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M.H. Steinmetz (26.10.2017)
Geschrieben von Judith
Donnerstag, der 26. Oktober 2017

Interview mit M.H. Steinmetz

mhsteinmetz2017Literatopia: Hallo, Mario! Schön, dass Du Dir Zeit für unsere Fragen nimmst. Du bezeichnest Dich selbst als Erschaffer superböser Protagonisten. Was macht sie so böse? Und haben sie nicht auch gute Seiten?

M.H. Steinmetz: Hallo Judith! Mit superböse spielst du sicher auf Lucy an. Sie mag ein echtes Miststück sein und hier und da auch mal einen umbringen, aber gleichzeitig wickelt sie die Leser um den Finger. Viele sagen, dass sie Lucy für das, was sie tut, hassen müssten, aber sie wäre dann auch wieder so nett und nur ein Opfer der Umstände. Bei mir hat das Böse eben immer zwei Seiten und je nach Standpunkt geht es mal in die eine, mal in die andere Richtung. Alles ist eine Schattierung von Grau.

Literatopia: Kürzlich ist mit „Armageddon“ der dritte Band von „Hell’s Abyss“ erschienen. Die perfekte Gelegenheit, neu einzusteigen –was erwartet die Leser und Deine Protagonistin Lucy in dieser höllischen Reihe?

M.H. Steinmetz: Wenn man die Buchtitel kennt (666 - Abaddon - Armageddon), kann man schon erahnen, wohin die Reise geht. Es ist die dämonische Geschichte einer anfangs recht naiven Rocksängerin, die in die Mühlen zwischen Himmel und Hölle gerät. Und die mahlen beidseitig ohne Gnade. Hinzukommt noch ihre nicht gerade nette Kindheit und ein Setting in der schwarzen Szene, das es in sich hat. Allerdings möchte ich warnen, denn ich nehme in keiner Szene der Bücher eine Hand vor den Mund. Wer Serien wie „Supernatural“ oder Filme wie „Der Exorzist“ oder “Constantine“ mag, wird Lucy lieben.

armageddon steinmetzLiteratopia: Was ist Lucy für ein Mensch? Wie übel hat ihr das Leben mitgespielt? Und wie entwickelt sie sich über die drei Bände?

M.H. Steinmetz: Lucy ist anfangs das naive Gothic-Girl vom Land. Sie entflieht ihrer Kleinstadthölle und geht mit einem Freund nach New York, gründet dort die Band Hells Abyss. In erster Linie möchte sie einfach nur ihr eigenes Leben leben und Spaß haben, doch die Mächte haben anderes mit ihr vor. In ihren Songs (von denen drei Texte in Abaddon enthalten sind) verarbeitet sie ihre Jugend und Kindheit. Lucy ist anfangs das typische Opfer der Umstände, das von dämonischen Mächten für deren Zwecke missbraucht wird. Im Laufe der drei Bücher verändert sie sich, um am Ende zu sich selbst zu finden. Man könnte sagen, sie wird nicht nur erwachsen, sondern wächst über sich hinaus. Es ist wie mit einem Hund. Wenn der zu oft getreten wird, beißt er irgendwann zu.

Literatopia: Wie viele Deiner eigenen Erfahrungen aus der schwarzen Szene stecken in „Hell’s Abyss“? Gab es beispielsweise jemanden wie Lucy? Und fühlst Du Dich heute noch dieser Szene zugehörig?

M.H. Steinmetz: Ganz viel. Natürlich arbeite ich vor allem in 666 mit Klischees aus der Szene, die hauptsächlich der Gothicszene in New York geschuldet sind, die dort echt anders tickt. Aber hinter jedem Klischee steckt nun mal auch Wahrheit und die gebe ich ungeschönt wieder. Lucy selbst würde ich als Hybrid verschiedener Personen sehen, die mich in meiner wilden Zeit begleitet haben. Das waren damals schon echt krasse Zeiten. Und ja, natürlich fühle ich mich der schwarzen Szene noch immer zugehörig, da gibt es nichts dran zu rütteln. Das ist ne echte Lebenseinstellung!

abaddon steinmetzLiteratopia: „The Wild Hunt“ spielt in den Sümpfen Lousianas – was erwartet Sue und ihre Familie dort? Und warum hast Du die Südstaaten als Schauplatz gewählt?

