Donnerstag, 24. August 2017

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Comic Con Germany - Tag 2 (26. Juni 2016)

Liebe LeserInnen,

der Sonntag auf der Comic Con Germany war noch besser besucht als der Samstag und entsprechend müde war ich am Abend aufgrund von Reizüberflutung und vollgestopften Gängen, durch die man teilweise nur noch geschoben wurde. Laut Pressemitteilung waren 50.000 Besucher auf der ersten Comic Con Germany und fürs nächste Jahr gibt es bereits einen Termin: Wir sehen uns am 1. und 2. Juli 2017 wieder in Stuttgart!

comiccon12Manga-Träume mit kleinen Abstrichen

Die japanische Comic-Kunst ist in Deutschland längst etabliert und entsprechend hoch war der Anteil an Mangazeichnern, die ihre Werke zum Verkauf anboten, und Ständen, die jedes Fanherz höher schlagen lassen. In der Cosplay-Area konnten sich Kostümfans mit Perücken, Kleidung und Accessoires eindecken und sich Tipps von professionellen Cosplayern wie Jessica Nigri holen. Mit dieser überraschend schüchternen Dame hat mein Mann auch ein Foto gemacht, das gefühlt nur 2 Sekunden dauerte, aber aussieht, als hätte man vorher eine Weile geplaudert. Natürlich gab es auch Merchandising en masse, leider jedoch hauptsächlich zu den hierzulande beliebtesten Serien. Was ich beinahe gänzlich vermisst habe, waren japanische Artbooks. Lediglich an einem Stand habe ich eine Kiste mit kleinen Schätzen entdeckt, allerdings war nichts von meinen Lieblingsserien dabei und die Preise waren relativ saftig – im Gegensatz zu den Videospielartikeln und Shirts, die größtenteils günstig bis preislich moderat waren.

Schaulaufen der Cosplayer

Mein Mann hat die Messe über fleißig Cosplayer fotografiert, von denen viele in ihren aufwändigen Kostümen am Rand der Halle 1 oder auch auf dem Messedach für Fotos posierten. Selbst die (echten!) Feuerwerhleute musste für Fotos herhalten. Allerdings muss ich sagen, dass ich bei 50.000 Besuchern auf der Comic Con noch mehr Cosplayer erwartet hätte und vor allem mehr ausgefallene Kostüme. Denn die meisten Outfits beschränkten sich auf Perücken im Mangastil plus etwas Schminke und ein paar Accessoires oder auch eher einfache / gekaufte Kostüme. Ich muss allerdings dazu sagen, dass bei der schieren Masse an Messebesuchern sicher auch viele in den vollen Gängen untergegangen sind und ich zudem viel Zeit damit verbrachte habe, mich mit Verlagsmitarbeitern und Autoren / Zeichnern zu unterhalten.

comiccon2Robert Picardo begeisterte erneut mit Witz und Charme

Nachdem wir am Samstag so angetan waren von Robert Picardo, haben wir auch am Sonntag seinen Auftritt auf der Bühne im Foyer verfolgt und waren einmal mehr von seiner sympathischen und humorvollen Art verzaubert. Dieses Mal trug er sogar ein selbstgeschriebenes Lied auf Deutsch vor, in dem er die Comic Con Germany lobte und augenzwinkernd über Nathan Fillion sang, dass sein Autogramm „eine Million“ koste (100 Euro in Wirklichkeit), während er von sich sagen konnte: „Ich bin billiger“ (circa 30 Euro). Selbstverständlich beantwortete Picardo auch am Sonntag geduldig die Fragen seiner Fans, wobei er unter anderem seine schönsten Szenen bei „Star Trek Voyager“ aufzählte. Dazu gehört beispielsweise diese, in der der Doktor in seinen Tagträumen erlebt, wie sich gleich drei hochrangige Damen der Crew um seine Aufmerksamkeit bemühen und er sogar Captain Janeway an den Hintern fassen durfte. So viel Bodenständigkeit und Fannähe demonstrieren wenige Stars – und keiner hat wohl so viele Fans umarmt wie Robert Picardo, der laut eigenen Aussagen Frauen, Männer, Kinder und Hunde knuddelt.

