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Stefanie Hasse (22.06.2017)
Geschrieben von Judith
Donnerstag, der 22. Juni 2017

Interview mit Stefanie Hasse

stefanie hasse20171Literatopia: Hallo, Stefanie! In Kürze erscheint Dein neuer Roman „Schicksalsbringer – Ich bin deine Bestimmung“ bei Loewe. Was erwartet die Leser?

Stefanie Hasse: Die Leser erwarten viele schicksalshafte Begegnungen, bissige Dialoge und romantisches Prickeln – bis die Spannung dann von allem anderen ablenkt.

Nein, Spaß beiseite. Schicksalsbringer handelt von der jungen Kiera, die beim Umzug nach der Trennung ihrer Eltern eine alte Münze wiederfindet. Von diesem Tag an gehen merkwürdige Dinge vor sich und die zwei mysteriösen neuen Schüler verstärken den Eindruck noch. Es dauert jedoch, bis Kiera versteht, inwieweit sie als Trägerin der Münze in alles verwickelt ist – doch das Schicksal in Persona hat noch einige Überraschungen für sie.

Literatopia: Was ist Kiera für ein Mensch? Und wie geht sie mit den phantastischen Wendungen in ihrem Leben um?

Stefanie Hasse: Kiera steht eigentlich mitten im Leben und hat mit der Trennung ihrer Eltern genug zu tun. Zum Glück hat sie von ihrer Kindheit an Cody an ihrer Seite, mit dem sie auch gemeinsam in einer Band spielt, um seinen Traum eines Plattenvertrags zu erfüllen.

Da sie die neuesten – teils beängstigenden! – Entwicklungen nicht mit ihm teilen kann, sondern sich auf Phoenix verlassen muss, gerät sie zusätzlich in einen großen Konflikt. Zunächst glaubt sie natürlich, die von ihrer Mutter aufgezwungene Therapie wäre nun wirklich notwendig, sie glaubt jedoch immer mehr an sich selbst und nimmt ihr Schicksal in die Hand.

Literatopia: Läuft das Auftauchen der Zwillingsbrüder Phoenix und Hayden auf eine Dreiecksgeschichte hinaus? Welche steht Kiera zu Phoenix bzw. Hayden?

Stefanie Hasse: Das mit dem Liebesdreieck kann ich sofort verneinen, aber alles, was ich zum Verhältnis zwischen den Dreien sagen würde, wäre ein Spoiler. Ihr müsst sie selbst kennenlernen.

Literatopia: Kannst Du uns dafür etwas mehr über Phoenix und Hayden verraten? Was sind das für Typen?

Stefanie Hasse: Hayden ist freundlich, zuvorkommend, steht einem hilfsbereit zur Seite und interessiert sich für Musik wie Kiera und ihr bester Freund Cody. Phoenix ist ... wohl das genaue Gegenteil. Er gewinnt gern, ist überheblich, ihm passieren niemals Fehler. Bis auf den einen, und den darf man doch dann gezielt immer wieder erwähnen, oder?

Literatopia: „Schicksalsbringer“ ist der erste Titel von Dir, der als Hardcover erscheint. Findest Du das schöner als Taschenbücher oder eBooks? Inwiefern spielt die Aufmachung eines Buches eine Rolle für Dich?

Stefanie Hasse: Ich selbst bin absoluter Hardcover-Fan. In unserem Regal sind fast ausschließlich Hardcover zu finden. Immer wenn es ums Aussortieren zwecks Platzschaffung geht, müssen Taschenbücher und Broschuren zuerst ausziehen. Daher ist es ein absoluter Traum, ebenfalls im Hardcover veröffentlicht zu werden.

Literatopia: Auch in Deiner eBook-Reihe „Darian & Victoria“ spielt das Schicksal eine besondere Rolle. Glaubst Du persönlich an Bestimmung?

Stefanie Hasse: Ich schiebe schnell alles gerne auf Bestimmung und Schicksal – Positives wie Negatives. Vermutlich geht es vielen ähnlich, weil der Gedanke an etwas Überstehendes wie Schicksal und Co. von der persönlichen Verantwortung für seine Taten entbindet. Es ist ein Versuch, Unerklärliches zu erklären, Fehler anderen zuzuschieben und Glücksgriffe ohne jegliche Arroganz annehmen zu können.

Wenn man sich das jedoch eingesteht, findet man sicher auch jede Menge andere Gründe, weshalb einen genau dieses oder jenes Schicksal ereilt hat. Ich glaube also an Bestimmung, wenn sie eine gute Ausrede darstellt :-)

Literatopia: Was hat es mit den Kindern des Mondes in „Darian & Victoria“ auf sich?

