Mittwoch, 22. November 2017

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Phantast 18

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Die Legenden der Bernsteinstadt – Die zwölf Könige (Bradley Beaulieu)
Geschrieben von Swantje
Mittwoch, der 20. September 2017

Droemer Knaur (September 2017)
Originaltitel: Twelve Kings in Sharakhai (Song of the Shattered Sands Trilogy #1)
Übersetzerin: Antonia Zauner
Taschenbuch
688 Seiten, 16,00 EUR
ISBN: 978-3-426-51817-5

Genre: High Fantasy


Klappentext

Auf Kufen gleiten stolze Handelsschiffe über das Sandmeer nach Sharakhai, Wiege der Zivilisation und Heimat der Zwölf Könige. Vor Jahrhunderten haben die Götter selbst ihnen unvorstellbare Macht verliehen, seither beherrschen sie die wundersame Stadt mit eiserner Hand.

Die Waise Çeda hat es mit ihren 19 Jahren zu einer gerissenen Diebin und gefeierten Arenakämpferin gebracht. Doch nie wird sie jene Nacht vergessen, als ihre Mutter im Namen der Zwölf Könige hingerichtet wurde. Auf der Suche nach Rache verbündet Çeda sich mit allerlei zwielichtigen Gestalten und gerät mitten hinein in eine Verschwörung, in der der Tod ihrer Mutter eine viel größere Rolle spielt, als sie je hätte ahnen können.


Rezension

Sharakhai, die Stadt im Herzen der Wüste, ist ein lebendiges Handelszentrum, das Bradley Beaulieu farbenprächtig zu schildern weiß. Er beschreibt die Gerüche auf den Basaren, die Speisen, die dort gegessen werden und die Kleidung der Figuren. Klima und Kultur muten nordafrikanisch an, allerdings gibt es auch einige entscheidende Unterschiede: Magie und ein ganzes Götterpantheon sind hier nur zu real, auch wenn sie bis zum Ende des Buches geheimnisvoll bleiben, und die Stadt verdankt ihr Überleben einem finsteren Pakt der zwölf Könige mit den Göttern: Vor langer Zeit reagierten die Könige mit diesem Bündnis auf eine Bedrohung durch feindselige Stämme und es gelang ihnen, der Stadt deb Schutz der dämonischen Asirim zu sichern, auch wenn diese nun in bestimmten Nächten durch die Straßen streifen und Opfer fordern.

Die Macht der Zwölf Könige ist groß, aber sie herrschen nicht unangefochten. Die „Mondlose Schar“ hat sich ihrem Sturz verschrieben und zwischen Herrschern und Rebellen findet ein brutales Wechselspiel von Angriffen und blutigen Vergeltungsakten statt, die meist Unbeteiligte treffen.

Çeda kennt sowohl die Pracht als auch die Schattenseiten Sharakhais. Nachdem die Könige ihre Mutter getötet haben und sie nicht länger bei einem lieblosen Ziehvater bleiben konnte, blieb ihr nichts anderes übrig, als für sich selbst zu sorgen. Nun, viele Jahre später, ist die selbstbewusste Frau als eine berühmte Arenakämpferin und verdient durch den Schmuggel von Botschaften zusätzliches Geld. Doch als eine dieser Botschaften ihren besten Freund Emre in Gefahr bringt, bricht sie die Regeln dieser Botengänge und stellt Nachforschungen an.

Diese Nachforschungen führen sie zu der Mondlosen Schar, aber auch zu so einigen Menschen, die mit ganz eigenen Zielen nach Sharakhai gekommen sind – und sie erinnern Çeda an den Racheschwur, den sie den Königen nach der Hinrichtung ihrer Mutter geleistet hat. Nach und nach findet Çeda mehr über das geheimnisvolle Erbe ihrer Mutter und auch die Umstände ihrer eigenen Geburt heraus. Ihr Wissen könnte sie in Gefahr bringen, ihr aber auch einen Weg in den Palast eröffnen.