Wie wir die Macht des Triforce erlangten …

Zu den Merchandising-Freaks zählen auch mein Mann und ich, wobei wir uns noch relativ gut zusammenreißen konnten. Samstag erbeutete mein Mann lediglich ein T-Shirt mit einem Motiv aus „The Legend of Zelda – Majora’s Mask“. Am Sonntag erstand ich eine Yoshi-Figur aus „Super Mario World“, wobei mir der Verkäufer leider mitteilte, dass Yoshi gar nicht mehr gefragt wäre – kein Wunder gab es von meinem Lieblingsdinodrachen kaum Merchandising … Aber das wahre Highlight am Sonntag war die Sichtung des legendären Master Schwerts aus „The Legend of Zelda“ und zwar in der Version aus „Skyward Sword“ mit Kunstlederscheide. Das Schwert hat eine Stahlklinge, auf der das Triforce-Symbol und hylianische Schriftzeichen eingraviert sind und wirkt im Vergleich zu den vielen Plastik-Replicas sehr hochwertig. Der Preis war entsprechend hoch, wobei wir nach der Comic Con feststellten, dass wir das Master Schwert letztlich ziemlich günstig erbeutet haben. Und so erlangten wir also die Macht des Triforce ;) … und zählen uns zu jenen Fans, die auf der Messe mehr Geld gelassen haben, als geplant. Aber was will man machen. Dort gab es Sachen, die man nicht einmal online bestellen kann.

Fazit

Aus unserer Sicht war die Comic Con Germany ein voller Erfolg und wir hoffen darauf, dass sie noch viele Jahre stattfinden wird. Es war so schööön, auch wenn die Essenspreise ziemlich hoch waren (nächstes Jahr bitte mehr Stände!) und die Sperrholzwände nicht wirklich schön aussahen (bitte wenigstens anmalen). Auch gab es wenige leere Standplätze, die bitte befüllt werden müssen. Im Großen und Ganzen war es aber eine tolle Veranstaltung mit einer sehr familiären Atmosphäre!

Bis nächstes Jahr

Eure Judith

 

comiccon13

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 27. Juni 2016
 
Comic Con Germany – Tag 1 (25. Juni 2016)

Liebe LeserInnen,

zusammen mit meinem Mann, der neuerdings unsere Facebook-Seite mitbetreut, war ich heute auf der ersten Comic Con Germany in Stuttgart und da ich mich noch (wieder) erstaunlich fit fühle, gibt es spontan einen kleinen Messebericht.

Robert Picardo begeisterte mit Gesangseinlage

comiccon7Am Nachmittag gegen halb 3 betrat Robert Picardo, besser bekannt als The Doctor aus „Star Trek Voyager“ die große Bühne im Foyer und begrüßte seine Fans auf Deutsch und Schwäbisch. Sogar die Herrgottsscheißerle kamen ihm leicht über die Lippen, ehe er sich in vertrautem Englisch den Fragen der Fans stellte. Zur neuen „Star Trek“-Serie konnte er nicht wirklich etwas Neues erzählen, allerdings begeisterte er seine Fans mit einer spontanen Gesangseinlage, nachdem eine Zuschauerin ihn danach gefragt hatte. Diese wurde prompt mit auf die Bühne gebeten und gemeinsam sangen Picardo und die sichtlich überrumpelte Dame „You are my Sunshine“, so wie es der Doktor und Seven of Nine in "Voyager" taten. Zur Belohnung bekam die junge Dame einen Kuss auf die Wange, wodurch ihr ohnehin schon hochroter Kopf noch mehr leuchtete. Diesen Tag wird sie wohl nicht vergessen und auch alle anderen hatten einen riesigen Spaß. Picardo beeindruckte mit seiner extrem sympathischen und herzlichen Art, ging auf jede Frage ein und musste am Ende von der Organisation beinahe von der Bühne gezerrt werden, da er sich von seinen Fans kaum trennen konnte.

comiccon6Deutsche Phantastik auf der Comic Con

Meinen ersten längeren Besuch stattete ich dem Stand von Cross Cult beziehungsweise belagerte Verena Klinke und Felix Mertikat, Autorin und Zeichner von "Steam Noir", am Signierstand. Die Comics waren bereits signiert und neben dem ein oder anderen interessierten Messebesucher schauten auch ein paar Bekannte der beiden vorbei, unter anderem ein stolzer junger Mann, der ein Foto mit Robert Picardo ergattert hatte. Verena erzählte mir ein wenig von ihren vielen Projekten, unter anderem von einer spannenden Geschichte in einem Wüstensetting, auf das wir leider noch eine Weile warten müssen.

