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Tanja Meurer (14.11.2016)
Geschrieben von Judith
Montag, der 14. November 2016

Interview mit Tanja Meurer

Literatopia: Hallo, Tanja! Nach zwei Jahren intensiver Arbeit ist dieses Jahr mit „Die Seelenlosen“ der erste Band Deiner „Stadt der Maschinenmagie“ erschienen. Was erwartet die Leser?

Tanja meurerTanja Meurer: Hallo Judith, die zwei Jahre habe ich nicht nur für den ersten Band gebraucht ;) Das Manuskript umfasst 1.400 Seiten, also Band 1 und 2.

Was die Leser erwartet … Stellt euch vor, ihr würdet zur Zeit der Musketiere in einer französischen Großstadt leben, die vom Wetter her starke Ähnlichkeit mit San Franzisco hat. Ihr befindet euch in den engen Gassen zwischen Fachwerk- und Bruchsteinhäusern. In den Butzenglasscheiben spiegelt sich das Sonnenlicht und vom Meer her kommt salziger Wind, der auch das Aroma der Blütenbäume im Park des Stadtpalais von Prinz Mesalla mit sich bringt – und dann holpert ein schwer beladener Karren an einem der Plätze vorbei. Ihm folgen noch viele solcher Gespanne. Ihr könnt einen kurzen Blick unter eine der Planen werfen. Darunter liegen unwahrscheinlich große Metallplatten und Rohre. Euch ist nicht klar, was das ist, nur dass es sicher für den Kriegseinsatz bestimmt ist. Die Fahrer werden sind alle auf dem Weg in den Hafen. Bald wird all das Material im Süden ankommen und dort aufgebaut werden – wenigstens stellen es die Zeitungen so dar … Dann rempelt euch ein angetrunkener Mann an. Er ist groß, ungepflegt und hat spitze Ohren …

Okay, in dem ersten Buch geht es um Gwenael Chabod, einen Mittvierziger, der nach über zwanzig Jahren im Militär und auf dem Schlachtfeld schwer verwundet nach Valvermont zurückkehrt. Dort bekommt er – als versierter Veteran – die Stelle des Commandanten über die Garnisonen angeboten. Er übernimmt den Posten und ist somit sowas wie der erste Hauptkommissar und zugleich Kriminalrat seiner Stadt. Leider hat er nicht so ganz mit den schweren Verbrechen in Valvermont gerechnet, zumal ihn gleich am Anfang ein ziemlich blutiger Fall erwartet. Der Matricide (Muttermörder) sucht nach neuen Opfern.

Gwen wird anfangs nur unwillig unterstützt, weil der daueralkoholisierte Capitaine Laribe Angst um seine Garnison und seinen Posten hat, ebenso zögerlich reagiert dessen halbzwergischer Sergeant Rim Brunot. Die Wäscherin Marianne hingegen hat gleich ein Herz für den militärisch gerade Gwen und auch der Dieb Jaleel entdeckt bald die Vorteile der Arbeit für die Garnison, genaugenommen für den Commandanten. Zusammen mit dem Garnisonsmagier Shion und dem Mechaniker Laroche bilden sie bald ein einigermaßen effektives Team, in dem Laribe aufblüht und Rim sich seiner eigentlichen Arbeit besinnt.

Literatopia: Was ist Gwenael für ein Mensch? Was treibt ihn an? Und wie gestaltete sich seine Beziehung zum orcischen Priester Orin?

seelenloseTanja Meurer: Gwen ist sehr strikt in seiner Art. 26 Jahre Militär haben ihn geprägt. Er ist weder sentimental, noch der Übermann. In seinem Leben sind ihm viele Menschen begegnet, die ihre Spuren an und in ihm zurückgelassen haben. Einige Personen, so wie Orin, begleiten ihn sein Leben lang – mit ihnen der Einfluss, den sie auf ihn ausgeübt haben. Darüber hinaus ist er niemand, der mit den Intrigen seiner Heimatstadt klarkommt. Ihm ist Ehrlichkeit wichtig, Treue, direkte Worte, Freundschaft, all das, was ihm seine neuen Gefährten entgegenbringen.

