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Goddess of Poison – Tödliche Berührung (Melinda Salisbury)
Geschrieben von Nicole
Freitag, der 31. März 2017

Salisbury M Goddess of Poison

Bloomoon Verlag, 1. Auflage, September 2016
Gebundene Ausgabe, 350 Seiten,
17,99 Euro [D] | 18,50 Euro [A]
ISBN-13: 978-3-845-81513-8
Titel der Originalausgabe: The Sin Eater’s Daughter

Genre: Fantasy


Klappentext

Ich bin die perfekte Waffe. Ich töte mit nur einer einzigen Berührung.

Twylla ist gesegnet. Die Götter haben sie ausgewählt, einmal die Frau des Kronprinzen zu werden und an seiner Seite das Land zu regieren. Aber die Gunst der Götter hat ihren Preis: Unter Twyllas Haut fließt giftiges Blut. Wer bei der Königin in Ungnade fällt, den muss Twylla mit ihrer Berührung töten.

Nur Lief, ihr neuer Wächter, blickt hinter Twyllas Fassade aus Angst und Pflichterfüllung und erkennt das Mädchen, das sie in Wahrheit ist.

Doch die Wahrheit kann gefährlich sein und die Grundfesten eines ganzen Landes erschüttern ...


Die Autorin

Melinda Salisbury lebt im Süden Englands am Meer. Als Kind war sie davon überzeugt, dass das Buch Matilda von Roald Dahl ihre Biografie war. Zu diesem Irrtum maßgeblich beigetragen hat ihr Großvater, der Melinda in seiner Zerstreutheit oft Matilda nannte. Zu ihrem Bedauern hat sie selbst nie telekinetische Fähigkeiten entwickelt. Melinda liebt es zu reisen und Abenteuer zu erleben. Außerdem mag sie mittelalterliche Burgen, nicht-mittelalterliche Aquarien, Richard III. und alles, was aus Skandinavien kommt. Goddess of Poison ist ihr erster Roman.


Rezension

Die siebzehnjährige Twylla lebt ein trauriges Schicksal. Zwar lebt sie als Verkörperung der Göttin Daunen in Luxus und soll einmal den Kronprinzen heiraten, doch dafür muss sie einen teuren Preis zahlen: einmal im Monat muss sie Gift trinken, das ihre Berührung tödlich werden lässt, und die zu Tode verurteilten hinrichten. Aus Angst, jemanden fälschlich zu berühren, stößt sie alle Menschen von sich. Nur ihre Wächter lässt sie an sich heran. Twyllas eintöniges Leben ändert sich schlagartig, als ihr ein neuer Wächter zugeteilt wird. Frech und mit unwiderstehlichem Lächeln drängt er sich in Twyllas Leben und zieht ihr Schicksal in Zweifel. Twyllas Welt gerät aus den Fugen. Wem kann sie noch glauben? Wem vertrauen? Zu allem Übel kehrt auch Thronprinz Merek zurück und drängt auf eine baldige Hochzeit. Nach und nach deckt Twylla die mörderische Intrige auf, auf der das Land Lormere aufgebaut ist und deren Grundfesten sie zu erschüttern sucht.

Goddess of Poison – Tödliche Berührung lockt den Leser mit einem ansprechenden Cover und einen Klappentext, der zugleich mysteriös und interessant klingt. Zwar ist ein Mädchen mit tragischem Schicksal nichts Neues, aber die Prämisse mit Twyllas tödlicher Berührung bietet einen spannenden Auftakt.