Ich hatte zudem Gelegenheit den neuen, sehr freundlichen Pressekontakt bei Cross Cult kennenzulernen und ein paar Fotos von Bernd Perplies mit Star Trek Hintergrund für den kommenden PHANTAST zum Thema „Space Opera“ zu machen – eines davon kann ich euch aber heute schon zeigen, siehe links (offensichtlich eingefleischter Trekkie). Der erste Roman seiner neuen „Star Trek“-Trilogie erscheint übrigens im Juli: „Prometheus - Feuer gegen Feuer“.

Auf der Comic Con entdeckte ich zudem einen Stand vom Papierverzierer-Verlag, wo Schemajah Schuppmann fleißig Werbung machte und so manchen seiner Schätze an die Frau oder den Mann brachte. Nachdem wir uns auf den letzten Messen immer knapp verpasst hatten, hatten wir dieses Mal Gelegenheit, ein wenig zu plaudern. Während es Kleinverlage im deutschen Buchhandel recht schwer haben, bieten Messen wie die Comic Con eine tolle Möglichkeit, direkt mit den Lesern in Kontakt zu treten und die Bücher auch zu verkaufen. Der Papierverzierer-Verlag macht seinem Namen alle Ehre und sei jedem Phantastik-Fan ans Herz gelegt, vor allem da sich Schemajah in Subgenres wie Steam- und Cyberpunk feinste Lesekost liefert.

Ein Paradies für Merchandising-Freaks

comiccon1Da sich die Comic Con direkt ans Fandom richtet, gibt es natürlich auch jede Menge Merchandising-Stände, an denen man sich kaum statt sehen kann – und die Entscheidung, was man nun mitnimmt, fällt ungleich schwerer. Ob japanische Kuscheltiere, Nintendo-Figuren, Comic-T-Shirts oder „Star Wars“-Tassen: hier findet sich nahezu alles, was das Fanherz begehrt und was den Geldbeutel leert. Allerdings kann man vieles davon auch online bestellen und ich hätte mir noch ein paar Stände mit ausgefallenen Sachen gewünscht, die man in Europa eher schwer bekommen kann. Aber bei so vielen süßen
Kuscheltierchen will ich mal nicht so streng sein …

Morgen geht’s nochmal auf die Comic Con, denn es gibt tatsächlich noch ein paar Stände, die wir noch nicht abgeklappert haben. Zudem will mein Mann noch ein Foto ergattern. Eigentlich war auch das eine oder andere Autogramm gewünscht, doch diese entpuppten sich als relativ teuer, da sie das gleiche wie ein Foto kosten, also um die 20-35 Euro. Das wird für eingefleischte Fans unter Umständen ein teurer Spaß. Aber es gibt auch jede Menge Cosplayer, die sich gerne umsonst fotografieren lassen ;) …

Wer sich’s noch überlegt, hinzufahren: Es lohnt sich!

Viele Grüße von Eurer

- Judith

comiccon3

Bildmaterial: Copyright by Jonathan Madera

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 25. Juni 2016
 
Gratis Comic Tag 2016: Ein Blick in die Hefte

GCT2016MotivDer Gratis-Comic-Tag steht vor der Tür und zur Vorbereitung habe ich versucht, mich durch alle 34 Comics durchzuarbeiten, die dieses Jahr erhältlich sind. Darunter sind große Klassiker, neue Talente und etablierte Künstler. Es gibt kein Genre, das nicht abgedeckt wird und so kann sich eigentlich jeder auf den Gratis-Comic-Tag freuen. Denn mit Sicherheit findet jeder etwas, das seinen Interessen entspricht.

Für diesen Artikel habe ich meine persönlichen Highlights herausgesucht und etwas größer besprochen oder an den Anfang gestellt, allerdings werdet ihr auch zu den anderen Comics zumindest immer eine kurze Zusammenfassung finden.

Und los geht es!

Fangen wir bei den Comics für Kids an. Elf Comics haben dieses Label bekommen und es weist auf besonders für Kinder geeignete Comics hin, wobei Erwachsene gerne zugreifen dürfen und in dem ein oder anderen Fall auch tun sollten.

Mutts – Hund mit Katze: Einer der besten, wenn nicht sogar der beste Comic des diesjährigen Gratis Comic Tages verbirgt sich hinter diesem unscheinbaren Titel. Genau genommen, kein Comic, sondern ein Comicstrip, ist Mutts beste Unterhaltung. Wie bei den Peanuts, Calvin & Hobbes und auch Benjamin verbindet Patrick McDonnel Humor mit durchaus hin und wieder tieferen Aussagen. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass er ähnlichen Erfolg haben wird, wie die genannten. Zu wünschen wäre es auf jeden Fall.