Was ihn antreibt … hm, in dem Buch der Wunsch den Fall zu klären, den Überblick zu behalten, sich irgendwie wieder in die Stadt einzugliedern und auch seine Freiheit zurückzugewinnen. In Orins Schatten kann er sich schwer ausleben, weil er weder so intelligent ist, noch Magie in sich trägt. Auch will er sich vor seiner Familie schützen und ihnen zugleich helfen.

Obwohl er aus einer bekannten Händlerfamilie stammt, drückt er sich vor der Verantwortung die dieser Posten mit sich brächte (davon abgesehen hat er überhaupt keinen Sinn für Zahlen und kein Talent für den Handel, ganz im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder Alain).

Orin ist sein Gefährte, schon seit seiner Jugend. Ohne ihn hätte Gwen nie den Absprung aus seiner Familie und der Stadt geschafft. Wegen ihm ist er ins Militär eingetreten und war 26 Jahre an seiner Seite. Orin ist eine eigene Welt für Gwenael. Um ihn hat sich in Gwens Jugend alles gedreht, ein Fixstern sozusagen. Aber je älter er wird, desto freier will er sein. Ihn stört die Bevormundung, auch wenn er Orin noch immer liebt. Es ist eine Beziehung, die deutlich krankt.

Literatopia: Was reizt Dich an Liebesbeziehungen zwischen Männern?

Tanja Meurer: Schwer zu sagen. Warum bin ich mit einer Frau verheiratet? Es ist einfach das außerhalb-der-Norm-stehen und die Sicherheit, dass es richtig ist. Vielleicht liegt es daran, dass ich darin generell einen gewissen Reiz sehe. Ich fühle mich einfach auch wohler, wenn ich aus der Sicht eines Mannes schreibe. Meine Frauen werden meistens zu rotzig und zu hart. Für mich ist bei Büchern und Filmen unerheblich, ob Männchen und Weibchen, Weibchen und Weibchen oder Männchen und Männchen zusammen sind oder kommen, Hauptsache es wird nicht unnötig geschmachtet und die Geschichte vorangetrieben. Die meisten Paare (oder zukünftigen Paare) in Büchern sind mir zu kitschig und die Geschichte leidet gravierend unter dem rosaroten Zuckerzeug. Deshalb mag ich beispielsweise gerade in Filmen Paare wie Nick und Nora Charles (die Dünne Mann-Reihe) oder bei den X-Files Mulder und Scully, also gleichberechtigte und starke Partner. Bei schwulen Romanen sind mir die Adrian English-Bücher (Josh Lanyon) besonders sympathisch, genauso auch Laurent Bachs Claude Bocquillon.

Olli zugeschnitten meurerLiteratopia: Jaleel ist ein Charakter aus Deinen „Dungeons & Dragons“-Rollenspielrunden. Wie hat er es in Deinen Roman geschafft? Und ist die Romanfigur anders als die Rollenspielfigur?

Tanja Meurer: Die Fantasywelt Äos ist vor fast 30 Jahren Stück um Stück entstanden. Einige meiner Bücher spielen dort. Um die Welt durchzutesten, lasse ich auch die D&D-Runden dort laufen, einfach weil andere Spieler entweder damit klar kommen, oder mir Fehler aufweisen. Jaleel, Radur, Gwenael, Lysander, Nasim, Alrine, Aycolén, Tarin und (der nur Erwähnung findet) all das sind Rollenspielcharaktere. Bis auf Nasim, Lys und Gwen gehört mir keiner davon. Ich habe sie mir ausgeliehen. Die anderen sind NPCs – ganz besonders Sisikazev, die Riesenratte ist ein Faktotum unter den Nichtspielercharakteren. Sie stammt (wie Justin und Mesalla) aus der Anfangszeit von Äos. Damals hieß sie Banda. Mit 28 Jahren ist sie ein echt altes Mädchen, oder?

