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wie viele bücher hat er geschrieben
Guten Tag, haben Sie noch weitere Termine für Lesungen mit Heinrich Steinfest? Wir haben GROSSES ...

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Der Roman hat mich sofort begeistert. Ich konnte mich schnell und gut in Ella hineinversetzen , mit ihr ...

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Awesome article post.Thanks Again. Much obliged.
"Es geschah im Dunkeln" hört sich ja mal nach einem wirklich interessanten Thriller an. Werde ich im ...

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Neuerscheinungen 2015 - Eine Vorschau

Jeder Leser kennt das Gefühl der blanken Vorfreude - jenes Sehnen nach weiteren Büchern von den eigenen Lieblingsautoren und natürlich blicken auch die Redakteure von Literatopia.de gerne in die Zukunft (oder besser gesagt in Verlagsprogramme, die noch gar nichts mit der Gegenwart gemeinsam haben). Da solche begehrlichen Blicke meist Titel erspähen, deren Erscheinungsdatum und Details noch nicht in Stein gemeißelt sind, nutzen wir nun in unserem Blog die Gelegenheit, euch außerhalb unser (halbwegs) verlässlichen Quartals-Rubriken ein "mitfiebern" zu ermöglichen. Viel Freude also, denn ...


 ... voraussichtlich wird im Januar 2015 erscheinen:

Königsschwur von Joe Abercrombie bei Heyne: Prinz Yarvi von Gettland ist ein Krüppel, ein Schwächling, ein Niemand. Mit nur einer funktionstüchtigen Hand geboren und von seinem Vater verachtet, muss er sich mit einem bedeutungslosen Diplomatenposten zufriedengeben. Als sein Vater und sein Bruder eines Tages brutal ermordet werden, überwindet Yarvi seine Schwäche und besteigt den Schwarzen Thron von Gettland. Und er legt einen Eid ab: denjenigen, der seine Familie getötet hat, zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen! Doch dann wird Yarvi von seinen engsten Vertrauten verraten ...

Über den Autor: Joe Abercrombie arbeitet als freischaffender Fernsehredakteur und Autor. Mit seinen weltweit erfolgreichen Romanen um den Barbaren, den Inquisitor und den Magier hat er sich auf Anhieb in die Herzen aller Fans von packender, düsterer Fantasy geschrieben und schaffte es bereits mehrmals auf die Times-Bestsellerliste. Joe Abercrombie lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Bath.

 
Poison Princess - Herr der Ewigkeit von Kresley Cole bei cbt: Von Jack betrogen, gefangen in einer Welt des Verderbens, nimmt Evie ihre Gabe und ihr wahres Wesen an. Doch womit sich die Herrscherin nicht abfinden will, ist das grausame Spiel, das sie und die anderen Arkana verbindet. Sie findet Verbündete in ihrem Kampf, doch sie trifft auch auf ihren erbittertsten Gegner – den schönen wie geheimnisvollen Tod, den Herrn der Unendlichkeit. Evie hängt immer noch an Jack, aber mit dem Tod, das spürt sie, verbindet sie eine weit in die Vergangenheit reichende Geschichte – und eine ebenso alte Schuld. Und der Tod vergisst nie …

Über die Autorin: Kresley Cole lebt mit ihrem Mann in Florida. Mit ihrer paranormalen Serie Immortals after Dark eroberte sie die Bestsellerlisten und gewann gleich zweimal den RITA Award. Poison Princess ist der Auftakt ihrer ersten Jugendbuchtrilogie.

 

... voraussichtlich wird im März 2015 erscheinen:

Der Höhepunkt der großen Wächter-Saga Die letzten Wächter von Sergej Lukianenko bei Heyne: Von Tausenden Fantasy-Fans sehnsüchtig erwartet, legt Bestsellerautor Sergej Lukianenko mit Die letzten Wächter nun endlich das atemberaubende Finale zu seiner Wächter- Serie vor, der legendären Saga um die »Anderen« – Vampire, Hexen, Magier, Gestaltwandler –, die seit Jahrhunderten unerkannt in unserer Mitte leben. Längst ist der fragile Waffenstillstand zwischen den Mächten des Lichts und der Dunkelheit nichtig geworden, und auf den Straßen herrscht offener Krieg ...

