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Vampire tragen keine Karos (Kerrelyn Sparks)
Geschrieben von Patricia
Samstag, der 21. August 2010



Verlag Mira, März 2010
Originaltitel: The undead next door, übersetzt von Justine Kapeller
Taschenbuch, 412 Seiten, € 8,95
ISBN: 978-3899416947

Genre: Dark Fantasy


Klappentext

Drei untrügliche Hinweise, dass dein neuer Mann anders ist:
1. Er schläft den ganzen Tag – ist dafür nachts aber ganz besonders aktiv.
2. Er wird angefallen von Schwert schwingenden Schurken und behauptet, allein damit klarzukommen
3. Er scheint einfach nicht älter zu werden.

Heather Westfield führt ein beschauliches Leben. Bis sie einem gut aussehenden, ziemlich mysteriösen Fremden hilft. Etwas stimmt nicht mit Jean Luc, aber trotzdem hat sie noch nie einen so charmanten, so attraktiven – so wunderbaren Mann getroffen. Wäre ihnen jetzt kein blutdürstiger Bösewicht auf den Fersen, sie könnten glücklich sein bis an ihr Lebensende.


Die Autorin

Kerrelyn Sparks unterrichtete Französisch und Geschichte an der High School, bis im Jahr 2002 ein Traum für sie in Erfüllung ging. Ihr erstes Buch wurde veröffentlicht. Mit ihrem Ehemann und ihren drei Kindern lebt die mehrfach preisgekrönte Bestsellerautorin im Großraum Houston, Texas, wo es sehr zur Enttäuschung ihrer Tochter keine Vampire gibt.


Rezension

Vampire gibt es nicht, und wenn doch, dann sind es blutrünstige Monster, wie sie aus Büchern und aus dem Fernsehen bekannt sind. Das ist zumindest die Meinung von Heather Westfield, die im beschaulichen Schnitzelberg in Texas ein beschauliches Leben führt. Zumindest wünscht sie es sich beschaulich, denn mit ihrer Ehe hatte sie kein Glück. Ihr Mann, ein absoluter Kontrollfreak, lässt sie nicht in Ruhe, eine Freundin seiner Mutter wohnt direkt neben Heather und so ist er über jeden ihrer Schritte informiert. Immerhin erzieht sie ja seine Tochter, und da muss ihr Lebensstil anstandslos sein. Fremde Männer im Haus und womöglich noch Ausländer, das geht ja gar nicht, immerhin sind wir hier in Schnitzelberg. Er selbst allerdings kann ungehindert jedem in aller Deutlichkeit verkünden, was für eine Schlampe Heather doch ist und wie sie ihn hintergangen hat. Eigentlich ist sie moralisch nicht in der Lage, seine Tochter zu behüten.
Heather ist dadurch sehr vorsichtig und möchte nur ein Leben, in dem sie eigene Entscheidungen treffen kann. Sie lernt Jean Luc bei der Neueröffnung seiner Boutique kennen, als er sie bei der Anfertigung von Skizzen seiner Modelle ertappt. Sie beweist ihm allerdings, dass sie diese sogar verbessert, indem auch Frauen ohne Size Zero Größe seine Kleider tragen können. Für Jean Luc waren seine Entwürfe immer einzigartig, obwohl er fraulichere Figuren mag, entwarf er ihnen keine Modelle. Er ist so begeistert von Heather, dass er sie direkt einstellt, allerdings nur für zwei Wochen. Denn dann wird die Filiale wieder geschlossen und er darf sich fünfundzwanzig Jahre in den bestens und weiträumig ausgestatteten Kellerräumen verstecken, bis er sich wieder als Sohn des Modeschöpfers Jean Luc Echarpe ausgeben kann. Denn das ist in der Welt der Sterblichen immer ein heikles Thema, wie erklärt man, dass man einfach nicht altert. Als sein alter Erzfeind Lui wieder auftaucht, hilft Heather ihm aus einer gefährlichen Situation. Jetzt hat Lui aber Lunte gerochen und es auf Heather abgesehen, denn es macht ihm Freude, Jean Lucs Freundinnen abzuschlachten. Heather und ihre Tochter Bethany, sowie ihre mütterliche Freundin Fidelia, müssen unter allen Umständen beschützt werden. Aber Heather möchte ihre gerade gewonnen Freiräume nicht wieder aufgeben und so entspinnen sich wahre Wortduelle zwischen den beiden. Je näher sie Jean Luc kennenlernt, desto mehr seltsame Umstände fallen ihr auf, die sie erst gar nicht einordnen kann. Durch die hellseherisch begabte Fidelia aber schon mit Übersinnlichem vertraut, ertappt sie sich immer öfter bei der Idee, dass es tatsächlich Unsterbliche geben kann. Kann sie sich aber auch mit Vampiren anfreunden?