Jaleel ist im Buch schon um einiges anders als im Spiel. Der Roman-Jaleel ist ziemlich sensibel und kann sich gut auf sein Umfeld einlassen. Außerdem arbeitet er auch ganz legal in einem Badehaus als Putzkraft und Bedienung. Er ist im Buch Amelies bester Freund. Im Spiel gibt es die Clairments gar nicht. Gwen und Jaleel treffen im Spiel auf anderem Weg aufeinander. Antoine Laribe ist da auch kein Freund, sondern ein Feind-Freund, der überdies den sprichwörtlichen Löffel abgibt. An sich ähnelt das Buch dem Spiel nicht. Aber sie alle waren für die Handlung wichtig. Gwen ist keine Ein-Mann-Armee, ganz im Gegenteil, er braucht jeden einzelnen seiner Freunde.

Literatopia: Was sagen die eigentlichen „Besitzer“ der ausgeliehenen Charaktere zu den Figuren aus Deinem Buch?

Tanja Meurer: Juliane mag diesen Jaleel scheinbar sehr gerne, hat aber seither ein wenig Angst davor ihn wieder zu spielen, weil sich Jaleel und Jaleel nur in den Grundlagen ähneln. Der Jaleel aus dem Spiel ist noch wesentlich wagemutiger, ein Draufgänger, der zudem auch recht gut kämpfen kann und sich nicht ausschließlich auf Verstand und Geschicklichkeit verlassen muss – außerdem habe ich ihm eine etwas größere Sensibilität für seine Umwelt angedichtet ;)

Anna mag Radur wie er ist. Sie bedauert nur, dass er noch keine so tragende Rolle innehat. Aber das kommt noch. Genauso wie die (Achtung Spoiler!) Heirat mit Adriana Trintignon.

„Alrinchen“ wiederum ist so weit entfernt von der vollbärtigen Zwergin, die Angelika vor 10 Jahren gespielt hat, dass da kaum noch Berührungspunkte existierten. Alrine Bergan war damals einer der wenigen neutral guten Charaktere und als Zwergenkriegerin immer bereit unserem Zwergendieb Tarin Grobmesser bei / nach jedem Beutezug umgehend die Taschen wieder auszuleeren und die gestohlenen Gegenstände, Münzen, etc. zurückzulegen. Es gab verdammt viele, sehr ulkige Szenen mit den beiden :)

Tanja Meurer2Literatopia: Wie lebt es sich in der Stadt der Maschinenmagie? Sie weist einige Steampunkelemente auf, wirkt aber – zumindest zu Beginn – eher mittelalterlich?

Tanja Meurer: Barock bitte ;) Valvermont ist eine Barockstadt, die immer noch sehr viele mittelalterlichen Gebäude hat, aber auf der Schwelle zur Technisierung steht. Technik ersetzt Magie. Ein Zauberspruch oder angewandter Zauber ist weitaus teurer als die mechanische Variante. Aber die Stadt kann ohne Zauberei nicht überleben, denn dann würde das eigentliche Klima wieder Einzug halten: Kälte. Stellt euch finnische Gefilde vor, in etwa so ist das eigentliche Wetter der Stadt. Aber Prinz zurechtgebogen Mesalla kommt aus dem Süden, genaugenommen aus der Wüste. Er hat sich das Klima nach seinen Vorstellungen und nimmt dafür auch die Stürme am Rande dieser Wetterzone hin.

Wenn Du eine Weile in der Stadt leben willst, hängt es davon ab, ob Du gut bei Kasse bist, um Dich entsprechend einzumieten, oder ob Du als Student in die Stadt kommst. Als Arbeiter, der in der „Straße der Handwerker“ nach einer Stellung sucht hast Du gute Chancen, wirst aber sicher schnell krank, denn das Atmen in den dunklen Gassen und dem Gemisch aus Rauch, Gasen, Färbemitteln Eisen- und Holzstaub bekommt Deiner Gesundheit nicht. Aber Dich kann es auch mit den Musikern, Tänzern, Sängern, Schauspielern und Schaustellern in die Stadt treiben, um an dem großen Bardenwettstreit teilzunehmen, der jedes Jahr für einen Zehntag am Großmarkt stattfindet. Die neuste Disziplin sind mechanische Kunstwerke ;)

Literatopia: Was zeichnet für Dich guten Steampunk / gute Steamfantasy aus?

