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Elric. Der Blutthron (Michael Moorcock)
Geschrieben von Almut
Montag, der 21. November 2016

moorcock elric1

Mantikore 2016
Originaltitel: Elric of Melnibone and Other Stories (2013)
Übersetzung von Jan Enseling
Taschenbuch, 520 Seiten
€ 14,95 [D] | € 15,40 [A] | CHF 21,90
ISBN 978-3-945493-64-9

Genre: Fantasy


Inhalt

Michael Moorcock: Eine Einführung (John Clute) S.7 | The Michael Moorcock Collection: Eine Einführung (Michael Moorcock) S.17 | Die Rückkehr des bleichen Fürsten (Alan Moore) S.31 | Am Anfang S.41 | Mit einem Schlagwort versehen S.42 | Herr des Chaos S.49 | Elric: Aufstieg eines Zauberers S.71 | Und so lernte der große Herrscher S.247 | Elric von Melniboné S.253 | Aspekte der Fantasy (1) S.481 | Elric von Melniboné: Einführung zum Comic von 1986 S.493 | El Cid und Elric: Unter dem Bann! S.499 | Ein Interview mit Michael Moorcock S.503 | Quellennachweise S.509


Rezension

Michael Moorcock ist einer der wichtigsten Autoren der britischen Fantasy und Science Fiction. Für sein Werk hat er zahlreiche Preise erhalten, darunter den Hugo Award, den Nebula Award, den World Fantasy Award, den Whitbread Book Award und den Guardian Fiction Prize. Im Jahr 1999 kam der World Fantasy Life Achievement Award hinzu, 2001 wurde Moorcock in die SF Hall of Fame aufgenommen, 2007 zum SFWA Grandmaster der Science Fiction & Fantasy Writers of America ernannt.

Der britische Gollancz Verlag hat eine Werkausgabe von Michael Moorcock im Programm, an der der Autor mitwirkt. Sie ist differenziert nach Reihen mit Hauptfiguren. Zwar kann jede Reihe für sich gelesen werden, aber es gibt multiple Verbindungen zwischen ihnen. Vermutlich wäre das Werk von Moorcock ideal geeignet für eine Hypertext-Ausgabe.

Michael Moorcocks erzählerischer Kosmos weist eine Vielzahl von Bausteinen auf. Darunter befinden sich drei wichtige konzeptionelle Elemente: (1) Das Multiversum als eine unendliche Reihe von Paralleluniversen, zwischen denen es Verbindungen gibt. (2) Die Auseinandersetzung zwischen Ordnung und Chaos, die Umformung des Chaos in geordnete Strukturen. (3) Der „Eternal Champion“, der seine Wurzeln in der heroischen Fantasy beziehungsweise Sword and Sorcery hat. Er taucht in verschiedenen Instanzen, darunter Graf Aubec und Elric von Melniboné, im Multiversum auf und trägt bei zur Durchführung des Gesetzes vom Kosmischen Ausgleich zwischen Ordnung und Chaos.

Elric von Melniboné ist Moorcocks bekannteste Instanz des „Eternal Champion“, ein vielschichtiger – stimmungsabhängiger, blasser, eleganter, drogenabhängiger – Herrscher mit einem ambivalenten Verhältnis zur Macht. Elric wird als Frauenmörder bezeichnet, weil seine Mutter bei seiner Geburt gestorben ist. Sein Vater gibt ihm daran die Schuld, weshalb er ungeliebt aufgewachsen ist.

Der Verlag Mantikore hat aus der englischen Werkausgabe gerade den ersten Band über Elric in deutscher Übersetzung herausgegeben. Auf den ersten Blick mutet das Buch wie eine schwer verdauliche Sammlung von Vorworten, Einführungen, Essays, Kurzgeschichten, Textvorlage für eine Graphic Novel und Roman an. Aber wer sich darauf einlässt, bekommt sehr viel geboten. Wir erhalten einige grundlegende Informationen, die Welt von Melniboné wird schön entwickelt, wir lernen Elrics Reich kennen, seine Verbündeten und Feinde, die Runenschwerter Sturmbringer und Trauerklinge. Die erzählerische Welt nicht nur des Romans Elric von Melniboné wird so verständlicher und gewinnt an Komplexität.

Mit zunehmender Stärke der Menschen und der jungen Königreiche ging die Macht von Melniboné zurück, das einst die Welt beherrschte und nun allein die Dracheninseln, das frühere Machtzentrum. Seine Bewohner sind grausam und dekadent geworden, praktizieren Sklaverei und Folter, leben allein für ihr Vergnügen. Elric VIII., 428. Zauberer-Herrscher von Melniboné, einziger Sohn von Sadric 86., hat im Gegensatz zu den meisten anderen Bewohnern des Reiches ein Gewissen, er hinterfragt sein Handeln und seine Motive. Elric liebt seine Kusine Cymoril. Er will Melniboné wieder zu Ansehen verhelfen, Werte etablieren, lehnt Macht und Grausamkeit ab. Cymoril unterstützt ihn in seinem Anliegen, aber ihr Bruder Yyrkoon versucht den für schwach gehaltenen Herrscher während einer Seeschlacht zu ermorden und den Thron zu übernehmen. Der Meereskönig Straasha rettet Elric, weil das Schicksal ihm eine Aufgabe zugewiesen hat. Yyrkoon entführt Cymoril und flieht.