Über den Autor: Sergej Lukianenko, 1968 in Kasachstan geboren, studierte in Alma-Ata Medizin, war als Psychiater tätig und lebt nun als freier Schriftsteller in Moskau. Er ist der populärste russische Fantasy- und Science-Fiction-Autor der Gegenwart, seine Romane und Erzählungen wurden mehrfach preisgekrönt. Die Verfilmung von "Wächter der Nacht" war der erfolgreichste russische Film aller Zeiten.
 

Herz verloren von Simone Elkeles bei cbt: Vic Salazar ist seit langem in Monica verliebt, die Freundin seines besten Freundes Trey. Doch Vic würde Trey nie verraten, der auch noch sein bester Kumpel im Footballteam ist.

Also tut er so, als könnte ihm Monica egaler nicht sein. Monica ist zufrieden mit Trey, der solide und zuverlässig ist. Ganz im Gegensatz zu Treys undurchschaubarem Freund Vic, aus dem sie einfach nicht schlau wird. Doch als Vic sie in einem unvorhergesehenen Moment küsst, sprühen die Funken …

Über die Autorin: Simone Elkeles wuchs in der Gegend von Chicago auf, hat dort Psychologie studiert und lebt dort auch heute mit ihrer Familie und ihren zwei Hunden. Ihre "Du oder das ganze Leben"-Trilogie, für die sie zum "Illinois Author of the Year" gewählt wurde, wurde zum weltweiten Bestseller.
 
 
Weltenmagie - Das vergessene Reich von Aileen P. Roberts bei Goldmann: Zusammen mit ihrem Freund Kayne und dem Drachen Robaryon macht sich Leána durch ein Magisches Portal auf in die Elfenwelt Sharevyon. Dies scheint der einzige Weg, die Elfen Albanys vor dem Aussterben zu bewahren. Als sie jedoch dort eintreffen, sind die Freunde entsetzt – die Paläste der Elfen sind verfallen, deren Bewohner nur noch ein Schatten ihrer selbst. Von der Elfenherrin erfährt Leána, dass in Sharevyon schon lange alle Magie erloschen ist. Nur, wenn es den Freunden gelingt, durch das Portal Drachen und andere magische Wesen in die Elfenwelt zu holen, kann diese gerettet werden ...

Über die Autorin: Aileen P. Roberts ist das Pseudonym der Autorin Claudia Lössl. Sie hat bereits mehrere Romane im Eigenverlag veröffentlicht, 2009 erschien mit "Thondras Kinder" ihr erstes großes Werk bei Goldmann, danach folgten "Weltennebel" und "Feenturm". Claudia Lössl lebt mit ihrem Mann in Süddeutschland.


(Quelle: Verlagsprogramme für 2015)

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 17. Mai 2014
 
Lesungsbericht: Anne Hertz in der Albers Bar (25.03.2014)

Dass die Albers Bar (liebevoll auch "mein zweites Wohnzimmer" genannt) eine perfekte Location für verschiedene Veranstaltungen und eben auch für Lesungen ist, ist für Hamburger keine besondere Neuigkeit und wurde auch von mir selbst mit der "Anti-Pop-Lesenacht" im letzten März schon deutlich unter Beweis gestellt. Was mich persönlich sehr stolz macht, ist die Tatsache, dass aus dieser kleinen, ersten Lesung inzwischen eine größere Sache geworden ist, auch wenn ich selbst meine Finger nicht mehr im Spiel habe.
Denn jetzt gibt es regelmäßig Lesungen in der Albers Bar, und ich hatte am Dienstag das große Vergnügen, als eingeladene Pressemitarbeiterin bei der Lesung von Anne Hertz dabei sein zu dürfen. Da ich mir immer wieder vornehme, Lesungsberichte zu schreiben, und es dann aus Zeit- und irgendwelchen anderen Gründen doch nicht mache, habe ich dieses Mal bei verschiedenen Leuten einen ebensolchen angekündigt. Und hier kommt er nun :)