Stefanie Hasse: Die Kinder des Mondes sind wortwörtlich gemeint. Die Geschichte basiert auf dem alten Volkslied „Hijo de la Luna“, das von dem ausgestoßenen Kind erzählt, das der Mond „adoptiert“. Ich habe meinen Kindern des Mondes das Wirken von Magie und weitere besondere Fähigkeiten zugesprochen, um die Menschen zu beschützen – in der Neuzeit vor jenen Abtrünnigen aus den eigenen Reihen, die sich zu Hexenzirkeln zusammengeschlossen haben. Aus den Kindern des Mondes ging alles hervor, was die Fantasy-Welt zu bieten hat: Von den beschützenden Feen, den kriegerischen Elfen, den vor allem in den ersten 50 Jahren blutdürstigen Vampiren bis hin zu dummen Trollen, die aus Eigennutz ihre Macht mithilfe dunkler Zauber mehren wollten.

Literatopia: In Deiner Dilogie „Luca & Allegra“ interpretierst Du Shakespeares Klassiker „Romeo & Julia“ neu. Wo liegen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Werke?

luca und allegraStefanie Hasse: In „Luca & Allegra“ ist Shakespeares Geschichte eine wahre Begebenheit aus längst vergangenen Tagen. Nach dem Ende von „Romeo & Julia“ wurden die Familien Montague und Capulet aus Verona verbannt, ihr Zwist miteinander endete jedoch nie. Wie auch? Sind sie doch allesamt die Nachkommen von Amor und Psyche, auf denen Venus’ Fluch lastet, sich auf ewig hassen zu müssen – bis ... ja bis ein Paar der verfeindeten Familien es schafft, das zu vollenden, was Romeo und Julia beinahe geschafft haben. Doch selbst mit übernatürlichen Fähigkeiten ist es aufgrund der Intrigen von Venus’ Statthalter keinem Paar mehr gelungen, soweit zu kommen wie Romeo und seine Julia.

Natürlich bleibt daher auch in meiner Adaption das Grundelement der verfeindeten Familien, dann ist die obligatorische Ballszene eine der Schlüsselszenen des Buches und die „Liebe auf den ersten Blick“, die schon Romeo beim Anblick von Julia ereilt hat, gehörte für mich auch dazu. Schließlich hat Amor höchstpersönlich seine Finger/Pfeil und Bogen im Spiel. Auch erklären meine Figuren so einiges aus der „Vergangenheit“, von der Shakespeare berichtet hat, und rücken die ein oder andere Szene vielleicht in ein ganz anderes Licht.

Literatopia: In den vergangenen drei Jahren sind einige Romane von Dir erschienen – wie schaffst Du es, Familie, Beruf und Schreiben unter einen Hut zu bringen?

Stefanie Hasse: Die Bücher – insbesondere die von 2015 – waren größtenteils fertig und warteten auf eine Veröffentlichung. Dass die dann so schnell hintereinander erfolgt, war nicht abzusehen. Mittlerweile lebe ich nur noch vom Schreiben, bin also Teilzeit-Autorin (Teilzeit, weil ich an jenen Vormittagen schreibe, die ich bis vor etwas über einem Jahr im Büro verbracht habe). Davor habe ich überwiegend abends geschrieben, jetzt setzte ich mich jeden Vormittag an den Schreibtisch und tippe, bis die Kinder von der Schule kommen.

Literatopia: Wie ist es überhaupt zu Deiner ersten Veröffentlichung gekommen? Hast Du Dein Manuskript an Verlage geschickt oder bist Du über eine Agentur gegangen?

Stefanie Hasse: Ich hatte mich damals, als ich dem Ende näherkam, viel mit Verlagen beschäftigt und damals hat dann tatsächlich die Ungeduld gesiegt, als ich gelesen habe, wie lange man (meist mit negativer Rückmeldung) auf eine Antwort wartet. Daher habe ich mein Debüt als Selfpublisher veröffentlicht. 2015 wurde die Reihe dann zu Carlsen/Impress übernommen.

stefanie hasse20172Literatopia: Hast Du schon in der Jugend eigene Geschichten verfasst? Oder bist Du quasi übers Bloggen zum Schreiben gekommen?

Stefanie Hasse: Ich glaube jeder hat in Kindheit und Jugend eigene Geschichten erfunden – die meisten schreiben sie nur nicht auf, sondern spielen sie mit Barbie, Legomännchen und Co. aktiv nach. Zu Letzteren gehöre auch ich. Die Welten, die meine Freundinnen und ich jeden Tag aufgesucht haben, waren gigantisch und die Fantasie war grenzenlos. Nur aufgeschrieben habe ich sie nie, sondern erlebt.

