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Herrscher des Lichts (Brandon Sanderson)
Geschrieben von Angelika
Mittwoch, der 15. September 2010

Heyne Verlag (Februar 2010)
Taschenbuch, 990 Seiten, 15,00 €
ISBN: 978-3-453-52337-1

Genre: Fantasy


Klappentext

Das Letzte Reich ist gefallen und sein grausamer Herrscher gestürzt. Doch während das befreite Volk der Skaa noch versucht, auf den Trümmern der Vergangenheit ein neues Reich aufzubauen, bricht ein uraltes Grauen über das Land herein und droht alles zu vernichten. Können die Nebelgeborenen mit ihren magischen Kräften den Untergang noch aufhalten? Wer wird sich zuletzt als Held aller Zeiten erweisen?


Rezension

Brandon Sanderson meldet sich zurück. Der amerikanischer Autor debütierte im Jahr 2007 mit seinem außergewöhnlichen Überraschungserfolg Elantris, begeisterte wenig später mit der Jugendbuchreihe „Alcatraz“ und präsentierte mit Kinder des Nebels den Auftakt seiner neuen Trilogie, die nun – nach Krieger des Feuers – mit „Herrscher des Lichts“ einen würdigen Abschluss erhalten hat. Einen, der den geneigten Leser einmal mehr über die Kreativität des Autors staunen lässt ...

>> Ich glaube, die Menschen haben nicht wirklich verstanden, wie glücklich sie waren. Während der tausend Jahre vor dem Zusammenbruch haben sie die Asche in die Flüsse geschaufelt, sie vor den Städten aufgehäuft und sich ansonst nicht um sie gekümmert. Sie haben nie begriffen, dass alles ohne die Mikroben und Pflanzen, die Raschek entwickelt hatte, rasch begraben worden wäre.<<

Helden und Widersacher, Sklaven und Unterdrücker – im letzten Reich herrschte kontrolliertes Chaos, während der Adel sich die Zeit mit großen Gesellschaften zu vertreiben verstand. Skaas starben auf den Straßen unter ihren Lasten, auf Plantagen oder in Minen. Nur wenige widersetzten sich und einer dieser Außergewöhnlichen war Kelsier, der Überlebende von Hathsin. Als „Nebelgeborener“ war er mächtig. Jetzt ist er tot. Zurückgeblieben sind seine Gefährten, die sich seitdem unkblässlich um Stabilität bemühten. Umsonst, wie es scheint.

Denn der Nebel hat sich verändert; er mordet. Die vom Himmel fallende Asche verstopft Flüsse und verdunkelt das Reich. Hungernöte sind, verglichen mit den dunklen Mächten, die nach dieser Welt zu greifen scheinen, die geringere Sorgen von Vin. Doch ihr Ehemann Elant, König des Letzten Reiches, gibt nicht auf und fordert damit immer mehr ein uraltes Grauen heraus ...

„In dem Ihr mich tötet, verdammt Ihr Euch selbst!“ – Das waren die letzten Worte des Obersten Herrschers und sie haben einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Auch jetzt noch und nach so langer Zeit. Denn wie man im vorangegangenen Band „Krieger des Feuers“ erfahren durfte, war Raschek nicht nur der bekannte Unterdrücker. Im Gegenteil. Er war ein Held, der sich mühte das Richtige zu tun und am Irrsinn der Realität scheiterte. Trotz der dadurch entstandenen Verzweiflung ließ er es sich nicht nehmen bestimmte Vorkehrungen zu treffen, um das Überleben seines Volkes zu sichern. Oder zumindest dessen Illusion auf Hoffnung. Eine Hoffnung die Vin und Elant nach dem Sturz des Obersten Herrschers nicht lange teilen dürfen, denn ihr Gegner ist nun Ruin, ein uralter Gott aus Terris. Ein Wesen, das zerstören möchte und Elant schließlich zum Handeln zwingt. Denn seine bisher so bewundernswert betriebene Politik stößt in diesem Fall an ihre Grenzen. Mehr noch: Sie wirkt zeitverschwendend und unnötig. Moralische Vorstellungen prallen an festgelegte Glaubensgrundsätze. Letztere kollidieren mit den blutrünstigen Taten, die notwendig wären um das Neue Reich vor dem Untergang zu bewahren. Elant und Vin müssen schlussendlich für sich entscheiden, ob die Rettung der Welt es wert ist, die Grausamkeiten und Fehler des letzten Jahrtausends zu wiederholen.