Hinter dem Pseudonym Anne Hertz verbirgt sich das Schwesternpaar Wiebke Lorenz und Frauke Scheunemann, das nicht nur gemeinsam, sondern auch jede für sich erfolgreiche Romane schreibt. Wiebke bewegt sich dabei in meinem Lieblingsgenre, dem Thriller-Bereich (siehe Rezension zu "Alles muss versteckt sein") bewegt, Fraukes Bücher hingegen sind eher romantische Komödien, die aus der Sicht von Tieren erzählt werden (siehe Rezension zu "Dackelblick").
Als Anne Hertz schreiben die beiden Unterhaltungsromane für Frauen – also ein Genre, das eigentlich nicht unbedingt in meinen Lesegeschmack fällt. Doch hier war ich dank eines sehr lieben und anpreisenden Briefes von den beiden Autorinnen sehr neugierig auf den neunten gemeinsamen Roman, und als ich dann auch noch erfuhr, dass die Lesung in meinem zweiten Wohnzimmer stattfinden sollte, stand für mich fest, dass ich dabei sein musste, und ich war sehr gespannt auf Buch und Lesung.

Nach ein wenig erheiterndem Vorgeplänkel, bei dem sich die beiden Schwestern gekonnt gegenseitig den verbalen "Aufzieh“-Ball zugespielt haben, ging es dann auch recht schnell los mit der ersten Passage aus "Die Sache mit meiner Schwester". Die Rollen waren hierbei sehr klar verteilt – Wiebke las den Erzähler und die Figur der Nele, Frauke übernahm alle anderen Dialogparts. Da der Roman ganz eindeutig einige autobiographische Züge hat – immerhin geht es um zwei sehr unterschiedliche Schwestern, die gemeinsam unter einem Pseudonym Romane schreiben –, gab es allein hier schon einiges zu lachen. Vor allem wegen der Zwischeneinwürfe, die darauf hinwiesen, dass es sich bei dieser Aussage um einen autobiografischen Teil handelt. Ob das wirklich immer so der Wahrheit entsprach? Wer weiß.

Nach einem kurzen Sprung über mehrere Kapitel ging es dann weiter mit der zweiten Passage, die eine besondere Überraschung für das Publikum bereit hielt. Wiebke ließ es sich nämlich nicht nehmen, eine bestimmte Stelle aus dem Roman tatkräftig darzustellen, und gab schließlich eine deutsche Version von "Hard To Say I’m Sorry" zum Besten. An dieser Stelle wären in manch anderem Publikum die Feuerzeuge in die Höhe geschossen, doch im Albers wurden durch den spontanen Einsatz von Barchef Max schließlich Wunderkerzen angezündet. Schön war das, und mit einem seligen Lächeln genoss das Publikum anschließend auch die zweite Hälfte dieser Textpassage.

Anschließend gab es eine kleine Pause, in der die Raucher ihre Lungen befriedigen konnten und an der Bar für Getränke-Nachschub gesorgt wurde. Die Auszeit währte jedoch nicht lange, denn der Zeitrahmen war eng gesteckt und das Publikum erwarteten noch zwei Textpassagen sowie zwei weitere Gesangseinlagen von Wiebke ("Das bisschen Haushalt" und zum krönenden Abschluss der Lesung "Über den Wolken").

Zum Abschied gab es dann natürlich noch ein kleines Foto und die beiden Autorinnen durften mir auch noch ein paar zusätzliche liebe Worte in mein Exemplar schreiben. Dass ich an diesem Abend nicht nur eine tolle Lesung besuchen durfte, sondern auch noch ein paar sehr nette Kontakte knüpfen konnte, hat die ganze Sache für mich perfekt abgerundet und ich bin schließlich ziemlich müde, aber auch sehr zufrieden nach Hause gefahren. Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend dort im Albers. Das Publikum hatte ohne Ausnahme sehr viel Spaß und selbst das arbeitende Bar-Personal fand richtig Gefallen an der Veranstaltung (habe ich mir im Vertrauen sagen lassen ;)).