Bis sich dann vor einigen Jahren die Idee der Kinder des Mondes nicht mehr zurückhalten ließ. Weil ich zum aktiven Spielen in eigenen Welten doch ein wenig zu alt geworden bin und beim Spielen besser in die Welten meiner Kinder reise, habe ich angefangen, sie aufzuschreiben.

Der Blog kam später, nachdem ich mich durchs Schreiben sehr viel mit der kommunikativen Online-Welt der Buchblogger auseinandergesetzt habe.

Literatopia: Deinen Blog „hisandherbooks“ gibt es seit über fünf Jahren. Wie hat damals alles angefangen? Und was ist Dir beim Bloggen besonders wichtig?

Stefanie Hasse: Wie bereits erwähnt, wurde der Kontakt zu anderen Lesesüchtigen während des Schreibens immer enger und mein Mann und ich waren begeistert vom Austausch zwischen den Bloggern und ihren Lesern. Am 12. April 2012 haben wir dann beschlossen, einen eigenen Blog zu eröffnen, um unsere Erfahrungen mit Büchern zu teilen, andere zum Lesen anzustiften und uns über gelesene Bücher auszutauschen. Ehrlichkeit steht für uns an oberster Stelle, aber auch der positive Grundtonus. Wir halten an unserem Wunsch, Lesern tolle Bücher vorzustellen, fest und daher wird man bei uns keine beleidigenden Verrisse finden. Denn jedes Buch hat etwas, das uns zumindest dazu gebracht hat, mit dem Lesen zu beginnen.

Literatopia: Wie hat sich die Bloggerszene in den letzten Jahren aus Deiner Sicht verändert? Verfolgst Du regelmäßig andere Blogs?

Stefanie Hasse: Die Bloggerszene ist um ein gefühlt Tausendfaches gewachsen. Wo man früher noch nahezu jeden Blogger (zumindest die, die im eigenen Genre lesen/bloggen) mehr oder weniger persönlich kannte, weiß man heute oft nicht, wer hinter welchem Blog steckt, weil alles so schnelllebig geworden ist und die Masse einen erschlägt. Ich vermisse die Zeit, in der es zwar auch hin und wieder eine „Krise“ gab, die aber in der Regel schnell geklärt wurde und nicht einen Rattenschwanz an Meckerposts hinter sich herzog. Der Zusammenhalt war größer, der Konkurrenzdruck wesentlich geringerer. Das ist es, was ich am meisten vermisse.

Natürlich folge ich selbst noch aktiv Blogs, sehe mir Meinungen zu Büchern an, bei denen ich mir unsicher bin, oder schaue nach dem Lesen eines Buches, wie es meinen Bloggerkolleginnen und -kollegen gefallen hat.

Literatopia: Welche Genres liest Du am liebsten? Und hast Du vielleicht ein Lieblingsbuch / einen Lieblingsautor?

schwarzer rauchStefanie Hasse: Ich lese hauptsächlich Romantasy- und (Urban) Fantasy für Jugendliche. Ich fühle mich in dieser Zielgruppe am wohlsten, kann die Gedanken der jugendlichen Figuren nachvollziehen, schließlich waren wir alle einmal jung. Und da in den meisten Büchern dieser Zielgruppe die erste Liebe thematisiert wird, schlägt der romantische Teil meines Herzens diesbezüglich natürlich auch höher. Dennoch darf es ab und zu auch etwas ernster sein wie in meinen derzeitigen Favoriten „Diabolic“ von S.J. Kincaid oder „Stormheart“ von Cora Carmack. Zu meinen Unterhaltungslieblingen gehört J. L. Armentrout – sie begeistert mich immer wieder mit ihren sarkastischen Badboys und der prickelnden Romantik.

Literatopia: Kannst Du uns schon einen Ausblick auf „Schicksalsjäger“ geben? Und was erwartet uns außerdem noch von Dir?

Stefanie Hasse: Der Epilog von Schicksalsbringer zeigt schon die Marschrichtung der Fortsetzung an. Fortunas Pläne scheinen aufzugehen und es kommt zum göttlichen Aufeinandertreffen und unvorhergesehenen Verbündeten (sollte sich nicht noch etwas Grundlegendes am Plot ändern, das Lektorat startet in den nächsten Wochen).

Derzeit schreibe ich dann noch an einer Fantasy-Dystopie, die das Herz meiner Agentin im Sturm erobert hat. Ich hoffe, dass das Manuskript schnell ein Verlagszuhause findet. Ich bin Feuer und Flamme für das Projekt und kann es kaum erwarten, es auf die Leser loszulassen.

Literatopia: Herzlichen Dank für das Interview!


Autorenfoto: Copyright by Stefanie Hasse

Autorenhomepage: http://www.stefaniehasse.de

Blog: http://www.hisandherbooks.de


Dieses Interview wurde von Judith Madera für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 22. Juni 2017
 

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