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Elfenkönigin (Bernhard Hennen)
Geschrieben von Lukas
Samstag, der 26. Dezember 2009

Heyne (Oktober 2009)
Klappenbroschur, Seiten: 912
Preis 15,00€
ISBN: 978-3-453-53340-0

Genre: Fantasy


Klappentext

Elfenkönigin

Vom Thron vertrieben, flüchtet Elfenkönigin Emerelle in die Wildnis des Verbrannten Landes, einer Region Albenmarks, die während der Drachenkriege verwüstet wurde. Verzweifelt begibt sie sich in den Jadegarten, um das Orakel zu befragen – eine mächtige Schamanin, die den Drachenatem beschützt. Der Spruch der Alten ist rätselhaft, doch Emerelle erkennt in den Worten einen Hinweis darauf, dass nicht alle Alben ihre Welt verlassen haben. Und so beschließt sie, sich auf die Suche nach den letzten Angehörigen des Schöpfervolkes zu machen…


Rezension

Emerelle, die einstige Königin von Albenmark, gab ihren Thron auf, als sie sich weigerte in einem Kampf gegen Ollowain, der sein Gedächtnis verloren hatte, zu kämpfen. Ihre Versuche, seine Erinnerung mit Hilfe von Magie aufzufrischen, misslingen und stattdessen ist es Falrach, den sie in Ollowains Körper holt – ihre einstige Liebe. Auf der Suche nach einem Orakel, das ihr einen Weg zu Ollowain weisen soll, und nach der verlorenen Liebe zu Falrach, wandert Emerelle durch das ganze Land. Ihre Herrschaft ist vorbei, doch die Wahl des Königs ist nicht mehr weit. Das weiß auch die Trollschamanin Skanga und diese lässt nichts unversucht, um eine Wahl, die ihren Trollkönig vom Thron vertreiben könnte, zu verhindern.

Zur selben Zeit spinnt der Devanthar als Bruder Jules weiter seine Intrigen, die die Menschen gegen Elfen aufhetzen sollen. Er nimmt sich eines jungen Diebes namens Adrien an, den er zu einem Ritter Tjureds erziehen möchte. Jules versucht alles, um Adrien von seiner heimlichen Liebe fernzuhalten, doch der junge Mann kann sie nicht aus seinem Herzen verbannen.

Drei Jahre dauerte es, bis Bernhard Hennen seine Elfen-Saga weitererzählt. Natürlich darf man den „Elfenritter“-Dreiteiler nicht vergessen, dennoch wartete die Fangemeinde besonders auf einen weiteren Teil, der dort weitermacht, wo „Elfenlicht“ aufhörte. Mit „Elfenkönigin“ kommt mit 912 Seiten ein richtig umfangreiches Werk daher. Erfreulich, dass nicht versucht wurde, schnell Geld zu machen, indem große Schrift verwendet wurde.