Lucky Luke - Die Dalton-Ballade: Zwar kein Kindercomic, aber trotzdem unter diesem Label erscheint eins der besten Abenteuer des einsamen Cowboys. Geschrieben von dem genialen René Goscinny und gezeichnet von Serienschöpfer Morris, sind die Daltons und Lucky Luke gemeinsam unterwegs. Um eine Erbschaft zu bekommen, müssen die Daltons mehrere Männer töten und Lucky Luke soll dies bezeugen. Natürlich kann er sie überlisten, aber auf das Wie kommt es schließlich an. Unter dem Titel „Sein größter Trick“ wurde die Geschichte sogar auf die Kinoleinwand gebracht.

Titeuf: In Frankreich ist Zeps Reihe über den frechen, kleinen Jungen Titeuf ein Hit. Nicht von ungefähr, denn sein Humor ist teilweise bitterböse und tiefschwarz. Eher was für Jugendliche und Erwachsene als wirklich für Kinder.

Kiste: Patrick Wirbeleits und Uwe Heidschötters Kiste ist eher etwas für die kleineren Comicleser, für die aber mit Sicherheit ein Heidenspaß. Mattis und seine lebende Werkzeugkiste wirbeln so manches durcheinander.

gctavatarJommeke: Bereits in 280 Alben erlebt Jommeke in Belgien immer neue Abenteuer und ist dabei in Deutschland fast unbekannt geblieben. Zu Unrecht möchte man meinen, denn genau wie Kiste ist „Jommeke“ richtig gute Unterhaltung für jüngere Leser. Das Luftmobil ist spannend und witzig.

Donald Duck: Donald und seine Freunde wird man wohl kaum vorstellen müssen. Zwei Donald- und eine Micky Maus-Geschichte sind in diesem Heft enthalten und sorgen für gute Laune, denn die Egmont Comic Collection hat bei ihrer Auswahl ein glückliches Händchen bewiesen. Bestimmt eins der Hefte, die zuerst vergriffen sind.

Die Welt der Schlümpfe – Die Schlümpfe treiben Sport: Auch Peyos Schöpfung ist dabei und die Schlümpfe sorgen für mächtig gute Laune, egal ob sie Fußball spielen, Meerschwein-Rennen austragen, schwimmen gehen oder einen Eislaufwettbewerb veranstalten, immer ist eine der wichtigsten Zutaten der Humor, der hier reichlich vorhanden ist. Und vor allem „Die Schlümpfe auf dem Eis“ ist lesenswert, taucht doch Zora die kleine, grüne Hexe wieder auf.

Avatar – Der Herr der Elemente: Nein, hier geht es nicht um James Cmaerons Schlümpfe-Äuivalent im Weltraum, sondern um die Figuren aus der bekannten Zeichentrickserie. Aang, Appa, Sokka Katara, Toph und ihre Gefährten erleben drei kleine witzige Geschichten. Für Fans ist dieses Heft natürlich Pflicht.

Garfield – Seine neuen Abenteuer: Der faulste Kater der Welt darf ebenfalls nicht fehlen. Im Gegensatz zu den Comicstrips besitzen die beiden Geschichten eine durchgehende Handlung, in denen Garfield einmal auf Diät gesetzt wird und den Geschmack von Limonade rettet. Lustig wie immer.

Star Wars – Kanan: Zwei abgeschlossene Geschichten und die ersten Seiten des neuen Star Wars Bandes „Kanan – Der letzte Padawan“ sind enthalten. Während die ersten zwanzig Seiten, nur Appetit auf selbigen machen sollen, sind die Einzelgeschichten interessant und spannend gestaltet. In Geduld muss Kanans Schüler erfahren, dass nicht immer alles so klappt, wie man möchte und Meister Yodas Einsatz zur Rettung von Flüchtlingen ist sowieso eine sichere Bank.

Pokémon – Die ersten Abenteuer: Hier bekommt der Leser das, was draufsteht. Ash macht seine ersten Schritte als Pokémontrainer und bringt sich dabei, wie sollte es anders sein, in Schwierigkeiten.