Die vorgetragenen Textausschnitte haben diejenigen, die das Buch bisher noch nicht gelesen haben (es ist ja auch gerade erst vor knapp drei Wochen erschienen), definitiv angefüttert. Auch ich werde wohl entgegen meines üblichen Geschmacks sehr bald zu "Die Sache mit meiner Schwester" greifen, und das nicht nur, weil ich durch das Rezensionsexemplar vom Verlag dazu "gezwungen" werde, sondern weil ich wirklich Lust auf die Geschichte habe. Ihr könnt euch also schon jetzt auf die Rezension freuen – und wer nicht so lange warten möchte, kann sich ja anhand der Leseprobe selbst schon mal ein Bild machen.


Dieser Lesungsbericht wurde von Schattenwege.net verfasst und Literatopia zur Verfügung gestellt.
Alle Rechte vorbehalten.
Zuletzt aktualisiert: Montag, der 31. März 2014
 
Unsere Highlights aus 5 Jahren Literatopia (Teil 6)

Liebe LeserInnen,

Ein halbes Jahrzehnt ist Literatopia nun alt und meine Wenigkeit darf sich an ihrer Gesellschaft gerade mal etwa seit einem Jahr erfreuen. Doch in einem Jahr kann man viel erleben und ein literarisch freundlicher Rückzugsort wie dieser, hat mir Einiges geboten. Von herausragenden Bestsellern bis hinzu atemberaubenden Comics und Graphic Novels, die mit Inhalt und Darstellung den  Alltag gänzlich auf den  Kopf stellen vermögen, sehe ich mich dazu in der Lage ein paar von ihnen im Folgenden zu erwähnen. Tagtäglich begleiten mich Bücher und dank Literatopia hat sich mein Horizont um Längen erweitert. Wer hätte gedacht, welch unbekannte Welten für einen persönlich bereit liegen.  Zahlreiche Schätze verschiedener Epochen beheimaten nun meine Lesekammer und es ist noch Platz für mehr. Es wird Zeit einen kleinen Bruchteil davon vorzustellen, denn wieso sollte nur ich in den Genuss großer Genialität kommen.

So beginnen wir die Reise im Frankreich zur Zeiten der französischen Revolution. Wir gehen entlang der von Aufständen gebeutelten Straßen, schauen Rousseau bei einer seiner schwungvollen Reden zu, blicken um die Ecke und sehen eine junge, wunderschöne Frau, die sich mutig und präsent zeigt, nicht unterkriegen oder ausbeuten lässt. Eine feine Dame der Gesellschaft, die für ihre Rechte zu kämpfen weiß: „Olympe de Gouges“.

Noch nicht oft den Weg in die Regale großer Buchhandlungen gefunden, haben sich Catell Muller und Jose-Louis Bocquet ein Herz gefasst und dieser Frau einen umfassenden Gesamtband geschenkt, der es mehr als nur Wert ist gelesen zu werden. Automatisch eingesogen in die Welt einer Frauenrechtlerin, die es nicht nötig hatte im Evaskostüm  ihre Ideale zu präsentieren. Zeichnungen, die auf den ersten Blick einfach und grob erscheinen, sind in Wahrheit kleine Meisterwerke, jedes für sich ein Fenster in den Hof der französischen Gesellschaft aus einer femininen revolutionären Sicht. Doch nicht nur bloße Äußerlichkeiten zeichnen diese Graphic Novel aus.

Atmosphäre, Stimmung und der geschickte Umgang mit der schwarz-weißen Kolorierung vermitteln dem Leser ein Gefühl von Behaglichkeit und Abenteuer zugleich. Da dieses Stück Kunst einem breiten Publikum bekannt werden sollte, so bin ich froh die Ehre gehabt zu haben, ihn in seiner Pracht vorstellen zu dürfen.