Bissig, witzig und mit viel Feingefühl, Kerrelyn Sparks setzt ihre Vampirserie erfolgreich fort. Mit dem nunmehr vierten Teil hat sie ein weiteres Paar gefunden, welches der Glückseligkeit entgegentanzt. Aber bis dahin sind noch ein paar Hindernisse zu überwinden, die kurzweilig geschildert werden. Heather ist ein sehr warmherziger, ironischer und realistischer Charakter, der von ihrem Mann übel mitgespielt wurde. Sie liebt ihre Tochter Bethany und ihre Freundin Fidelia, die auch immer mit ihren Bemerkungen für Heiterkeitsausbrüche sorgt. Zusätzlich tauchen auch viele bereits bekannte Personen wieder auf, angefangen mit Shanna und Roman, Angus und Emma und der Schottenarmee, die hauptsächlich mit Robbie und Ian auftrumpfen. Phil, die Tagwache, bekommt am Ende noch einen wichtigen Auftritt, ein weiteres Geheimnis lüftet sich. Während ihre Hauptcharaktere sich recht tiefgründig darstellen, geraten ihre Nebencharaktere leider oft sehr eindimensional. Die meisten männlichen Einwohner von Schnitzelberg werden als testosterongesteuerte Vollidioten dargestellt, die von ihrer eigenen Männlichkeit völlig überzeugt sind und nicht das geringste Fein- oder Taktgefühl besitzen. Cody, Heathers Exmann, ist der Oberidiot, der seine Weisheiten ungestraft in die Welt hinausposaunen darf. Als Jean Luc eingreift und ihn mit einem Fluch belegt, ist sein Verhalten weder witzig noch gerechtfertigt, Kerrelyn Sparks hat mit ihren Ideen hier leider mächtig daneben gegriffen. Natürlich sind die ganzen Vampire – die guten – alle edel, ritterlich, charmant und mit ausgezeichneten Manieren. Diese Kluft zwischen Vampir und Mensch ist eigentlich unnötig, hier wäre etwas mehr Ausgewogenheit angepasster gewesen. Auch die weiblichen menschlichen Wesen wirken mit Ausnahme von Fidelia nicht sehr sympathisch, die Vampirfrauen dagegen sind ausnehmend charmant. Das Ende ist auch relativ unspektakulär und man fragt sich unwillkürlich, warum das Jean Luc nicht schon viel eher gelungen ist, Zeit genug hatte er ja.

Von diesem Manko abgesehen sollte sich aber keiner davon abhalten lassen, in die Welt der Vampire abzutauchen, die Kerrelyn Sparks mit einem Augenzwinkern geschaffen hat. Spritzige Wortgefechte, Situationskomik, Ironie und muy macho sind ihre Zutaten für eine äußerst unterhaltsame Geschichte. Nebenher bereitet sie auch noch den Charakter des nächsten Bandes, Ian, auf seine Geschichte vor. Der jahrhundertealte Schotte mit dem Aussehen eines 15jährigen kämpft ständig gegen sein jugendliches Image an, Sparks ist hier eine interessante Lösung eingefallen. Nur das fürchterlich hässliche Cover stört, hier sollte Mira mal in sich gehen und sich etwas Neues einfallen lassen.


Fazit

Blutig, bissig und magisch ist Kerrelyn Sparks wieder eine betörende Vampirgeschichte gelungen. Sympathische, bekannte Charaktere sorgen für die nötige Unterstützung der neuen Hauptpersonen, viel Wortwitz und Situationskomik sogen für ein lockeres und spritziges Lesevergnügen. Wer sich gerne verzaubern lässt aber nicht die Realität aus den Augen verlieren möchte, dazu noch ein ständiges Schmunzeln im Gesicht, kann hier genau zu dem richtigen Buch greifen. Man muss die anderen Bände nicht zwingend gelesen haben, aber die Charaktere tauchen immer wieder auf und entwickeln sich weiter, so dass es sich empfiehlt, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
1. Wie angelt man sich einen Vampir – Roman und Shanna
2. Vamps in the City – Darcy und Adam
3. Vampire mögen’s heiß – Angus und Emma
4. Vampire tragen keine Karos – Jean Luc und Heather
5. Der Vampir, der aus der Kälte kam – Ian und Toni


Pro und Contra

+ interessante, liebenswerte Charaktere
+ humorvoll, einfühlsam und ironisch
+ gelungene Mischung aus Realität und Magie
+ viel Situationskomik
+ Wiedersehen mit bekannten Charakteren

° Ende zu unspektakulär

- unausgewogene Mischung der menschlichen und vampirischen Charaktereigenschaften
- Codys Bestrafung unpassend und zu übertrieben


Wertung:

Charaktere 4,5/5
Handlung 4/5
Lesespaß 4,5/5
Preis/Leistung 4/5

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 24. August 2010
 

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