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Stadt der tanzenden Schatten (Daniel José Older)
Geschrieben von Swantje
Donnerstag, der 01. Juni 2017

Carlsen (Mai 2017)
Originaltitel: Shadowshaper
Übersetzerin: Sophie Zeitz
Hardcover
304 Seiten, 16,99 EUR
ISBN: 978-3-551-58360-4

Genre: Urban Fantasy/ Jugendbuch


Klappentext

Endlich Sommer. Sierra freut sich auf entspannte Tage mit ihren Freunden und auf ihr erstes großes Kunstprojekt: ein Drachen-Wandbild. Doch als bei einer Party ein Toter auf sie zustolpert, ihr Großvater plötzlich wirres Zeug redet und eins der Porträts an Brooklyns Häuserwänden Tränen weint, ist klar, dass diese Ferien alles andere als entspannt werden. Durch den Sprayer Robbie erfährt Sierra auch warum: Sie gehört zur geheimen Zunft der »Shadowshaper«, d.h. sie kann mit den Geistern ihrer Ahnen Bilder zum Leben erwecken. Aber jemand hat es auf Leute wie sie abgesehen!


Rezension

In Sierras New Yorker Viertel – einer Gegend, wo die meisten Menschen lateinamerikanische oder afrikanische Vorfahren haben – ist Kunst allgegenwärtig: Schüler liefern sich Rap-Battles, Sierras Bruder spielt in einer Band, ihr Großvater war ein meisterhafter Geschichtenerzähler, bevor ihn ein Schlaganfall getroffen hat, und Sierra selbst ist eine so begabte Malerin, dass sie mit der Aufgabe betraut wird, mit einem riesigen Wandbild auf der Fassade eines Neubauturms zu zeigen, dass dieser in der Gegend nicht willkommen ist.

Die Freude, die sie und ihre Freunde an ihrer Kunst haben, ist deutlich spürbar. Die Jugendlichen identifizieren sich mit den Traditionen ihrer Familien, aber machen sie sich auch kreativ zu eigen und verändern sie. Sierra ist mutig und unabhängig, aber sie hat trotzdem ein enges, nicht ungetrübtes, aber alles in allem gutes Verhältnis zu ihrer Familie und ihren Freunden und scheut nicht davor zurück, von ihren Erfahrungen zu erzählen, Fragen zu stellen und um Hilfe zu bitten.

Sierra hat viele Fragen, denn plötzlich häufen sich Ereignisse, die teils faszinierend, teils unheimlich sind: Die Gesichtsausdrücke von Menschen auf Wandbildern verändern sich vor Sierras Augen und einige Bilder verblassen jäh. Ihr Großvater scheint ihr etwas sagen zu wollen und tot wirkende Menschen machen Jagd auf sie. Sierra folgt nur zu gerne dem Ratschlag, den Sprayer Robbie um Hilfe zu bitten, zu dem sie sich sowieso hingezogen fühlt.

Robbie führt sie in die Welt der „Schattenbildner“ ein. Wie viele ihrer Vorfahren hat Sierra die Gabe, mit ihrer Kunst den Geistern der Toten ein Vehikel zu geben, durch das diese mit der Welt der Lebenden interagieren und ihr helfen können. Doch die Fähigkeiten der Schattenbildner können auch missbraucht werden, um Geister zu unterwerfen, um zu zerstören und zu töten. Sierra muss schnell herausfinden, was der geheimnisvolle Feind vorhat, der einen Schattenbildner nach dem anderen tötet. Sierra ist entschlossen, Antworten von ihrer Familie zu fordern, die ihr einen so bedeutenden Teil ihres Erbes und eine wichtige Wahrheit über sie selbst vorenthalten hat.

Freundschaft, Familie und Kunst spielen eine große Rolle in „Die Stadt der tanzenden Schatten“ und obwohl es Konflikte, echte Verluste und unheimliche Momente gibt, sorgen Sierra und ihre sympathischen Freunde auch für viele Augenblicke der Leichtigkeit, z.B. wenn Sierra und Robbie zwischen zum Leben erwachenden Wandgemälden miteinander tanzen und die Welt vollkommen vergessen können. Die Beziehung zwischen dein beiden entwickelt sich natürlich und glaubwürdig, weil die beiden sich unter anderem über ihre geteilte Leidenschaft für Malerei/ Grafitti näherkommen und ihnen keine konstruierten Hindernisse in den Weg geräumt werden.

Daniel José Older erweckt Sierras Gegend und deren Bewohner geschickt zum Leben und zeichnet das Bild einer Gemeinschaft, in der sich die Menschen gut kennen und gegenseitig unterstützen. Er streift auch Themen wie Rassismus, Polizeigewalt, Gentrifizierung und alltäglichen Sexismus, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Der Roman liest sich mit seiner eher, aber nicht übertrieben einfachen Sprache, den schnellen, authentisch wirkenden Dialogen zwischen den Teenagern und der spannenden Handlung rasch und unterhaltsam.


Fazit

Daniel José Older stellt den Lesern seines Jugendbuchs „Stadt der tanzenden Schatten“ eine starke, lebensfrohe und überzeugende Protagonistin vor, deren Hintergrund und Umfeld angenehm vom Standard abweichen und den Lesern eine seltener beleuchtete Seite New Yorks zeigen. Sein Magiesystem, in dem Kunst zum Gefäß für Geister wird, ist faszinierend und farbenprächtig geschildert. Ein spannendes Buch voller lebendiger Figuren


Pro und Contra

+ Sierra als starke, sympathische und glaubwürdige Protagonistin
+ natürliche, positive Beziehung zwischen Sierra und Robbie und ihren Freunden
+ Sierras Viertel und ihre Familie mit ihren Geheimnissen
+ spannendes Magiesystem
+ unheimliche Momente

o eher einfache, aber angenehm und flüssig zu lesende Sprache

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 3/5

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 05. Juni 2017
 

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