnauts ist für den Text zuständig, während sie gemeinsam die Zeichnungen anfertigen und Raives diese anschließend koloriert. Vor allem das gemeinsame, „vierhändige“ Zeichnen ist ungewöhnlich. Dabei ist dies Zeitenwende nicht anzumerken, denn die Bilder schwanken nicht in ihrer Qualität, sondern bleiben die ganze Zeit über auf einem sehr hohen Standard. Sie zeichnen sehr realistisch, karikieren jedoch auch ein kleinwenig, um Eigenarten herauszustellen. Die Landschaften sind etwas weicher gezeichnet und lassen einen Hauch Melancholie durch die Geschichte wehen.

Im Bonusmaterial befindet sich eine Chronologie der Jahre 1938 und 1939, wodurch die realen Hintergründe der Geschichte nachvollzogen werden können und die Geschichte wird auf diese Weise bereichert.


Fazit

Warnauts und Raives Zeitenwende ist ein Drama im Alltag einer Welt im Umbruch. Die beiden Brüder Thomas und Charles stehen dabei für den Riss, der durch Belgien damals lief. Emotional und spannend.


Pro & Contra

+ kluge Geschichte
+ beleuchtet die Zeit kurz vor dem Zweiten Weltkrieg in Belgien
+ sehr gute Zeichnungen

Bewertung:

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Warnauts und Raives:

Rezension zu Zeitenwende Bd.2

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 12. Juni 2017
 

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