Bevor jemand auf die Idee kommt, Comics wären nur für Kinder, gibt es gleich 23 Hefte, die einen vom Gegenteil überzeugen.

gctghostWe stand on Guard: Brian K. Vaughans neueste Comicschöpfung spielt hundert Jahre in der Zukunft. In den USA herrscht Wasserknappheit, weswegen sie in Kanada einmarschieren und das Land erobern. Aber es gibt Widerstand gegen die Annexion. Kleine Gruppen kämpfen im Untergrund gegen die amerikanischen Truppen, die sogar Mechs in ihren Reihen haben. Vielleicht nicht die neueste Idee, aber hervorragend umgesetzt und spannend. Einer der Top-Titel!

Ghost Realm: Die Augenweide unter all den verschiedenen Beiträgen. Timo Wuerz zeigt in diesem Comic, wie kreativ ein Künstler mit dem Medium Comic umgehen kann, wenn er den Mut dazu hat. Normale Panelgrenzen scheint er nicht wirklich zu kennen und geht mehrmals darüber hinaus. Seine Zeichnungen sind gemäldeartig und gerne betrachtet man sie immer wieder aufs Neue. Von der Geschichte bekommt man nicht ganz so viel mit, da man in die Handlung hineingeworfen und nur ein Ausschnitt präsentiert wird. Das ist aber nicht schlimm, denn die Zeichnungen sind Grund genug gleich den kompletten Comic mitzunehmen, statt nur dieses Heftes, das Lust auf mehr macht.

Marvel Super Heroes: Marvels Helden erleben gemeinsam ein großes Abenteuer. Als ein außerirdischer Zirkus Halt auf der Erde macht, wollen alle dahin. Peter Parker und seine Tante May gehören zu den Glücklichen, die eine Karte ergattern. Schnell stellt sich heraus, dass der Zirkus nur eine Falle für Superwesen ist. Im Kampf stehen dann die Avengers, die Guardians of the Galaxy und weitere Superhelden Seite an Seite. Dies ist eine kurze und sehr spaßige Geschichte, die von zwei weiteren begleitet wird. Zum einen ist das ein alter Beitrag Marvels zum Free Comic Book Day in den USA und eine kurze mit Spider-Man.

Batman: DC-Comics sind natürlich auch vertreten. Batman tritt im Heft gegen Clayface an, oder Clayface gegen Batman. Zunächst sieht es nach einem einfachen Abenteuer des Dunklen Ritters aus, jedoch stellt das Ende alles etwas auf den Kopf. Sehr gut geschriebene Geschichte, die mit Einblicken in Bizarro, Green Lantern und Batman/ Superman ergänzt werden.

gctfrankensteinMezolith: Ben Haggartys und Adam Brockbanks neue Serie spielt in der Steinzeit und setzt diese Zeit in tollen Bildern um. Das GCT-Heft enthält eine komplette Kurzgeschichte, in der ein Junge unbedingt mit auf Stierjagd gehen will. Dabei wird er verletzt und die Heilerin des Stammes erzählt ihm eine düstere Legende.

Stimmungsvoll und mit einem leichten Horroreinschlag präsentiert sich hier die Steinzeit. Ebenfalls einer der besten Beiträge zum Gratis Comic Tag.

Das Liberi-Projekt: Die deutsche Mangaka Tamasaburo zeichnet den neuen Manga von Carlsen. 3000 Jahre nach dem großen Krieg besucht Kuruna mit ihrer Klasse die alte Stadt Hiemistrem, dabei kommt sie in Gefahr und wird von zwei geheimnisvollen Jungen mit übernatürlichen Fähigkeiten gerettet. Der hier enthaltene Auftakt führt gut in die Welt ein und macht neugierig.

Dickie: In den Benelux-Ländern ist Dickie aus Zeitschriften seit Jahren nicht wegzudenken. Pieter De Pooteres Schöpfung persifliert so gut wie alles und jeden und kommt dabei ganz ohne Worte aus. Einfach witzig und gut.

Fight Club 2: In den 90er Jahren war Fight Club einer der Kultfilme. Chuck Palahniuk lieferte mit seinen Roman die Vorlage für David Finchers Meisterwerk. Jetzt hat er sich mit Cameron Stewart zusammengetan und lässt Tyler Durden in Comicform zurückkehren. Der ganz „normale“ Wahnsinn findet seinen Weg zurück in die Welt. Aufgrund des Themas ist dieser Comic nicht unbedingt für jeden etwas.