Doch nicht nur Frankreich und seine epochalen Umbrüche ist von Bedeutung und Interesse. Denn wahrlich gab es Zeiten, die noch kruder und dunkler waren, als wir es uns im modernen Westen vorstellen können. Aus diesem Grund begab ich mich auf eine Reise zu den Grundfesten des religiösen Glaubens-nach Israel, Jerusalem. Welche Geheimnisse warteten dort auf mich? Ungewiss und zögernd griff ich zu einem Bündel auf dem Sandboden liegender Comics, schlug sie auf und ward selbst Feuer und Flamme, denn „Das Dritte Testament“ hatte so einige Überraschungen und Geheimnisse parat, für die die Welt sicherlich noch nicht bereit ist.

Erzbischöfe, Ketzer, Inquisitoren, Mönche und junge Frauen-sie alle haben etwas gemeinsam: Die Jagd nach der Lösung des Rätsels des geheimnisvollen Julius von Samaria, das nicht nur die Welt wie man sie kennt, sondern auch den Glauben in seinen Manifesten und Grundzügen erschüttern wird. Der Graf von Marburg nahm mich mit auf eine Reise in unbekannte Gefilde und ich sah Dinge, von denen die meisten nicht einmal träumen.

Gott sei Dank waren zwei Männer zugegen, die alles verfolgten und Schritt für Schritt aufzeichneten-Xavier Dorison und Alex Alice. Mit geschickt ausgeklügeltem Szenario und atemberaubend echten Zeichnungen illustrierten sie die damalige Zeit in Perfektion. Über lange und steinige Strecken sind diese vier Bände an Authentizität kaum zu übertreffen.

Literatopia hat im vergangenen Jahr aber nicht nur meinen Sinn für Geschichte, Mystik und große Persönlichkeiten geschärft. Fantastik gepaart mit mehreren Horrorelementen nimmt mittlerweile auch einen großen Teil meiner bescheidenen Kammer ein. Wo soll man anfangen, wenn das Angebot schier gigantisch ist? Am besten man verbindet alltäglichen Spaß mit einer Prise literarischem Können und herauskommt ein Wunder aus der Hand eines großen Meisters: Robert Kirkman hat den Menschen einen Gefallen getan und seine Visionen bezüglich der Apokalypse offenbart: „The Walking Dead“ sind unsere Zukunft, oder vielleicht auch nicht?

Eine Lehre liegt verborgen in dem Endzeit-Szenario, welches von Zombies beherrscht wird. Es gibt jemanden, der überlebt und dieser jemand wird früher oder später auf einen anderen Überlebenden treffen. Die Vernunft gebietet eine Zusammenarbeit, doch war ich Zeuge eines Zerwürfnisses, dass trotz wandelnder Totengefahr sich weiter und weiter ausbreitete. Ich konnte es nicht fassen, dass die Menschheit in ihr altes Muster fiel und sich gegenseitig beklaute und tötete. Ein einsamer Wanderer aus den Wäldern erzählte mir vom großen Gouverneur.

Ein starker, charismatischer und überzeugender Mann. Ein Führer durch und durch. Viele waren bereit ihm zu folgen, doch nur wenige überlebten es, denn mit der Zeit verfiel er dem Wahnsinn; und wer das Schicksal herausfordert, der wird fallen. Gouverneur Philip Blake fiel tief, obwohl er fähig gewesen wäre, einen Ort zu schaffen, in dem Menschen in Frieden und ohne Angst leben konnten. Doch wie so oft erkennen wir nie die Gefahr, die über unseren Köpfen, wie ein Damocles-Schwert schwebt. Für die nächsten Monate und Jahre wird es mich oft an diesen Ort zurückziehen, denn wer weiß, vielleicht sind Menschen im Stande dazuzulernen, um das Paradies zu schaffen, für das sie geboren wurden.

Zurück aus der Zukunft in die Gegenwart. Durch Zufall fand ich mich in einer kleinen Stadt wieder, die irgendwie anders war: Farbenfroh, fröhlich und vor allem...besiedelt von Enten. Ich konnte meinen Augen nicht trauen. Ein Schild auf einer Straße verriet, dass dies die Heimat von Dagobert und Donald Duck war. Entenhausen. Aufgeregt lief ich durch die Straßen und plötzlich traf ich drei kleine aufgeweckte Fähnlein Fieselschweiflinge, die bemerkt haben mussten, dass ich völlig fremd hier war. Ich wollte alles über diesen Ort erfahren und sie waren nur allzu bereit mich mit Informationen, Mythen und Legenden über dieses Fleckchen Erde zu füttern. Neben einem schlauen Buch, kramte einer von ihnen einen dicken Wälzer heraus: „Die Ducks - Eine Familienchronik“.

