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Babel - Hexenwut (Cay Winter)
Geschrieben von Judith
Freitag, der 15. Oktober 2010

Egmont Lyx (Oktober 2010)
Kartoniert mit Klappe
400 Seiten, 9,95 EUR
ISBN: 978-3-8025-8295-0

Genre: Dark / Urban Fantasy


Klappentext

Den Dämonen der Vergangenheit kann man nicht entfliehen …

Als Hexe verfügt Babel über große Macht. Doch sie weiß genau, wie verführerisch die dunkle Seite der Magie sein kann – einst erforschte sie mit ihrem Ex-Geliebten, einem Halbdämon, die Untiefen ihrer Kräfte. Als eine rätselhafte Mordserie ihre Heimatstadt erschüttert, wird Babel von den Alben engagiert, um den Täter zu finden. Dass sie sich dabei Hals über Kopf in den Alben Tom verliebt, stand allerdings nicht auf dem Plan …


Rezension

Babel verfügt über eine mächtige, intuitive Magie, die sie in der Vergangenheit für Dämonenbeschwörungen genutzt hat. Dieses dunkle Kapitel möchte sie nur zu gerne hinter sich lassen, ebenso wie ihren Exfreund Sam. Regelmäßig besucht sie die anonymen Alkoholiker, die zwar nichts über die wahre Problematik wissen, aber ihr dennoch helfen. Sucht ist schließlich Sucht. Offiziell arbeitet sie als Personal Trainerin, inoffiziell hilft sie ihren Klienten, Flüche loszuwerden oder auch sich das Leben mit ein bisschen Magie zu erleichtern. Eines Tages kommt sie dabei mit den Plags in Berührung, den Nachkommen der Alben, die einmal Naturgeister waren. Der Plag Tom berichtet ihr von einer Mordserie, bei der die Polizei die einzige Gemeinsamkeit unter den Opfern nicht kennt: alle waren Plags. Und Babel soll herausfinden, wer der Täter ist. Dass sie dabei Gefühle für Tom entwickelt, macht den Fall nicht gerade leichter …

Babel ist als Protagonistin unheimlich interessant. Durch ihre düstere Vorgeschichte, die ausschnittsweise vor dem eigentlichen Beginn des Romans erzählt wird, wird sie wohl lebenslang der Versuchung der Macht wiederstehen müssen – und Sam. Ihre Jugendliebe besitzt als Dämonenkind einen gelinde gesagt impulsiven Charakter, der sie beide oftmals in Schwierigkeiten brachte. Mit ihm gemeinsam führte sie Beschwörungen und Blutrituale durch, stets an der Schwelle zum Verlust jeglicher Moral und ihres Selbst. Sam ist sprichwörtlich ihr ganz eigener Dämon und wie Babel vermag auch er, den Leser zu faszinieren. Er stellt einen wunderbaren Kontrast zu den starken, moralisch unbedenklichen Helden dar, auch wenn man seine permanente Lust auf Ärger nicht teilen muss. Ihm gegenüber steht der Plag (nicht Albe!) Tom, ein ruhigerer, geerdeter Typ, dem man jedoch hin und wieder ebenfalls seine negativen Gefühle deutlich ansieht. Er hat durchaus seine Reize, aber er ist auch zu sehr der typische, muskulöse Frauenschwarm, den es in den meisten Werkes des Genres gibt.

Stilistisch und auch spannungstechnisch schwankt die Geschichte. Die kursiven Gedankeneinschübe gestalten sich wie Selbstgespräche, wobei Babel sich auch kritisch betrachtet. Sie lockern den Roman auf, sind mal humorvoll, mal nachdenklich. Vor allem bringen sie dem Leser die Figur Babel richtig nahe. Es gibt reichlich Szenen, die einfach toll geschrieben sind. Daneben gibt es aber auch einige, die nicht ganz überzeugen. Ebenso verhält es sich mit der Spannung, die immer wieder abfällt. Babels Herangehensweise an die Mordfälle erscheint zwar recht logisch, gestaltet sich aber zwischenzeitlich auch langatmig. Vor allem Sam macht alles etwas komplizierter und damit auch spannender. Auch die Erotik kommt dabei nicht zu kurz, wobei man auf die ersten leidenschaftlichen Szenen lange warten muss. Die Aufklärung der Morde ist recht gut gelungen, für aufmerksame Leser aber auch etwas vorhersehbar. Am Ende bleibt jedoch noch einiges an Konfliktpotential übrig, was im zweiten Band von „Babel“ noch sehr interessant werden könnte.

Die Magie in Babels Welt verspricht große Macht, verlangt den Hexen jedoch auch einiges ab. Jeder Zauber und jedes Ritual fordern ihre Opfer, in den entsprechenden Szenen spürt man förmlich die Anstrengung der Hexe. Insbesondere die Blutrituale beeindrucken den Leser, schrecken ihn vielleicht auch etwas ab. Die Magie an für sich beruht auf der Veränderung physikalischer Gegebenheiten, womit ihr natürliche Grenzen gesetzt werden. Wilde Zauberei gibt es also glücklicherweise nicht, sondern ein gut durchdachtes Magiebild. Die Ebenen der Toten und der Dämonen finden immer wieder Erwähnung, behalten aber noch viele Geheimnisse. Mit den Plags stellt Cay Winter das Elfenbild etwas auf den Kopf. Sie stammen zwar von Naturgeistern ab und besitzen zu ihren Tieren und ihrer Umwelt eine starke Verbindung, doch sie sind nicht gerade die erhabenen, ruhigen Wesen. Sie hausen in einer Wagenburg und muten eher wie Punks an. Piercings und Tattoos gehören da ebenso dazu wie eine riesige, sabbernde Dogge.

Das Cover erstrahlt passend zum Inhalt in dunklen Farben und dürfte den ein oder anderen interessierten Leser sofort in seinen Bann schlagen. Egmont Lyx hat in den letzten zwei Jahren ein glückliches Händchen mit der Gestaltung der Paperbacks bewiesen. „Babel“ erscheint im etwas kleineren und günstigeren Format und erfreut sich guter Qualität, sodass mehrmaligem Lesen nichts im Weg steht. Auch die Geschichte an für sich steht dem nicht im Weg – zumindest ein paar ausgewählte Szenen wird man gerne mehrmals lesen.


Fazit

Kreative Ideen, eine düstere Atmosphäre und humorvolle Einschübe machen „Babel – Hexenwut“ zu einem vielversprechenden Reihenauftakt. Babel ist sowohl als Charakter als auch als Hexe wahnsinnig interessant und man darf gespannt sein, wie ihr Kampf mit ihren inneren Dämonen weitergeht.


Pro & Contra

+ vielschichtige Protagonistin
+ Sams impulsive Art
+ gute Ausarbeitung der Magie
+ düster, humorvoll und anregend
+ die Plags als „moderne Elfen“

o Tom als genretypischer Frauenschwarm

- Spannung verliert sich zwischenzeitlich
- Aufklärung der Morde etwas vorhersehbar

Wertung:

Handlung: 3/5
Charaktere: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5


Interview mit Cay Winter (Oktober 2010)

Interview mit Kathleen Weise (Oktober 2011)

Rezension zu "Babel - Dämonenfieber" (Band 2)

Rezension zu "Im Land des Voodoo-Mondes"

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 23. Juni 2015
 

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