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Irokesen (Patrick Prugne)
Geschrieben von Markus
Freitag, der 15. September 2017

Verlag: Splitter-Verlag; (August 2017)
Gebunden Ausgabe: 104 Seiten; 22,80 €
ISBN-13: 978-3958395428

Genre: Historik


Klappentext

Wenn wir das Huronen-Lager erreicht haben, sind die Würfel gefallen...
Dann gibt es kein Zurück mehr!
Doch was wir im Irokesen-Gebiet finden werden, das kann ich beileibe nicht sagen!


Rezension

Das Jahr 1609 in Québec, das zu diesem Zeitpunkt ein Fort mit vierzig Mann Besatzung ist. Der Pelzhandel ist die wichtigste Einnahmequelle. Samuel de Champlain ist der Gründer von Québec und darum bemüht, Vertrauen und Frieden zwischen Franzosen und den Indianervölkern zu stiften. Die Irokesen könnten diesen Frieden gefährden und so macht sich Champlain mit einem Teil seiner Männer und seinen indianischen Freunden auf, den Irokesen eine Lektion zu erteilen, damit seine Allianz mit den Huronen, den Algokin und anderen gefestigt wird. Dabei folgen sie dem Flusslauf und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Patrick Prugne beschäftigt sich in seinen Comics meist mit historischen Stoffen. Ganz besonders hat es ihm anscheinend die Zeit angetan, in der die Franzosen noch Einfluss in Nordamerika hatten. In Pawnee, Frenchman und Canoe Bay hat er sich eher dem Ende des französischen Abenteuers in Amerika gewidmet, in Irokesen geht er zu den Anfängen zurück. Québec ist nicht mehr als ein Fort, welches für den Pelzhandel mit den Ureinwohnern genutzt wird und weit entfernt von seiner heutigen Bedeutung. Hier nimmt Patrick Prugne den Faden seiner Erzählung auf und berichtet davon, wie der Gründer Québecs gemeinsam mit ihm befreundeten Stämmen auf den Kriegspfad zieht, um diese fester an sich zu binden. Dafür reist er den Fluss hinab und direkt in Feindesland. Eine Geschichte übrigens, die auf Tatsachen basiert und weitreichende Folgen hatte. Auf den ersten Blick könnte man eine weitere Reise in das Herz der Finsternis erwarten, wie sie bereits oft erzählt wurde. Jedoch tappt Prugne nicht in diese Falle. Sicher auch bei ihm geschieht so manches bereits auf der Reise, aber er erzählt es frisch und legt seinen Fokus nicht nur auf eine Gruppe. In ruhigem Fahrwasser lässt er seine Charaktere ihre Geschichte erzählen. Ihre Motivationen und Gedanken kommen sehr gut zum Ausdruck. So bekommt der Leser einen guten Eindruck von den Geschehnissen und ihrer Notwendigkeit. Trotz seiner langsamen Erzählweise versteht es Prugne dennoch Spannung aufzubauen. Weniger aus der Tatsache nach der Frage was passieren wird, sondern mehr daraus, dass man als Leser nicht weiß, was um die nächste Flussbiegung einen erwartet. Die notwendige Kampfszene schildert Prugne fast geradezu unaufgeregt und dennoch intensiv. Sehr gut ist die Tatsache, dass Prugne keiner der beiden Gruppen wirklich den Vorrang gibt. Beiden räumt er fast gleich viel Raum ein und lässt beide gleichwertig wirken. Ihre Motivation schildert er jeweils glaubwürdig und nachvollziehbar. Der kleine Schuss Mystik, der enthalten ist, passt zum Glauben der Indianer und zum Schamanismus. Er ist kein Störfaktor, sondern intensiviert nur die Atmosphäre der Geschichte. Irokesen ist einfach wunderbar ruhig geschrieben, mit viel Wert auf Details.

Das spiegelt sich in den absolut fantastischen Bildern von Patrick Prugne wieder. Wie bei seinen vorherigen Alben schwelgt er geradezu in seinen Zeichnungen. Jeder einzelne Strich sitzt an der richtigen Stelle. Seine Aquarelle sind wunderschön anzusehen. Sie vermitteln eine Leichtigkeit die selten in Zeichnungen zu finden sind. Durch die Farbgebung erzeugt er eine Atmosphäre, die zu den einzelnen Szenen passt. Alles in allem ist seine Gestaltung ganz großes Kino, welches umso beeindruckender wird, wenn er ein- und doppelseitige Bilder gestaltet. Patrick Prugne kann beruhigt als Meister seines Faches bezeichnet, was er hier wieder einmal schafft, ist nahezu einzigartig.

Den Abschluss des Bandes bildet ein umfangreicher Anhang mit Konzeptzeichnungen, Skizzen und einfach schönen doppelseitigen Zeichnungen zum Thema. Dieser Teil ist für sich genommen bereits ein Kaufgrund.


Fazit

In traumhaften Aquarellbildern erzählt Patrick Prugne im ruhigen Fahrwasser seine Geschichte über den Beginn der langandauernden Feindschaft zwischen Irokesen und Franzosen. Ein Album zum Genießen in sämtlichen Belangen.


Pro & Contra

+ ruhig erzählt
+ ergreift nicht Partei
+ wunderbare Zeichnungen von Patrick Prugne

Bewertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Patrick Prugne:

Rezension zu Die Straßenkinder von Montmartre

Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 15. September 2017
 

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