Çeda ist eine tatkräftige Protagonistin, die man gerne durch die Geschichte begleitet. Stur und sehr loyal – aber nicht immer ehrlich – gegenüber ihren Freunden geht sie ihren eigenen Weg und ist fest entschlossen, ihre Rache zu bekommen. Interessant ist die Dynamik zwischen ihr und Emre: Zuerst sieht es aus, als bestünde Emres Zweck vor allem darin, der klassische beste Freund zu sein und Çeda Handlungsmotivation zu liefern, da sie oft in die Situation kommt, ihn aus Gefahren zu retten oder Unrecht zu rächen, das ihm wiederfahren ist. Allerdings erhält Emre in Kapiteln aus seiner Perspektive eine eigene Stimme und es wird beleuchtet, was es eigentlich für ihn bedeutet, immer wieder hilflos zusehen zu müssen, wie Çeda alles in die Hand nimmt, und wie diese Erfahrung ihn geformt hat und nun vorantreibt.

Ausführliche Rückblenden geben einen Einblick in Çedas Vergangenheit. Wir lernen ihre rätselhafte Mutter kennen, erfahren noch einmal mehr darüber, was Çeda und Emre motiviert, und begleiten sie, während sie Beobachtungen macht, die erst in dem Erzählstrang in der Gegenwart plötzlich einen Sinn ergeben. Weitere Charaktere, aus deren Perspektive geschrieben wird, sind der König Ihsan (man lernt ihn nicht so richtig kennen, aber diese Kapitel machen deutlich, dass die Könige sehr verschieden sind und auch ihre Differenzen haben) und Rahmad, den der Wunsch nach Rache an den Mördern seiner Familie nach Sharakhai gebracht hat, wo sich sein Weg mit dem Çedas kreuzt. Während Rahmad nur fest entschlossen ist, Rache zu üben, wird seine Begleiterin Meryam, Blutmagierin und Schwester seiner toten Frau, vollkommen davon verzehrt.

Die Sprache des Buches ist flüssig zu lesen, auch wenn es zu einigen Formulierungen schönere Alternativen gegeben hätte. Wie schon erwähnt ist „Die zwölf Könige“ voll von originellen Ideen, farbenprächtigen Schilderungen, die alle Sinne ansprechen, und liebevollen Details, die das ungewöhnliche Setting eigentlich zum Leben erwachen lassen müssten. Doch während ich die Schilderungen und spannenden Ideen wie z.B. die bluttrinkenden Adichara-Bäume, deren Blüten denen, die sie einnehmen, Kraft und geschärfte Sinne verliehen, zu schätzen wusste, fiel es mir aus irgendeinem Grund lange schwer, wirklich in die Geschichte einzutauchen. Erst nach etwa zweihundert Seiten ist sie für mich wirklich zum Leben erwacht und hat einen Sog entwickelt, auch wenn es eigentlich gleich mit Action und spannenden offenen Fragen losgeht. Am Ende des Trilogie-Auftakts (das übrigens schwer vorherzusehen ist, da manchmal seltsam unklar scheint, wo sich der Plot nun eigentlich hinbewegen wird und was genau Çeda gerade erreichen will) sind noch so einige dieser Fragen offen.


Fazit

Originelle, geheimnisvolle Magie, eine tatkräftige Protagonistin und eine ganze Reihe faszinierender Geheimnisse machen „Die zwölf Könige“ zu einem unterhaltsamen Fantasy-Roman. Besonders bleibt einem nach dem Lesen aber der Schauplatz im Gedächtnis, die liebevoll und detailliert geschilderte Wüstenmetropole Sharakhai mit ihrer sorgfältig ausgedachten Kultur und – wie sich herausstellt – ziemlich dunklen und blutigen Geschichte.


Pro und Contra

+ Sharakhai
+ Çeda als sture, kämpferische Protagonistin
+ Emre gewinnt an Tiefe
+ originelle Magie
+ detaillierte, farbenprächtige Beschreibungen
+ komplexe Ausgangssituation mit vielen Parteien und Geheimnissen

o Ende fühlt sich sehr wenig nach Auflösung an

- Handlung wirkt manchmal ein kleines bisschen ziellos
- Ein paar Formulierungen könnten schöner gewählt sein

Wertung:

Handlung: 4/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 3,5/5

Zuletzt aktualisiert: Mittwoch, der 20. September 2017
 

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