Happy Birthday, Monster von Frankenstein: Ganze achtzehn Comickünstler haben sich zusammengetan und Frankenstein ein Geburtstagsheft gestaltet. Die Bandbreite der Geschichten, von Parodie bis Horror, ist genauso weit gefasst, wie die verschiedenen Zeichenstile der Künstler. Für Genre-Fans lohnenswert.

Corto Maltese – Die Leopardenmenschen: Hugo Pratts Klassiker ist ebenfalls dabei. Der Abenteurer und Kapitän ohne Schiff ist in Afrika unterwegs. Dort existieren die Leopardenmenschen, die scheinbar die Stämme im Umkreis terrorisieren. Corto Maltest erfährt nun, was wirklich hinter all den Vorgängen steckt. Spannend und mit mystischem Einschlag ist „Die Leopardenmenschen“ ein guter Einstieg in die Welt Corto Malteses.

Die Unbestechliche: Ein eher spezieller Beitrag zum Gratis Comic Tag. Paul Gillons erzählt von einer jungen Frau in einem postapokalyptischen Frankreich. Als einzige Überlebende kann sie tun und lassen, was sie will. Aber die Einsamkeit holt sie ein und so muss der Roboter Ulysses ihre Bedürfnisse stillen. In Kinderhände gehört diese spezielle Beitrag nicht.

Beatcomix Wundertüte: Eine wahre Wundertüte wird hier präsentiert. Neben Rocket Blues gibt es den alten DDR-Comic Max und Maxi zu entdecken und weitere kürzere Geschichten. Max und Maxi ist ein interessanter Blick zurück, der Rest ist stark Geschmackssache.

gctliberiLupus in Fabula: Agent J und seine Partnerin Ace ermitteln in übernatürlichen Fällen. Ihr neuester betrifft das seltsame Ableben zweier Menschen. Sie finden einen Hexenbeutel, der die Ursache dafür sein könnte. J. muss dabei seine Partnerin erst einarbeiten und ihr die mystische Welt erklären. Guter Einstieg in die Serie. Die Zeichnungen könnten aber besser sein, vor allem wenn man Bleistiftzeichnungen in der Mitte des Heftes betrachtet.

Love Addict: „Love Addict“ ist ein Ausschnitt aus Koren Shadmis Graphic Novel, in der er sich mit Online-Portalen zur Partnervermittlung befasst. Ganz unterhaltsam und nicht ohne Humor, ist „Love Addict“ einer der anspruchsvolleren Beiträge, hat aber auch ein ganz spezielles Thema, dessen Herangehensweise einem gefallen muss.

Isaak der Pirat: Der Maler Issak hat eine sehr romantische Darstellung der Piraterie, deshalb ergreift er sofort die Gelegenheit zur See zu fahren und verabschiedet sich von seiner Frau. Aber das Leben an Bord eines Piratenschiffes ist nicht so, wie er es sich vorstellt. Eine gut geschriebene Geschichte in Bildern, die fern vom üblichen Piratenkitsch sind.

Capricorn: In Deutschland ist der Zeichner Andreas hauptsächlich bei Comic-Enthusiasten bekannt. Capricorn war eigentlich nur eine Figur in seiner Serie Rork. Andreas stellte aber fest, dass er noch mehr mit ihm anfangen kann und Capricorn bekam eine eigene Serie. In „Das Ding“ taucht er in der Stadt auf, sein Name wird ihn von einer Gruppe Menschen an einem Lagerfeuer gegeben. Um einen Stadtplan zu kaufen, geht er zu einem Buchladen und trifft auf den bücheraffinen Astor. Als ein Zeppelin in der Nähe abstürzt beginnt ein rasantes Abenteuer, welches Andreas recht opulent in Szene setzt, in einer Mischung aus Moderne und alten Zeiten.

Eight: Joshua soll in der Zeit zurückreisen, um einen Auftrag zu erfüllen. Als Gegenleistung würde seiner Frau geholfen. Aber etwas geht schief. Ohne Erinnerungen findet er sich in einer seltsamen Welt, die von ihren Bewohnern Meld genannt wird. Hier existieren Dinosaurier und Menschen nebeneinander und versuchen in einer wüstenhaften Welt zurechtzukommen. Eight ist spannend, toll geschrieben und voller Geheimnisse. Die Farbgebung, die verschiedenen Zeiten klar voneinander unterscheidbar macht, ist perfekt gewählt. Das Heft sollte man sich auf jeden Fall mitnehmen, wenn nicht gleich den ganzen Band.