Elric geht einen Vertrag mit dem Chaos-Fürsten Arioch ein. Er schwört diesem Treue, wenn er ihm hilft, Cymoril zu finden. Der Preis, den Elric Arioch zahlen muss, setzt sich zusammen aus Elrics Loyalität sowie einer Sphären-Durchlässigkeit, die dem Chaos Zugang zur materiellen Welt gibt. Auf der Suche nach Yyrkoon gelangt Elric in den Besitz des dämonischen Runenschwerts Sturmbringer. Mithilfe von Sturmbringer gelingt es Elric, Yyrkoon zu besiegen. Überraschend überlässt er ihm den Thron für ein Jahr, während er die jungen Königreiche erkunden und die Welt außerhalb Melnibonés kennenlernen will. Später will er zurückkommen, und seine Erfahrungen und Erkenntnisse nutzen, um Melniboné zu einem besseren Ort zu machen.

Der Roman Elric von Melniboné ist das Kernstück des Buchs. Er erzählt von der frühen Zeit Elrics, in der dieser sich zum würdigen Herrscher entwickeln muss. Elric erweist sich als ein Protagonist mit Schwächen, einem Hang zur Schicksalshaftigkeit und zur Nachdenklichkeit, die gelegentlich Entscheidungsprobleme verstärkt. Elric passt eigentlich nicht in seine oberflächliche, dekadente und grausame Umgebung. Zu grausamen Handlungen ist er aber durchaus imstande. Der zweite Beitrag in Romanlänge ist die Textvorlage für die Graphic Novel Elric: Aufstieg eines Zauberers. Sie zeigt, wie Moorcock sich Elric und die visuelle Darstellung der Geschichte (einschließlich der Orientierung an zwei Hollywood-Stars) vorstellte. Darüber hinaus bietet sie Einblicke in den Zusammenhang des erzählerischen Kosmos‘, den Weltenbau und verschiedene Details, wie das Schwarze Schwert und das Gesetz des Kosmischen Gleichgewichts.

Die Geschichte spielt während der Herrschaft Sadrics. Elric begibt sich auf vier Traumsuchen, deren Ergebnis zeigt, ob er als Thronnachfolger geeignet ist. Er bereitet sich darauf vor, indem er in Zusammenarbeit mit seinem Doktor Krummbein eine angenehme Atmosphäre erzeugt, zu der eine Entspannungsphase gehört, gefolgt von der eigentlichen Traumsuche und der anschließenden langsamen Rückkehr in die Realität. Jede dieser Traumsuchen ist eine Fantasiegeschichte, in der Elric etwas über sich und seine Welt erfährt und wir etwas über Elric. Strukturiert sind die vier Suchen nach der Vier-Elemente-Lehre des Seins in Feuer, Wasser, Erde und Luft. Die auf diesem Script basierenden vier DC-Comics sind von 2004 bis 2006 veröffentlicht worden. Wer die Comics bereits kennt, kann diesen Text als in Teilen vertiefenden Kommentar lesen. Insbesondere jedoch legt Moorcock in diesem Text die logische Struktur des Elric-Universums offen, bis hin zu den Verbindungen aus Naturphilosophie und Esoterik.

Die Kurzgeschichte Herr des Chaos hat den Grafen Aubec von Malador zur Hauptfigur, eine Instanz des „Eternal Champion“. Aubec ist ein Mensch aus den jungen Königreichen, der lange vor Elric gelebt hat. In einem Kampf gegen das Chaos, den er in einer Traumwelt führt, dehnt er den Bereich der Ordnung aus. Ihm ist diese Aufgabe jedoch nicht bewusst. Die Aufnahme dieser Geschichte in das Buch ist insoweit sinnvoll, als der Zusammenhang von Ordnung, Chaos, kosmischem Gleichgewicht und Traumwelten hier auf klare Weise in einer schönen Geschichte vermittelt wird. Motive aus dieser Geschichte werden in Elric-Texten wieder aufgegriffen. So trägt Elric das Schwarze Schwert Aubecs, bevor er Sturmbringer findet.

Will man die Elric-Saga vollständig lesen, sieht man von einer zufälligen Lektürefolge ab, bieten sich zwei chronologische Möglichkeiten an. Die äußere Chronologie folgt der Veröffentlichungsreihenfolge, die innere orientiert sich an Elrics Leben. Die äußere Chronologie ist insoweit interessant, als Moorcock eine Entwicklung als Schriftsteller durchlief, die so sichtbar wird. Die bei Gollancz unter Federführung Moorcocks vorgenommene Einordnung, in der von diesem präferierten Reihenfolge bietet eine gute Orientierung. Das Interview am Ende des Buchs findet sich nicht im englischen Original. Es wurde exklusiv vom Verlag für diese Publikation geführt. Auffällig daran ist zwar, dass die Fragen oft länger sind als die Antworten. Aber der etwas wortkarg wirkende Michael Moorcock bietet den Lesern darin dennoch eine Reihe interessanter Informationen.


Fazit

Der erste Band der Werkausgabe Michael Moorcocks, Elric. Der Blutthron, bietet eine hervorragende Einführung in den Erzählkosmos, der um den Albino-Herrscher Elric von Melniboné angelegt ist, einen, wenn nicht den, Prototypen des Anti-Helden der „Sword and Sorcery“-Fantasy.


Pro und Kontra

+ ein Spiegel, der Erinnerungen aufsaugt
+ dämonische Schwerter mit Eigenleben und den schönen Namen Sturmbringer und Trauerklinge
+ ein übernatürliches Segelschiff, das zu Wasser und zu Lande fahren kann, als Ausdruck der friedlichen Koexistenz der Herrscher zweier Elemente
+ das Wechselspiel zwischen Chaos und Ordnung
+ doppelseitige Landkarten, Illustrationen
+ als Bonusmaterial ein Interview des Verlags Mantikore mit Michael Moorcock

Wertung: sterne5

Handlung: 5/5
Charaktere: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 21. November 2016
 

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