Weil es sich hier immerhin schon um den vierten Teil handelt, ist das Lesen von den Vorgängern nicht nur empfehlenswert, sondern schon Voraussetzung, um überhaupt zu verstehen, was das ganze eigentlich soll. Hennen lässt Informationen sehr gut einfließen, die einem die vorausgegangenen Geschehnisse wieder in Gedächtnis rufen, aber inzwischen ist die ganze Geschichte zu komplex, um sie an ein paar Sätzen nachvollziehen zu können. Für alle, die die Charaktere lieben gelernt haben, geht der Lesegenuss weiter.
Mit von der Partie sind hauptsächlich altbekannte Figuren. Allen voran Emerelle und Falrach. Letzterer versprüht leider nicht mehr den Charme, den Ollowain versprüht hatte. Der Schwertkämpfer wird schmerzlichst vermisst. Falrachs Kampf um Emerelles Herz und besonders das Auseinandersetzen mit dem Körper, in dem er zu seinem Unmut steckt, sind aber spannend. Emerelle ist unentwegt auf der Suche nach sich selbst. Sie denkt über ihre Art des Herrschens nach, darüber, warum sie Falrach nicht mehr liebt und wie sie Ollowain wieder zurückholt. Anfangs noch ansprechend, wird die immer wieder durchgekaute Problematik langweilig und die Königin bleibt eher blass. Zwar versucht man mit ihr mitzufühlen, aber eine Sympathieträgerin ist sie noch nie gewesen.
Irritierenderweise sind es immer mehr die Trolle, die in der Gunst der Leser steigen. Dumm und primitiv sind nur noch wenige, zumindest nicht die im Mittelpunkt stehenden. Ihre Wertvorstellung von der richtigen Weltordnung sind zwar etwas einfach (und vom Kommunismus inspiriert), scheint aber gerechter. Orgrim, der Fürst der Nachtzinne, ist noch immer derjenige, der sich am gerechtesten und nachvollziehbarsten verhält und somit am sympathischsten ist.
Schaut man auf das Geschlecht der Menschen, so darf man sich einer Shakespeare würdigen Tragödie hingeben. Leider wird etwas Potenzial durch Zeitsprünge verspielt, aber dieser Geschichtsstrang berührt einen wirklich.
Ebenfalls mit von der Partie ist Kadlin, Tochter des Alfadas und Königin über das Fjordland, ihre Passage, hätte aber auch guten Gewissens weggelassen werden können.
Das größte Problem an „Elfenkönigin“ ist, dass ab der zweiten Hälfte, die Fokussierung auf die Kobolde zunimmt. Schon bei „Elfenlicht“ war es keine gute Entscheidung die Lutin so stark hervorzuheben.

Bernard Hennen ist ein grandioser Erzähler. Seine Sätze sind einfach gehalten, aber nie plump oder langweilig. Sein Ideenreichtum ist wie immer bemerkenswert und offenbar unerschöpflich. Die Ausmaße der ganzen Saga lassen sich schon gut mit der Tolkiens vergleichen. Ungeschickterweise neigt Hennen zu einem ungemein hektischen Springen zwischen einzelnen Kapiteln. Diese Tendenz war zwar schon zuvor erkennbar, aber bei „Elfenkönigin“ erreicht er einen kritischen Punkt. Bei jedem spannenden Ereignis wird das Kapitel beendet, um ein anderen Geschichtsteil zu erzählen, der zuvor ebenfalls unterbrochen wurde. Nicht selten ist der spannende Teil bereits vorbei, sodass der Leser nur noch das Resultat daraus präsentiert bekommt.
Einige Geschichtsstränge und Personen tauchen plötzlich auf, nur um sich kurze Zeit später als unnötig, oder lediglich als Mittel zum Zweck herauszukristallisieren. Leider erzeugt das keine Spannung sondern Frust.

Natürlich handelt es sich bei den Unstimmigkeiten um Quengeln auf hohem Niveau, denn das Buch reiht sich gut in die Reihe ein. Sprachlich ist es auf hohem Niveau und es gibt mächtige Schlachten, Blut und Tragik. Die Figuren haben einen weiteren Feinschliff bekommen und die Geschichte ist um eine weitere Etappe bereichert worden. Fans greifen sowieso zu und Neulinge haben einen weiteren Grund endlich in die Welt der Elfen einzutauchen.


Fazit

Eine Erweiterung der Elfen-Saga, die zwar die Messlatte nicht noch einmal heben kann, aber Spaß macht. Hennens Elfen sind eine Bereicherung für die High-Fantasy.


Pro und Kontra

+ alte Figuren
+ guter Schreibstil
+ führt Elfenwinter und Elfenlicht weiter
+ detaillierte Schlachten
+ großer Umfang

o Vorgänger gelesen zu haben, ist empfehlenswert

- Preis gegenüber Vorbänden gestiegen
- Ollowain fehlt
- hektischer Kapitelwechsel
- nicht so gut wie Band 1 und 2

Beurteilung:

Handlung 3,5/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


Interview mit Bernhard Hennen (2012)

altes Interview von 2009 (mit vielen Leserfragen!)

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Zuletzt aktualisiert: Sonntag, der 02. April 2017
 

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