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Anno Salvatio 423 – Der gefallene Prophet (Tom Daut)
Geschrieben von Swantje
Samstag, der 25. März 2017

Papierverzierer (Februar 2017)
Taschenbuch
544 Seiten, 14,95 EUR
ISBN: 978-3-959623025

Genre: Science Fiction/ Fantasy


Klappentext

Das Gelobte Land - eine finstere Zukunft aus gigantischen Städten und gewaltigen Kathedralen, beherrscht vom unsterblichen Papst Innozenz XIV. Mit seiner Gefolgschaft aus Engeln, übersinnlich begabten Inquisitoren, Exorzisten und Priestern predigt er seit 423 Jahren die neuen Zwölf Gebote und merzt jeden Widerstand unter seinen Gläubigen gnadenlos aus. Der Straßenpriester Desmond Sorofraugh ist mit weit mehr Heiligem Geist, der magischen Kraft Gottes, gesegnet als seine Brüder. Von Geburt an gezwungen, diese verbotenen Talente zu verbergen, lockt ihn eines Tages eine geheimnisvolle Nachricht in den Untergrund seiner Heimatstadt. Dort bietet sich ihm Veneno Fate, gefallener Prophet und meistgesuchter Aufrührer des Landes, als Mentor an. Ein Bündnis würde Desmond zur Hoffnung der Unterdrückten werden lassen, könnte jedoch auch Entdeckung, Folter und Tod bedeuten. Aber kann er den Untergrund an der Seite des Propheten wirklich vor den Intrigen der Kirche schützen? Und was hat es mit dem geheimnisvollen Iskariot auf sich?


Rezension

In einer düsteren Zukunft werden die Einwohner des „Gelobten Landes“ von einer allmächtigen katholischen Kirche angeführt, die alle Regierungsgewalten in sich vereinigt. Während die ranghöchsten Priester in Luxus schwelgen, ist das Leben der meisten Menschen in den Megametropolen ärmlich und trostlos, die Überwachung allgegenwärtig. An der Spitze der Kirche steht Papst Innozenz XIV., der eine besondere Verbindung zu einer Wesenheit hat, die sich zwar Gott nennt, aber weder allwissend noch allmächtig ist – und alles andere als gütig. Auch die Engel, die seinen Willen ausführen, sind eher unheimliche Gestalten.

Der junge Straßenpriester Desmond Sorofraugh ist jeden Tag mit dem Elend der Menschen und der Korruption innerhalb der Kirche konfrontiert, aber hat sich trotzdem seinen Glauben und Idealismus bewahrt. Er muss jedoch ständig auf der Hut sein, denn der „Heilige Geist“ – die Kraft, die es Priestern erlaubt, telepathische Verbindungen zu knüpfen, Gegenstände mit ihrem Geist zu bewegen oder die Körper anderer Menschen zu binden – ist in ihm stärker, als sie sein sollte. Sein Onkel Ephraim, der in der Kirchenhierarchie über ihm steht und hofft, die Kirche von innen heraus verändern zu können, tut sein Bestes, um ihn zu schützen.

Doch im Gelobten Land wächst die Unruhe: Eine Prophezeiung um einen Erwählten, der womöglich den Papst herausfordern wird, verbreitet sich wie ein Lauffeuer und Desmond wird von einer sonderbaren Untergrundgemeinschaft kontaktiert. Auch erhält er zunehmend Befehle, die er nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Schließlich entscheidet er sich, sich auf die Suche nach den „Ketzern“ zu machen, die in verborgenen Kavernen leben. Er beginnt ein gefährliches Doppelleben als Priester und Teil ihrer Gemeinschaft. Doch sie heißen ihn keineswegs einhellig willkommen. Selbst der Mann, der ihn hergerufen hat – Iskariot – scheint ihn nur als Mittel zu einem geheimnisvollen Zweck zu betrachten, und schließlich kommt es zum Bruch zwischen ihm und Desmond.

Dafür aber scheint der charismatische Widerstandskämpfer Veneno Fate etwas Besonderes in Desmond zu erkennen und wird zu seinem Mentor. Venenos mitreißende Art verdeckt nicht zur Gänze, dass er eine gewisse moralische Ambivalenz mitbringt: So macht es ihm z.B. wenig aus, wenn seine Anhänger sich für ihn opfern. Gemeinsam wagen er, Desmond und dessen Freund, der draufgängerische Schmuggler und Technologie-Experte Daniel, eine Reihe abenteuerlicher Missionen, um das Leben der Ketzer leichter zu machen und sie vor der Kirche zu schützen. Desmonds Onkel Ephraim unterstützt sie dabei und es gelingt ihnen mehrfach, der Geistlichkeit ein Schnippchen zu schlagen. Doch dann stellt sich heraus, dass inmitten der Ketzergemeinde eine tödliche Gefahr lauert.

Die Grundidee von „Der gefallene Prophet“ ist keineswegs originell und die meisten Kirchenmänner sind klischeehaft und oft karikaturenhaft böse dargestellt. Gerade Innozenz ist ziemlich überzeichnet. Allerdings bietet das Setting reichlich Stoff für Konflikte und wirft einige interessante Fragen auf (Was hat es mit Gott und dem „heiligen Geist“ auf sich? Wie sieht es außerhalb des Gelobten Landes aus?) die zum Teil wohl erst in den Folgebänden beantwortet werden. Tom Daut gelingt es, eindrucksvolle Bilder seiner bedrückenden Megastädte heraufzubeschwören und er nutzt das Potenzial einer Welt, in der fortgeschrittene Technologie und eine Art Magie nebeneinander existieren, voll aus, wenn er Kämpfe und Verfolgungsjagden schildert. Und von denen gibt es reichlich.

Die Handlung ist durchgängig spannend, aber wirkt manchmal ein wenig ziellos. Dieses Gefühl der Desorientierung beim Lesen rührt vielleicht daher, dass hin und wieder neue Figuren und Konflikte eingeführt werden, die nicht vorbereitet oder angedeutet wurden, obwohl es reichlich Möglichkeiten dafür gegeben hätte. Auf der anderen Seite gibt es ein paar Andeutungen, die etwas zu viel verraten – es ist nicht unbedingt eine gute Idee, eine Figur, die etwas zu verbergen hat, „Iskariot“ zu nennen. Doch dies sind Makel, über die sich hinwegsehen lässt.


Fazit

„Anno Salvatio – Der Gefallene Prophet“ ist der Auftakt einer auf fünf Bände angelegten Serie um eine finstere Zukunft, in der die Kirche mithilfe von Magie und futuristischer Technologie regiert. Diese Grundidee und das Portrait der Kirche sind nicht gerade originell und die Handlung hätte hier und da etwas sorgfältiger konstruiert sein können. Jedoch sorgen die Ergänzung von Magie, kompetente Protagonisten in spannenden, konfliktreichen Situation und vor allem bildgewaltig geschilderte Schauplätze und rasante Action trotzdem für eine Menge Lesespaß.


Pro und Contra

+ Setting mit Potenzial für spannende Konflikte
+ elegantes Miteinander von Magie und Technologie
+ bildgewaltig
+ rasante Action

- neue Konflikte und Figuren nicht ausreichend vorbereitet, was Handlung teilweise etwas ziellos wirken lässt
- einseitig negative Antagonisten

Wertung:

Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 3,5/5


Interview mit Tom Daut

Rezension zu "Anno Salvatio 423 - Das Licht der Ketzer" (Bd. 2)

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 17. April 2017
 

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