Tanja Meurer: Eine der schönsten Steampunkreihen, die ich kenne sind die „Newbury & Hobbs“-Romane (Krimi, Geschichte, Steampunk und ein gleichwertiges Ermittlerduo mit extrem vielen Untiefen. Ich liebe die Reihe von George Mann. Aber auch „Die Glasbücher der Traumfresser“ und den Nachfogeroman „Das Dunkelbuch“. Letzten Endes sind doch die Urvater des Steampunks allseits bekannt: Jules Verne und H.G. Wells. Wir sind alle mit Phileas Fogg und Passepartout aufgewachsen, haben Ned Land atemlos zugesehen, wie er schließlich über Captain Nemo triumphierte. Das ist für mich genialer Steampunk :)

rauhnachtLiteratopia: „Die Stadt der Maschinenmagie“ war ursprünglich als Science-Fantasy-Comic konzipiert. Wie hat sich diese Idee letztlich zu einem Steamfantasy-Krimi entwickelt?

Tanja Meurer: Nein, nie. Die Welt war als SciFi-Welt geplant, deswegen auch Banda (die heute Sisikazev Viz Cyan heißt). Die Riesenratte lebte im Untergrund (des ursprünglichen Äos) zusammen mit der Zeitmagierin Jay Killraven und ihrer Schwester Anjuli. Gemeinsam kämpften sie in dem Comic in den Trümmern des jetzigen Valvermont gegen das Militär und auch die Blindheit der Bürger, die sich stumpf zur „Schlachtbank“ führen lassen. Im Übrigen hat Jay es auch in die Maschinenmagie-Reihe geschafft, obwohl sie am Anfang nicht auftaucht. Diese Frau ist immer ein Fingerzeig, wenn etwas vollkommen aus dem Ruder läuft.

Literatopia: Das Manuskript der „Stadt der Maschinenmagie“ hatte stolze 1400 Seiten. Wie behältst Du beim Schreiben den Überblick?

Tanja Meurer: Manchmal klappt es sehr gut, aber durch viele Änderungen im Verlauf hatte ich irgendwann meine Probleme. Davon abgesehen sind mir aber wiederum viele der Figuren so extrem gut vertraut, dass ich kaum Schwierigkeiten mit ihnen habe und sie allein die Handlung vorangetrieben haben.

Trotzdem brauche ich immer mal wieder ein geistiges Replay. Liegt aber auch daran, dass ich parallel an vielen Büchern schreibe und alle sind so komplex ;)

Literatopia: Wie kommt es, dass Du an mehreren Romanen gleichzeitig schreibst?

Tanja Meurer: Lust, Zeitmangel, Gelegenheit, Inspiration … Im Augenblick habe ich die Überarbeitung vom 2. Buch in Arbeit, zugleich aber auch eine sehr, sehr lange Kurzgeschichte (z.Zt. 71 Seiten, Tendenz steigend) zu einer Vampirreihe, die derzeit im und kurz nach dem 1. Weltkrieg in Mainz spielt und Jules und meiner queeren Krimireihe 9mm (und eigentlich auch noch an dem 2. Buch zu den Steampunk-Krimis um Anabelle Talleyrand und Madame Zaida). Viel Stoff und verdammt wenig Zeit also.

Literatopia: Inzwischen hast Du mehrere Werke veröffentlicht – welcher Charakter ist Dir dabei am meisten ans Herz gewachsen?