Alles stand dort geschrieben. Die Geschichten von Dagobert, Donald, Tick, Trick, Track, Oma und Daisy Duck...und noch viel mehr. Carl Barks, der den Enten dabei half ihr Leben festzuhalten hat etwas geschaffen, das noch Generationen um Generationen weiterleben und begeistern wird. Und die Geschichten werden nicht langweilig. Mal sind sie zum Schmunzeln, zum Mitlachen oder Mitfiebern. Diese Enten haben alles, was man braucht und noch viel mehr.

Dank Literatopia kann ich mich zu den Besitzern dieser wertvollen Schrift zählen und immer, wenn es meinem Gemüt danach beliebt, in die Stadt zuückzukehren, dessen reichster Erpel mehr Angst um seinen ersten, selbst verdienten Taler hat, als so mancher um sein täglich Brot.

Zusammen mit diesem Forum habe ich viel gesehen und ich bin mir sicher, dass noch Vieles kommen wird. Jeder Roman, jede Graphic Novel und jeder Comic hat mir eine andere Sicht auf das Leben und die menschliche Fantasie gegeben. Natürlich waren hier und da Einzelstücke, die nicht meinen Geschmack trafen und zu denen man keineswegs raten sollte. Doch bleibt Vieles subjektives Empfinden und wer weiß, vielleicht würde sich jemand tatsächlich in Tobias O. Meißners von „Dämonen“ beseelten Welt wohl fühlen. Es ist schwer alle Erfahrungen zusammenzutragen, denn dafür reicht kein Platz der Welt.

Doch bevor ich an ein Ende komme, muss ich doch zugeben, dass es sich durchaus lohnt seine Gedanken schweifen zu lassen und sie an Bord eines Schiffes gehen zu lassen, das die Meere des Alls erforscht und neue Spezies und Welten erkundschaftet. Welches Transportmittel wäre dafür besser geeignet als Jonathan Archers NX-01. Der Kommandant des ersten Warp-5 Raumschiffes zeigt in „Star Trek: Enterprise“ wahrlich „Das höchste Maß an Hingabe“, die ein echter Captain nur zeigen kann.

Auch wenn Klingonen nicht die friedlichsten Zeitgenossen sind und Vulkanier bestimmt nicht zu den emotionalsten Wesen gehören, bereue ich keine Sekunde lang das Aufeinandertreffen mit ihnen. Mit der Zeit habe ich viel gelernt, doch gibt es in den unendlichen Weiten noch viel mehr. Ich bin mir sicher, dass die nächsten Jahrzehnte Literatopia  Einiges an Erkenntnissen einbringen wird. Wer weiß, vielleicht wird dies nicht mein letzter Logbucheintrag sein.

Bis dahin liebste Grüße,

Victoria!

Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 20. Dezember 2013
 
Unsere Highlights aus 5 Jahren Literatopia (Teil 5)

Liebe LeserInnen,

5 Jahre Literatopia! Für mich heißt das, dass ich praktisch von Anfang an dabei war. Zunächst nur als Mitglied im Forum und ein Jahr später dann als Rezensent und Redakteur für die Mainpage. Viele Rezensionen existierten da noch nicht, was sich aber recht schnell ändern sollte. Seitdem ist so manches Buch durch meine Finger gegangen, gute wie schlechte, und ich hatte mehr als nur einmal die Möglichkeiten Neues zu entdecken und stieß auf so manchen Klassiker, der mir vorher verborgen geblieben war.

Vor allem im Comicbereich, in dem ich mich zurzeit recht häufig herumtreibe, hat da so manche Perle auf mich gewartet. Generell muss ich hier auch noch mal eine Lanze für diesen Literaturzweig brechen. Anders als zum Beispiel in Frankreich werden in Deutschland Comics immer noch als Kinderkram angesehen und belächelt. Dabei erreichen viele von ihnen eine erzählerische Brillanz und Tiefe der Charaktere, denen so manches hochgelobte Werk der Feuilletons nicht im Stande ist, die Stirn zu bieten.