Sherlock Holmes und die Zeitreisenden: Die gesamte Ausgabe erscheint erst im August diesen Jahres, der Gratis Comic Tag ermöglicht es, bereits jetzt in Sherlock Holmes neuestes Abenteuer hineinzuschauen, in dem er es mit einem Zeitreisenden zu tun bekommt. Wie nicht anders zu erwarten ist Sherlock Holmes und die Zeitreisenden spannend und clever und sieht sehr gut aus. Für Holmes-Fans die nichts gegen einen Mystery-Einschlag haben.

gctseraphRat Queens: Die Rat Queens sind vier gefürchtete Söldnerinnen in einer Fantasywelt. Gefürchtet deswegen, weil sie überall Chaos verbreiten, sich prügeln, saufen und auch ansonsten nicht gerade nett sind. Tiefschwarzer Humor verbindet sich hier mit Monstermetzeln und macht gute Laune.

Jiro Taniguchi – Short Stories: Der angesehene Mangaka Jiro Taniguchi ist in diesem Heft mit drei seiner Kurzgeschichten vertreten.

Eine ist dabei aus seiner frühen Phase, als seine Geschichten gewalttätiger ausfielen und zwei sind Episoden aus „Der spazierender Mann“, die eher ruhig und besinnlich ausfallen. Auf jeden Fall regt sein Werk immer zum Nachdenken an. Wer zu diesem Heft greift, sollte beim Lesen Zeit mitbringen und nicht nur das Gehirn ausschalten wollen.

Zombie Terror: Horror und Wahnsinn befinden sich auf allen Seiten dieses Heftes. Hier kann man bedenkenlos zu greifen, wenn einem das Genre zusagt. Captain Berlin kommt zu einem weiteren Auftritt und kämpft gegen einen untoten Homunkulus.

Seraph of the End: Die Menschheit scheint am Ende. Ein Virus hat die Erwachsenen dahingerafft und Vampire haben die Herrschaft übernommen, indem sie die Kinder als Nahrung halten und ihnen Essen geben. Yu träumt allerdings davon eines Tages die Vampire zu vernichten. Als Mika einen Fluchtplan präsentiert scheint sich eine Möglichkeit zu ergeben. Die Welt von „Seraph of the End“ wird etabliert und leider bricht das Heft an der spannendsten Stelle ab, was ja nicht negativ sein muss, verspricht es doch so eine gute Serie.

Dimension W: Die Energieprobleme sind gelöst. Der Konzern New Tesla Energy hat ein Monopol auf die sogenannten Coils, mit denen es Zugang zu nahezu unbegrenzter Energie gibt. Natürlich gibt es einen Schwarzmarkt für illegale Coils und ihre Anwendung bei dunklen Machenschaften. Kyoma ist ein Collector, der dies unterbinden soll und illegale Coils aufspürt. Dimension W hat ein interessantes Thema, welches von Yuji Iwahara in dynamischen, guten Zeichnungen umgesetzt wurde.

Und das waren alle 34 Hefte des Gratis Comic Tages 2016. Ich hoffe der kurze Einblick in jedes Heft hilft euch, zu entscheiden, welches ihr mit nach Hause genommen wollt. Es gibt auf jeden Fall so manche Perle wie z.B. Mutts, Eight, Mezolith oder We stand on Guard zu entdecken. Für jeden Geschmack sollte also etwas dabei sein. Und in einem Jahr steht bereits der nächste Gratis Comic Tag vor der Tür, mit hoffentlich ebenso vielen Comics zur Auswahl.

Viel Spaß beim Gratis Comic Tag wünscht

Markus

Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 13. Mai 2016
 
Pater Brown

brown inselDie meisten Menschen, die hierzulande den Namen "Pater Brown" hören, müssen wohl an die Kinofilme mit Heinz Rühmann denken, die immer wieder mal im Fernsehen gezeigt werden. Oder an die TV-Serie Pfarrer Braun mit Ottfried Fischer, die sich allerdings nur lose an die literarische Figur anlehnt. Die Krimifigur von Gilbert K. Chesterton erfreute sich von Beginn an großer Beliebtheit, ist seit den 1930er Jahren eine wiederkehrende Film- und Serienfigur, zuletzt in England von der BBC verfilmt (seit 2013), zu sehen seit 2014 im deutschen Fernsehen als Father Brown – Immer einen Tick voraus.