Tatsächlich beginnt der Roman vielversprechend. Twylla scheint eine einsame, unglückliche junge Frau zu sein, die von der Königin in einem goldenen Käfig gehalten wird. Leider kann Twylla auf längere Sicht kaum überzeugen – zu weinerlich, zu passiv ihr Charakter. Zwar sieht sie das Unheil, aber aktiv etwas dagegen unternehmen tut sie nicht. Immer wieder gibt es Abschnitte, in denen sie darüber referiert, wie einsam sie ist und das keiner sie mag. Allerdings hat sie selbst dazu beigetragen, die Diener im Schloss in Angst und Schrecken zu versetzen. Dies wird mit noblen Absichten begründet, schließlich möchte Twylla niemanden aus Versehen berühren und somit seinen qualvollen Tod herbeiführen. Auf die simple Lösung, Handschuhe anzuziehen, kommt dabei niemand. Auch tut sie den Tag kaum etwas außer in Selbstmitleid zu versinken, sticken und beten. Dabei langweilt sie sich schrecklich. Dabei hätte sie zum Beispiel lesen lernen können oder ein Instrument. Irgendetwas. Twyllas anstrengende Passivität zieht sich aber nicht nur durch Twyllas Leben, sondern auch durch die Handlung, denn nichts erarbeitet sich Twylla selbst. Stattdessen ist sie eine Beobachterin in ihrem eigenen Leben. Wenn sie denn handelt, ist es grundsätzlich impulsiv und ohne sich über die Konsequenzen Gedanken zu machen. Dies ist gerade nach Jahren im Schloss, unter dem wachsamen Blick der grausamen Königin kaum nachzuvollziehen.

Die anderen Charaktere besitzen ebenfalls wenig Tiefe. Die böse Königin ist sadistisch, hinterhältig und manipulativ. Die beiden männlichen Protagonisten erfüllen wandelnde Klischees. Leider ließ es sich Salisbury nicht nehmen, das überstrapazierte Thema des Liebesdreiecks aufzuwärmen. So steht die naive, unentschlossene Twylla zwischen zwei attraktiven Männern und zwischen zwei Schicksalen.

Trotz des Liebesdreiecks, der tödlichen Berührung und der bösen Königin bleibt die Handlung fad. Ab und an stirbt eine der unwichtigen Nebenfiguren, Twylla lernt Lief kennen, Marek kommt hinzu, Geheimnisse werden aufgedeckt und Twyllas Leben auf den Kopf gestellt. Dennoch bleibt sie davor recht unberührt. Während Marek aktiv versucht, gegen seine Mutter vorzugehen, läuft die Rebellion in Twyllas Herzen kaum merklich ab. Ein paar Gespräche später ist das Ende des Buches erreicht. Dieses wird dann auch schnell und ohne dramaturgische Kniffe abgearbeitet. Hinzu kommen noch Logiklücken und lächerliche Details, so trägt zum Beispiel eine Figur nach einem Schwertkampf einen winzigen Kratzer davon, der nicht tief genug ritzt, um zu bluten. Dafür sitzt an der Stelle bereits wenig später ein großer Bluterguss.

Faszinierend hingegen sind einige Legenden, die im Hintergrund erzählt werden oder die Umsetzung des Beerdigungsritus. Hier erfindet Salisbury den Brauch des Sündenessens, bei dem eine erwählte Sündenesserin nach dem Tod eines Menschen Speisen essen muss, damit die Seele des Verstorbenen Ruhe finden kann. Die Sünden werden dabei durch verschiedene Getränke und Gerichte symbolisiert.


Fazit

Melissa Selisburys Goddess of Poison – Tödliche Berührung bietet auf den ersten Blick eine faszinierende Hauptfigur und eine viel versprechende Geschichte. Leider ist die Umsetzung enttäuschend. Eindimensionale Figuren, eine träge Handlung und eine Hauptfigur, die es nicht schafft, Sympathien zu wecken, machen Twyllas Geschichte zu einem drögen Leseerlebnis. Sprachlich bewegt sich Salisbury ebenfalls im Mittelmaß und kann nicht wirklich Eindruck hinterlassen.


Pro/Contra

+ Grundidee
+ Welt
+ Legenden

- schwache Charaktere
- unnötiges, schwaches Liebesdreieck
- langweilige Handlung
- Ende kann nicht überzeugen

Bewertung: stern2

Charaktere: 2/5
Handlung: 2/5
Lesespaß: 2/5
Preis/Leistung: 1/5

Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 31. März 2017
 

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