Mit diesem neuen, actiongeladenen Fokus präsentiert sich „Herrscher des Lichts“ um ein vielfaches schwungvoller als seine beiden Vorgänger. Denn anders als in „Kinder des Nebels“ und „Krieger des Feuers“ rücken die politischen Aspekte des Reiches endlich in den Hintergrund. Sie weichen einer sehr greifbaren Spannung, die oftmals mit wunderbaren Kampfeinlagen verbunden ist. Ebenso gelungen sind einmal mehr die Charaktere. Sie wirken stimmig, entwickeln sich weiter und erfreuen des Herz des Lesers immer noch so, wie sie es im ersten Band vermochten. Elants Wandlung vom Gelehrten zum Herrscher wird nun deutlicher; seine damit einhergehenden Zweifeln wachsen. Auch Vin ist immer weniger mit sich im Reinen. Doch der so dringend benötigte Zuspruch bleibt der inzwischen jungen Frau verwehrt, denn ihre Gefährten habe eine eigenständige Mission zu erfüllen und bieten damit immer wieder einige vom Trübsinn losgelöste Handlungspassagen. Hamms, Wehers und Spukis Charme ist hierbei ungebrochen. Nur Sazed leidet weiterhin besonders unter dem Verlust seine Geliebten. Sein Glaube ist verloren und eben jener ist unabdingbar, um in dieser Welt zu bestehen.

Denn Theologie wird auch in "Herrscher des Lichts" einmal mehr groß geschrieben. Egal ob man sich den vielen Glaubensrichtungen bewusst werden mag, oder eben nicht, so ist dennoch deutlich festzustellen, dass Brandon Sanderson zwischen Vernunft und Glaube (der an sich selbst und an einen Gott) zu vermitteln versucht. Seinen Gedankengänge sind nicht immer genau nachzuvollziehen, dennoch aber begeistert die vorherrschende Komplexität. Immer und immer wieder. Viele Idee klingen darüber hinaus unverbraucht und lassen den Autor somit über die kleineren Stolpersteine (kleinere Längen, so manche „Zufälle“) triumphieren, die auch in diesem Teil enthalten sind. Sehr viel Wissen wird wiederholt, um dem Leser immer wieder zu erklären, warum etwas wie ist, und wenn man es genau nimmt, so wirkt es, als hätte der Autor sein Vertrauen in den Leser verbraucht. Ein Eindruck, den man ihm vergibt, da das Thema umfassend, die Entwicklung berauschend und die Furcht durchaus nachzuempfinden ist, dass alles ein bisschen überfordern könnte.


Fazit

„Herrscher des Lichts“ ist der würdig erhoffte Abschluss einer wunderbaren Trilogie, die sich kein Fantasy-Fan entgehen lassen sollte. Auf über 2880 Seiten werden umfassend der Untergang und die Wiedergeburt einer Welt erzählt, deren Schicksal besiegelt scheint. - Ein außergewöhnliches Thema. Ein außergewöhnlicher Autor und ein überaus unterhaltsames Finale dieser Buchreihe, die nachdenkliche Themen in den Mittelpunkt stellt.


Pro und Kontra

+ teilweise sehr spannend
+ innovativ & tiefgründig
+ wunderbare Charaktere
+ intelligente Fantasy
+ überraschende Wendungen
+ ein würdiger Abschluss der Trilogie

o Zusammenfassung des ersten Bandes & Glossar vorhanden

- Längen im Mittelteil
- inhaltliche Wiederholungen

Bewertung:

Handlung: 5 / 5
Charaktere: 4,5 / 5
Lesespaß: 4,5 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5


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Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 07. Dezember 2010
 

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