M.H. Steinmetz: „The Wild Hunt“ wurde von einem Aufenthalt in Louisiana geprägt. Dort lernte ich nicht nur das außergewöhnliche Sumpfland kennen, sondern auch die dort lebenden Menschen, die Cajcuns. Die leben noch heute eher nach französischen denn amerikanischen Regeln. Der Lebensstil an sich ist sehr spartanisch und dem Land angepasst. Anders, als überall sonst in den Staaten. Das hat mich so fasziniert, das ich „The Wild Hunt“ geschrieben habe. Einige der Handlungsorte habe ich tatsächlich besucht.

Sue und ihre Familie geraten in eine uralte Familienfehde, die bis in die Gründungszeit Louisianas zurückgeht. Parallel dazu verschlägt es zwei Reisende in den Sumpf. Es kommt der Zeitpunkt, an den sie sich für eine Seite entscheiden müssen. Es geht um Blut, Land und Rache. Und, natürlich, um uralte Monster des Südens. Mehr verrate ich jetzt nicht ...

Literatopia: In Deinen Romanen steckt ziemlich viel Recherchearbeit. Was hast Du für „The Wild Hunt“ beispielsweise alles recherchiert und wer hat Dir geholfen?

M.H. Steinmetz: Am Anfang standen natürlich meine Vor-Ort-Recherchen, in denen ich Land und Leute förmlich in mich aufsog. Damit gingen auch Gespräche mit den Leuten dort einher, die mehr als aufschlussreich waren. Da wurde mir auch erklärt, was es mit den Schutzzeichen an vielen Häusern auf sich hat. Zuhause erfolgte die Sicherung meiner Bilder. Danach habe ich mich mit örtlichen Monstern auseinandergesetzt und natürlich mit der Geschichte Louisianas. Hinzu kamen einige Nebenrecherchen, die auf die Charaktere im Buch bezogen waren. Wenn ich einen Roman schreibe, kann man gut und gerne ein Drittel (manchmal etwas mehr) der Zeit als Recherche verbuchen.

mhsteinmetz20172Literatopia: Was zeichnet guten Horror für Dich aus? Muss unbedingt Blut und Gehirnmasse fließen?

M.H. Steinmetz: Blut und Hirn müssen nur dann spritzen, wenn es der Story zuträglich ist. Was ich gar nicht mag ist sinnloser, durchgehender Splatter. Sowohl in „Hells Abyss“ als auch in „The Wild Hunt“ gibt es krasse Szenen, die allerdings tief in die Handlung eingebettet sind.

Für mich ist eine tiefe Storyline wichtig, ein Hintergrund, der für aha und okay sorgt. Dann Charaktere, die keine Helden sind, sondern in bestimmte Dinge hineingezwungen werden und klar kommen müssen.

Literatopia: In einem Interview mit Würfelheld meintest Du, Du liest Geschichten nicht nur, Du gehst in ihnen auf. Welche Bücher haben Dich besonders tief in ihre Handlung eintauchen lassen?

M.H. Steinmetz: Wow, das ist ne sehr schwere Frage, weil mich unglaubliche viele Bücher gefesselt haben. Zuletzt "Keine Menschenseele" von Faye Hell. Dann die Metro-Romane von Glukhovsky, die Cyberpunk-Romane von Gibson. Früher habe ich viel Clive Barker gelesen. Mich muss nicht nur die Story, sondern vor allem der Protagonist packen. Dann läuft die Sache von selbst, dann tauche ich ab in eine andere Welt.

666 steinmetzLiteratopia: Du hast auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse Deinen Verleger am Papierverzierer-Stand unterstützt. Wie hast Du die Messe erlebt? Und blieb auch noch Zeit für eine Erkundungstour im eigenen Interesse?

M.H. Steinmetz: Es ist natürlich wichtig, an den Verlagsständen präsent zu sein, um den Lesern das eigene Werk nicht nur nahe zu bringen, sondern auch, um Fragen zu beantworten. Dennoch blieb genügend Zeit für eine ausgiebige Erkundungstour zusammen mit meiner Tochter. Und unsere Beute war schon recht groß. Meine Tochter nahm 5 und ich 12 Bücher mit nach Hause und es hätten gut und gerne mehr sein können.

Literatopia: Was tust Du alles – außer auf Messen und Cons die Werbetrommel zu rühren – um Deine Bücher zu promoten? Und wie hilfreich ist dabei das Netz?