Pater Brown, der sein Debüt 1910 in der Erzählung The Blue Cross (Das blaue Kreuz) gab, ist eine von Chesterton bewusst als Anti-Holmes konzipierte Figur. Er ist ein unscheinbarer, kleiner, rundlicher katholischer Priester, der in einer kleinen Gemeinde in Essex arbeitet, später in einem schmuddeligen Londoner Vorort. Er wirkt oft zerstreut, tolpatschig, naiv, wenn er sich in seinem "keulenartigen" Regenschirm verheddert oder seine Arme durch die Luft rudern, als seien sie "Windmühlenflügel". Man sieht dem unscheinbaren Pater den analytischen Verstand und die außerordentliche Beobachtungsgabe nicht an. Bei seiner Arbeit als Amateur-Detektiv vertraut er jedoch weniger auf seine rationalen Fähigkeiten - man sieht ihn selten auf der Suche nach Fußspuren oder Fingerabdrücken -, als auf seinen Glauben, seine Menschenkenntnis und seine Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzudenken. Als Beichtvater kennt er nicht nur alle Tricks der Ganoven, er weiß auch um das Böse, das in jedem Menschen, auch in ihm selbst, steckt.

Sein Kampf gegen das Verbrechen ist ein Kampf gegen das Böse und ein Kampf um die Seelen der Kriminellen. Pater Brown läutert einige Verbrecher, darunter auch den Meisterdieb Flambeau, der ein ehrlicher Detektiv und sein bester Freund wird. Chesterton überhöht die Geschichten bisweilen ins Märchenhafte oder Unheimliche, umgibt sie mit einer phantastischen Aura, so dass das Verbrechen als übernatürliches Phänomen erscheint. Der Kriminelle greift - wie Satan - zum Mittel der Täuschung, verkleidet und maskiert sich, betätigt sich als Lügner und Erfinder von Legenden. Pater Brown ist zwar gläubig, aber nicht abergläubisch. Er vertraut wie Sherlock Holmes auf den Verstand und entlarvt das aufgebaute Lügengerüst. Er ist der weiße Magier, der die Welt der schwarzen Magie bekämpft.

brown diogenesAm Ende jeder Geschichte rollt er den Tathergang auf und entlarvt den Täter, sehr zur Überraschung des Lesers, der meistens nicht auf Pater Browns Informationsstand ist. Allerdings ermöglicht das relativ starre Grundgerüst, mit zunehmendem Lesepensum die Geschichten besser zu durchschauen und die Auflösung des Falls zu antizipieren. Mitmenschlichkeit, Toleranz, Bescheidenheit und sein paradoxer Witz haben den nicht immer sanftmütigen Pater Brown zu einer der beliebtesten Detektivfiguren gemacht. Chesterton war ein gläubiger Katholik und benutzte die Detektivgeschichten nicht nur, um den Leser mit ausgeklügelten, bisweilen abenteuerlich absurden, bar jeder Logik konstruierten Rätselspielen zu unterhalten, sondern um seine englischen Mitbürger, bekannt als Anti-Papisten, gleichzeitig dem Katholizismus näherzubringen. Besonders die späteren Geschichten sind von dieser Sympathiewerbung geprägt. Pater Brown kann, weil er, wie er einmal erklärt, das Verbrechen selbst begeht, soll heißen, dass er sich in den Täter hineinversetzt, als ein Vorläufer von Ermittlerfiguren gesehen werden, die heute, mit Profilerqualitäten ausgestattet, ihre Fälle lösen (Clarice Starling, Tony Hill etc.).

Die Erzählungen erschienen zunächst lose in verschiedenen Zeitschriften und wurden anschließend in fünf Bänden zusammengefasst:

  • The Innocence of Father Brown, 1911 (Priester und Detektiv, 1920)
  • The Wisdom of Father Brown, 1914 (Das Paradies der Diebe, 1927)
  • The Incredulity of Father Brown, 1926 (Ein Pfeil vom Himmel, 1927)
  • The Secret of Father Brown, 1927 (Das Geheimnis des Pater Brown, 1929)
  • The Scandal of Father Brown, 1935 (Wer war der Täter? 1948)

Die Bücher gibt es in einer Vielzahl von Übersetzungen, die renommiertesten stammen von Diogenes und Insel. Seit Auslaufen des Urheberrechts sind die Erzählungen in ihren ursprünglichen Übersetzungen Online im Projekt Gutenberg zugänglich.

Viel Spaß beim Stöbern!

Eure Almut

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 07. März 2016