Tanja Meurer: Olli Hoffmann – Der Rebell. Den kleinen Punk liebe ich heiß und innig. Er ist einfach etwas ganz Besonderes. Das liegt daran, dass Olli auf einem Freund aus meiner Teeny-Zeit basiert. Er war auch ein Punk und genauso lieb und herzlich. Aber genauso hänge ich an Ollis Partner Daniel (dem jungen Kommissar), an Bernd Weißhaupt … Ach, ich mag sie alle. Bei der Maschinenmagie sind meine Lieblinge Gwen, Jaleel und Antoine Laribe. Marianne hat aber auch viel für sich :)

rudi und buchLiteratopia: Du hast an der Benefiz-Anthologie „Zusammen finden“ mitgewirkt. Wie ist diese entstanden? Und für welchen guten Zweck diente der Erlös?

Tanja Meurer: Derzeit sind es bereits drei Benefiz-Anthologien :)

“Zusammen finden“ war die erste und der Erlös dient der finanziellen Abpolsterung für eine sehr schwer erkrankte Autorenkollegin, die unterdessen einen Liege-Rollstuhl braucht. Das Geld unterstützt sie bei ihren Krankenhaus- und Fahrtkosten.

Literatopia: Wovon handelte Deine erste Geschichte? Und wie viele Ideen sind in der Schublade verschwunden bevor die erste veröffentlicht wurde?

Tanja Meurer: Meine erste Geschichte … das war ein Krimi und ich acht. Die ganzen harmlosen Kinderkrimis gingen mir extrem auf den Nerv, immerhin floss nie Blut. Enid Blytens Bücher waren (freundlich ausgedrückt) harmlos und irgendwann auch öde. Die drei ??? hatten schon mehr für sich. Damals habe ich ja schon diverse Edgar Wallace-Gruselkrimis gelesen und musste die Creepy-Komponente unbedingt einbringen. Also habe ich eine Geschichte geschrieben, in der es den Kindern ziemlich an den Kragen ging. Mit dreizehn habe ich dann meinen ersten richtig heftig blutigen Krimi geschrieben (Die Schlange). Die Geschichte spielte 1937 in den USA und beschreibt die Suche der Reporterin Winnifred Johnson (ja, ich weiß, einfallsreich … ;)) nach einer Serienmörderin. Irgendwann kommt sie durch deren Schwester (Hüstel, ein Hoch auf die gespaltenen Persönlichkeiten unter uns) auf die Spur der Schlange. Wenn ich anfange zu suchen, finde ich sicher auch noch haufenweise Illus dazu :

Literatopia: Hast Du ein Lieblingsbuch, das Du unseren Lesern empfehlen würdest?

Tanja Meurer: Zu viele ;) Zu meinen ersten Favoriten gehörten Astrid Lindgrens „Brüder Löwenherz“, aber auch John Bells „In der Hitze der Nacht“ (ja, ich fahre auf Schwarze ab – sowas von ;)) und „Die Gruft mit den Rätselschlössern“ von Edgar Wallace. Heute gehört Hesse zu meinen Lieblingsautoren, George Mann natürlich, George R.R. Martins „Fiebertraum“ und verdammt viele schwule Krimis von Laurent Bach, Josh Lanyon, Joseph Hansen und Michael Nava. Horror natürlich, Steampunk und Sachbücher. Da ist mein Favorit Matthias Blazek. Er ist ungeschlagen in meinen Augen, weil er Kriminalhistorik hinbekommt, ohne die Meinung des Lesers zu beeinflussen. Derzeit lese ich die Haarmann-Protokolle. Das sind wirklich die Vernehmungsunterlagen von 1925. Genial :)

Literatopia: Deine Frau Juliane Seidel schreibt und veröffentlicht ebenfalls Romane. Lest Ihr Eure Werke gegenseitig bereits in der Entstehungsphase und gebt Euch Feedback?

rebellTanja Meurer: Nein, eigentlich nur dann, wenn eine die Sachen der anderen lektoriert. Bei 9 mm war das so, aber im Regelfall nein.

Jule spricht aber gerne die Inhalte ihrer Bücher oder Kurzgeschichten durch. Bei unseren alten Comics war es wiederum üblich, dass wir zusammensaßen und plotteten.