M.H. Steinmetz: Das ist ganz unterschiedlich. Ich arbeite viel mit Facebook und Instagram. Ich stehe über verschiedene Netzwerke mit vielen Lesern in Kontakt, was mir sehr wichtig ist. Jetzt, wo meine zweite Trilogie fertig ist, fange ich wieder an, Buchhandlungen in meinem Lebensumfeld abzuklappern, was schon die ersten Früchte trägt.

Wichtig sind natürlich Lesungen und immer wieder Lesungen, um das eigene Werk vorzustellen. Natürlich muss man immer beachten, dass Horror nach wie vor kein Mainstream-Produkt ist und der Leserkreis eher eingeschränkt ist.

Literatopia: Eine Deiner Lieblingsfragen ist „Was wäre, wenn?“ – Was wäre, wenn Du hunderttausende Bücher verkaufen würdest und davon leben könntest? Wie sähe Dein Leben aus?

M.H. Steinmetz: Das würde bedeuten, ich hätte jede Menge Zeit zum Schreiben und könnte schneller mehr Bücher raushauen, denn Storys schwirren mir genug im Kopf herum und Plots liegen haufenweise startbereit in der Schublade.

wild hunt steinmetzMein Lebensumfeld würde ich deswegen nicht ändern, denn das passt alles super, wie es ist. Tochter, Hund, Pferd, schönes Leben auf dem Land. Aber ansonsten würde ich an meinem Leben nichts anders machen.

Literatopia: Du hast schon mal auf einem Schützenpanzer gelesen – wie ist es denn dazu gekommen? Und was schätzt Du besonders am persönlichen Kontakt mit den Lesern?

M.H. Steinmetz: Tja, da war ich auf einer Veranstaltung der Bundeswehr, gekoppelt mit einem Lager meiner Mittelaltergruppe, da ich nebenher auch Reenactment des Hochmittelalters mache. Eins kam zum anderen und so saß ich auf dem Panzer und las aus dem „Toten Land“. Im Regen. Bei einbrechender Dunkelheit. Dennoch hat es riesen Spaß gemacht. Nach den Lesungen hat man immer einen schönen Austausch mit den Lesern, die ihre eigene Sichtweise der Story, ihr eigenes Empfinden mit einbringen. Das ist sehr wichtig für mich und ein guter Indikator, ob meine Story gelungen ist oder nicht.

Literatopia: In Deiner Freizeit widmest Du Dich Endzeitrollenspielen – was spielst Du denn momentan gerne?

M.H. Steinmetz: Dieses Jahr war ich schon drei Mal in den Staaten, da fiel das Rollenspielen komplett flach. Zuhause reicht es ab und an für eine nette Runde KULT oder CYBERPUNK. Meine Romanreihe „Totes Land“ entstand übrigens aus einer KULT-Runde.

Literatopia: Zu guter Letzt: Kannst Du uns schon etwas über kommende Veröffentlichungen verraten?

M.H. Steinmetz: Aber sehr genre. Dieses Jahr möchte ich noch meine neue Horrorstory „Dreizehn“ bei den Papierverzierern abgeben.

totes land steinmetzFür Mantikore schreibe ich bis Ende 2018 an „Totes Lad 4 – Fressfeinde“ und dem Spielbuch „Totes Land - Death Asylum“.

Dann geht es an eine Backwood-Story namens „Okulam“, für die ich in Iowa inspiriert wurde. Dort wird die Story auch spielen.

Und, natürlich, endlich den lang geplanten Horror-Western, dessen Plot schon lange steht. Damit möchte ich mir einen Traum erfüllen, denn ich bin ausgesprochener Westernfan.

Bisher werden 2018 drei Kurzgeschichten von mir in verschiedenen Anthologien erscheinen.

Literatopia: Herzlichen Dank für das Interview!

M.H. Steinmetz: Ich habe für das Interesse an meinen Büchern und mir zu danken. Jederzeit und sehr gerne wieder.

Wer Fragen hat, kann mich auch über meine Facebook Autorenseite M.H.Steinmetz kontaktieren.


Autorenfotos: Copyright by M.H. Steinmetz

Autorenhomepage: www.mhsteinmetz.de


Dieses Interview wurde von Judith Madera für Literatopia geführt. Alle Rechte vorbehalten.

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 26. Oktober 2017
 

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