Wer einmal „Der Killer“ gelesen hat, wird von den meisten Thrillern in Romanform enttäuscht werden. Solch ein ungewöhnlicher Ansatz, eine Geschichte aus der Sicht eines Killers zu erzählen, ist geradezu wagemutig und einzigartig. Dabei lassen Jacamon und Matz alles Konventionen hinter sich und sezieren geradezu das Innenleben des Killers. Die Bilder sind dabei nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern verleihen zusätzliche Tiefe, die ein Romanautor niemals in Worte fassen könnte.

Es wäre wünschenswert, wenn mehr Menschen im deutschsprachigen Raum über ihren Schatten springen und zu einem Comic greifen würden, ansonsten entgehen ihnen kleine und große Meisterwerke, die es verdienen mehr Aufmerksamkeit zu finden.
 
Da wäre unter anderem „Benjamin“ zu nennen. Von Alberto Varanda getextet und gezeichnet, erlebt der Leser in einzelnen Bildern und kurzen Geschichten die Abenteuer eines verträumten Jungen, dessen Phantasie geradezu grenzenlos erscheint. Dabei kommen teilweise recht philosophische Gedanken zum Leben zum Vorschein, allerdings in einer wunderbaren, phantasievollen Art und Weise, die so seit Calvin und Hobbes nicht mehr anzutreffen war.

Roland, Ritter Ungestüm“ ist dann ein Klassiker, der seiner Wiederentdeckung geharrt hat. Viele Jahre lang in Deutschland nicht erhältlich, gibt es nun seine Abenteuer in einer achtbändigen Gesamtausgabe zu bestaunen, die im Gegensatz zum Rest Europas wirklich vollständig ist. Die Geschichten um den titelgebenden Ritter vermögen immer noch zu begeistern und auch die Zeichnungen wirken nicht altbacken, sondern sind äußerst dynamisch und modern. Die Geschichte, wie Roland seinen Weg findet und sich weiterentwickelt im Laufe der Jahre und Abenteuer ist sowieso über jeden Zweifel erhaben. Wer etwas für Abenteuer- und Mittelaltergeschichten über hat, sollte unbedingt zu greifen.

Ebenso Japanfreunde und Kampfsportler bei „Okko“ von Hub. Hub lässt zwar die Ereignisse um Okko im fiktiven Land Pajan spielen, aber es ist mehr als offensichtlich, dass damit Japan gemeint ist und er viel über dessen Mythen recherchiert hat. Und so präsentiert er dem Leser einen Samurai, einen Ronin, als Helden, der recht authentisch herüberkommt. So einigen Serien und Reihen wären eigentlich noch zu nennen wie „Hellboy“, das völlig zu Unrecht unterschätzte „B.U.A.P“, “ Barracuda“, „Jeff Jordan“ oder „Nosferatu“ und vor allem auch „Onkel Dagobert – Sein Leben, Seine Milliarden“.

Die Biographie des Kapitalisten und Fantastilliardärs gibt einen tiefen Einblick in das Seelenleben der reichsten Ente der Welt und erhebt diese Geschichten weit über den üblichen Lesestoff, egal ob in Comic- oder Romanform. Don Rosa erzählt hier ganz in der Tradition großer Romanciers wie Jack London oder Mark Twain vom Aufstieg eines in armen Verhältnissen geborenen Jungen zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten und lässt Dagobert Ducks Wesenszüge mehr als nur nachvollziehbar erscheinen. Dabei trifft Dagobert auf mehrere berühmte Persönlichkeiten der Geschichte und Sein Leben, seine Milliarden bildet auch so immer die entsprechende Zeit ab, in der die aktuelle Episode spielt. Besser kann so eine Biographie nicht verfasst werden.

