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Der Krieg der Knirpse: Bd.3 – 1916 Der Steinhaufen ( Régis Hautière, Hardoc)
Geschrieben von Markus
Mittwoch, der 23. November 2016

Verlag: Panini; (November 2016)
Gebundene Ausgabe: 56 Seiten; 14,99 €
ISBN-13: 978-3957988225

Genre: Historik/ Drama


Klappentext

1916
Noch immer sind die Knirpse Lucien, Lucas, Luigi, Ludwig und ihre Freundin Luce auf der Flucht vor den deutschen Truppen. Nach dem tragischen Tod ihres väterlichen Freundes Hans, beschließen die Waisenkinder ihren Unterschlupf im Wald aufzugeben, da die Kriegsfronten immer näher rücken. Eine der größeren Städte scheint ihnen die beste Zuflucht vor den Kämpfen, marodierende Soldaten und dem herannahenden Winter bieten zu können – aber der Weg dorthin ist weit und gefährlich, außerdem sind alle Städte in der Nähe von den deutschen Soldaten besetzt....


Rezension

Die Lulus haben ihren besten Freund verloren – den deutschen Soldaten Hans. Er wurde von einem Engländer unnötigerweise getötet. Nun stehen sie wieder allein da und müssen versuchen zurecht zu kommen. Sie beschließen ihren Unterschlupf zu verlassen, um so den erwarteten Gefechten in ihrer Nähe zu entkommen. Nach Tagen treffen sie auf eine Hütte im Wald, in der der alter Mann Gaston wohnt. Der alte Holzschuhmacher ist bärbeißig, hilft ihnen jedoch weiter. Lucas bekommt von ihm neue Schuhe geschenkt und sie erhalten Essen von ihm. Er gibt ihnen den Rat nach Guise zu gehen und sich vor den Deutschen in Acht zu nehmen. Zunächst finden sie kurz vor Guise eine Unterkunft und sie nutzen die Gelegenheit, um sich die Stadt erst einmal anzusehen. Als sich Luigi verletzt, finden sie in einer alten Wohnanlage, dem Steinhaufen, einen neuen Ort zu bleiben, an dem sich Luigi ausruhen kann. Jedoch ist dies auch keine endgültige Lösung und sie beschließen in die Schweiz zu fliehen.

Régis Hautière und Hardoc erzählen ihre Geschichte der Lulus und Luce weiter und sie setzen weiterhin nicht auf den großen Effekt und auf die großen Kämpfe, sondern bleiben bei ihrem Ansatz eine kleine, aber zutiefst menschliche Geschichte zu erzählen, in der die Kinder die Hauptrolle spielen und nicht Erwachsene. Sie zeigen den harten Weg, den sie nehmen müssen, um zu überleben und einen Weg in die Sicherheit eines geschützten Ortes zu finden. Die Autoren erweitern ihre Erzählung dabei durch die Dazunahme eines weiteren Handlungselement. Zum ersten Mal kommen die Kinder in Kontakt mit den Deutschen. Bis auf Hans waren sie nämlich bisher keinem wirklich begegnet. Ebenso treffen sie auf mehrere Erwachsene, die ihnen mal mehr oder weniger gesonnen sind. Der erste, den sie treffen, ist Gaston. Ein verschlossener, rauher Mann, der zuerst abschreckend auf sie wirkt, ihnen dann jedoch hilft. An ihm zeigen die Autoren sehr schön die Vorurteile, die sich in Zeiten des Krieges bilden und mit etwas Fürsprache ein wenig beseitigt werden können. Im Steinhaufen selbst treffen sie dann auf weitere Menschen, die ihnen helfen und sie verstecken.
Ebenso gibt es deutsche Soldaten, die erneut nicht einfach in einem schlechten Licht dargestellt, sondern durchaus differenziert gezeigt werden. Bei Der Krieg der Knirpse sind sie nicht einfach grausam, sie haben ihre eignen Sorgen und Ängste. Das blitzt zwar nur kurz auf, aber dafür intensiver. Der Krieg der Knirpse bleibt menschlich und vor allem wertfrei, was die verfeindeten Parteien angeht. Bei ihnen ist keine Seite besser oder schlechter als die andere.
Die Kinder haben sich weiterentwickelt und wirken erwachsener und so kommt es nun auch zu inneren Konflikten. Vor allem Lucien und Luigi reiben sich aneinander und stehen in Konkurrenz, da sie jeweils versuchen Luce zu beeindrucken.

All dies vermengt Régis Hautière zu einem weiteren spannenden Kapitel der Kinder in den Wirren des Ersten Weltkrieges und er unterfüttert es mit Informationen und Fakten der Geschichte, die als Fußnoten eingebunden sind. So entsteht ein sehr anschauliches Bild der Situation der Kinder und der Leser kann mit ihnen mitfiebern und um sie bangen. Die letzte Sätzen lassen dann für das Ende der Reise Böses erahnen und ungeduldig auf den nächsten Band warten.

Hardocs Zeichnungen beinhalten erneut eine gewisse Leichtigkeit, wirken in Der Steinhaufen passend zum Inhalt jedoch etwas düsterer. Die „leichten“ Zeiten für die Lulus sind vorbei und so müssen sich die Zeichnungen ebenfalls ändern und anpassen. Genau das tut Hardoc. Sein Stil ändert sich nicht, glücklicherweise, denn dies wäre eine Schande, aber auf seine Art lässt er alles dunkler und bedrohlicher wirken. Hier ist zu sehen, wie gut er mit Perspektive und Panelaufteilung umgehen kann. Er weiß ganz genau, wie seine Zeichnungen die Geschichte am Besten unterstützen können. Es wäre toll, wenn es im nächsten Band einen Blick in sein Skizzenbuch geben würde. Die Reihe hätte es definitiv verdient.


Fazit

Mit Der Krieg der Knirpse – Der Steinhaufen erweitern Hautière und Hardoc das Bild, das sie vom Ersten Weltkrieg entwerfen. Die Geschichte wird durch die Einbindung der deutschen Soldaten und anderer Erwachsener düsterer, jedoch verlassen sie nicht ihren eingeschlagenen Weg und ihre Geschichte bleibt zutiefst menschlich, verteufelt niemanden und ist eindeutig ein Plädoyer gegen den Krieg.


Pro & Contra

+ die Handlung wird erweitert0
+ weiterhin sehr gute Geschichte
+ zutiefst menschlich

Bewertung:

Charaktere: 4/5
Handlung: 4,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Régis Hautière und Hardoc:

Rezension zu Der Krieg der Knirpse Bd.1
Rezension zu Der Krieg der Knirpse Bd.2

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 23. November 2016
 

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