Literatopia: Auf deviantart.com kann man einige Zeichnungen von Dir bewundern. Viele erinnern leicht an einen Manga – hast Du überlegt, eine Deiner Geschichten einmal graphisch umzusetzen?

Tanja Meurer: Hehehehe, Manga, wie? Das ist gerade der Stil, mit dem ich meine Sachen am wenigsten vergleichen will. Aber ja, es gibt einen angefangenen Comic zu Darkside (wozu es in der aktuellen Anthologie „Like a Dream“ (Herausgegeben von Juliane Seidel) eine kleine Sidestory gibt. Damals habe ich für das XIMAG-Magazin den Comic angefangen. Leider gab es nur ganze 2 Ausgaben davon.

Literatopia: Wie aktiv bist Du als Autorin im Internet? Suchst Du den direkten Kontakt zu Deinen Fans?

Tanja Meurer: Wenn ich kann und Zeit habe, bin ich gerne nah und dicht an meinen Fans, auch wenn die nicht so dicht gesät sind ;) Scherz beiseite. Das Interview auszufüllen, hat schon sehr lang gedauert, soll heißen, ich habe wenig Zeit für Netzaktivitäten (jeden 2. Sonntag, wenn es hoch kommt). Die meisten Sachen versuche ich über das Handy anzufangen, aber ich bin Vollzeitkraft und aus dem Bauwesen, da geraten die Arbeitszeiten öfter aus dem Rahmen – und letzten Endes bin ich auch Teil des Homonale-Filmteams, dem queeren Filmfestival in Wiesbaden und gehöre zu QUEER gelesen, dem queeren Lesefestival in Mainz. Dazu kommen zeitweilig Cons und Messen zum Promoten unserer Bücher und / oder QUEER gelesen, sowie soziale Aktionen im Bereich der Akzeptanz für mehr sexuelle Vielfalt. Und nebenbei sind dann noch Haushalt, Tiere, Schreiben, Zeichnen, …

Literatopia: Kannst Du uns schon etwas über den zweiten Band der „Stadt der Maschinenmagie“ verraten? Und hast Du bereits Pläne für danach?

Tanja Meurer: Es geht nahtlos weiter – klar, war ja mal ein Buch ;)
Vorsicht, Spoiler!

Hinter den Mauern der ausgebrannten Anstalt Jarvaise lauert die Finsternis und unter der Stadt schlägt ihr mechanisches Herz. Jaleel, Gwenael und seine Schwester Desirée begegnen dem Ursprung der Experimente um Stahl und Lebensenergie: Jarvaise Cordellier, einem Leichnam, der von seiner Tochter Gaëlle durch gestohlene Seelenkraft am Leben erhalten wird. Aber der Tod von Jarvaise und seiner Tochter ist nicht das Ende. Gaëlles Netzwerk ist weitreichend. Weiterhin sterben Menschen und Valvermont wird binnen einer Nacht von Fleischpuppen überrannt. Gwenael weiß, dass er mit seinen Gefährten gegen die Zeit arbeitet, denn die Maschinerie unter der Stadt hat sich verselbstständigt und das dunkle Herz beginnt wieder zu schlagen.

Die Reihe soll – wenn alles gut geht – weitergehen. Das Ende des zweiten Buches leitet den zweiten Fall ein, der sich mit Èlodie Rollier befasst. Es geht um sie, den Observateur und das Prinzenhaus.
Aber da sind auch noch andere Bücher in der Pipeline :)

Literatopia: Herzlichen Dank für das schöne Interview!

Forever meurer


Autorenfotos: Copyright by Juliane Seidel (oben) und Kira Wolf-Marz (unten)

Illustrationen: Copyright by Tanja Meurer

Foto der Steampunk-Ratte Rudi: Copyright by Toni Reintelseder (www.ars-vaporis.de)

Rezension zu "Die Stadt der Maschinenmagie - Die Seelenlosen" (Band 1)


Dieses Interview wurde von Judith Madera für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 24. November 2016
 

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