Aber auch im Romanbereich schafften es Autoren und Verlage mich zu beeindrucken. „Der Hobbit“, aktuell auch mit dem zweiten Teil bald wieder im Kino zu bewundern, hat dabei sogar zweimal seinen Weg in mein Bücherregal gefunden. Eine Ausgabe ist dabei mit wunderschönen Bildern und Illustrationen von Alan Lee versehen und lässt den Leser dadurch noch tiefer in die Geschichte eintauchen.

Die andere nennt sich „Das große Hobbit Buch“ und lädt dazu ein, Inspirationsquellen und Absichten von J.R.R. Tolkien zu entdecken. Neben der spannenden Geschichte des Kinderbuches geht der Leser durch eine Vielzahl Anmerkungen und Fußnoten ein weiteres Mal auf Entdeckungstour durch die Welten Tolkiens und ihrer Entstehung.

Eins der erschreckendsten Bücher war mit Sicherheit „Auf der Spur des Bösen“ von Axel Petermann. In klaren, nüchternen Worten berichtet er von seiner Arbeit als Profiler und man entdeckt, dass die Welt mitunter dunkler ist, als man es sich vorzustellen vermag. Mit Sicherheit nichts für zarte Gemüter, aber ein guter und wichtiger Einblick in die Arbeit von den vielleicht am wenigsten beachteten Zweig der Polizei.

Im Kontrast dazu, waren die unterhaltsamsten und witzigsten Bücher in den letzten Jahren zum einen natürlich von Terry Pratchett. Seine Scheibenweltromane haben schon lange ihren Platz im Olymp des Humors erobert, aber auch andere stoßen mittlerweile in diese Bereiche vor. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Jan Oldenburgs Versuch mit dem „Totentrickser“ wäre hier ein trauriges Beispiel von zu viel gewollt, aber ohne klares Konzept oder eine zusammenhängende Geschichte und wurde so für mich zu einem Ärgernis, denn auch ein Roman, der sich voll auf Humor verlassen will, sollte so etwas vorweisen und nicht zu einer schlechten Nummernrevue werden.

Besser hingegen hat dies Alexey Pehov in seinen „Chroniken von Siala“ gemacht. Dieb Garret ist zynisch und sarkastisch und nie um einen Spruch verlegen. „Schattenwanderer“ ist voller Witz und Humor und doch liegt dort nicht der Hauptaspekt, sondern ist nur eine Folge aus den Ereignissen und Charakteren. Die Geschichte an sich ist spannend erzählt und birgt so manche Überraschung und so bekommt der Leser ein Gesamtpaket, welches einfach stimmig und lesenswert ist.

Ebenso bei R.A. Salvatore, dessen Romane um den Dunkelelfen Drizzt Do´Urden schon lange zu den meist verkauften Fantasyromanen zählen. Aber auch er weiß noch zu überraschen. In Der Piratenkönig findet sich sogar so manche politische Anspielung auf unsere Zeit und lässt ihn so etwas herausstechen.

Eine ganz besonderen Freude war für mich in diesem Zusammenhang, dass ich mit R.A. Salvatore ein Interview führen durfte, welches er auf seiner Homepage verlinkte. Ganz unkompliziert reagierte er auf die Anfrage und kam auch ganz im Allgemeinen als ein sympathischer und freundlicher Mensch herüber, dem seine Fans wichtig sind.

Viele gehörten eigentlich noch erwähnt und extra gelobt, aber der Platz ist begrenzt und ich muss zu einem Ende kommen. Das einzige, das noch zu sagen bleibt, ist, dass ich mich auf die nächsten fünf Jahre freue, in denen auf mich hoffentlich eben so viele gute Bücher warten, wie ich das Glück hatte, sie in den letzten lesen zu dürfen und das ich von den Schlechten verschont werden möge oder, dass sie wenigsten kurz seien, damit nicht zu viel Zeit an sie verschwendet sein möge.

In diesem Sinne: Lest mehr Comics und Graphic Novels! Eine völlig neue Wunderwelt der Literatur wartet dort draußen auf euch, die es zu entdecken gilt. Es lohnt sich! Versprochen!

Grüße,
Markus

Zuletzt aktualisiert: Dienstag, der 17. Dezember 2013