Freitag, 28. April 2017

Gewinnspiel

Phantast (Download)

Phantast 17

Neueste Kommentare

wie viele bücher hat er geschrieben
Guten Tag, haben Sie noch weitere Termine für Lesungen mit Heinrich Steinfest? Wir haben GROSSES ...

Weiterlesen...

Der Roman hat mich sofort begeistert. Ich konnte mich schnell und gut in Ella hineinversetzen , mit ihr ...

Weiterlesen...

Awesome article post.Thanks Again. Much obliged.
"Es geschah im Dunkeln" hört sich ja mal nach einem wirklich interessanten Thriller an. Werde ich im ...

Weiterlesen...

Blog
Gratis Comic Tag 2016: Ein Blick in die Hefte

GCT2016MotivDer Gratis-Comic-Tag steht vor der Tür und zur Vorbereitung habe ich versucht, mich durch alle 34 Comics durchzuarbeiten, die dieses Jahr erhältlich sind. Darunter sind große Klassiker, neue Talente und etablierte Künstler. Es gibt kein Genre, das nicht abgedeckt wird und so kann sich eigentlich jeder auf den Gratis-Comic-Tag freuen. Denn mit Sicherheit findet jeder etwas, das seinen Interessen entspricht.

Für diesen Artikel habe ich meine persönlichen Highlights herausgesucht und etwas größer besprochen oder an den Anfang gestellt, allerdings werdet ihr auch zu den anderen Comics zumindest immer eine kurze Zusammenfassung finden.

Und los geht es!

Fangen wir bei den Comics für Kids an. Elf Comics haben dieses Label bekommen und es weist auf besonders für Kinder geeignete Comics hin, wobei Erwachsene gerne zugreifen dürfen und in dem ein oder anderen Fall auch tun sollten.

Mutts – Hund mit Katze: Einer der besten, wenn nicht sogar der beste Comic des diesjährigen Gratis Comic Tages verbirgt sich hinter diesem unscheinbaren Titel. Genau genommen, kein Comic, sondern ein Comicstrip, ist Mutts beste Unterhaltung. Wie bei den Peanuts, Calvin & Hobbes und auch Benjamin verbindet Patrick McDonnel Humor mit durchaus hin und wieder tieferen Aussagen. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass er ähnlichen Erfolg haben wird, wie die genannten. Zu wünschen wäre es auf jeden Fall.

Lucky Luke - Die Dalton-Ballade: Zwar kein Kindercomic, aber trotzdem unter diesem Label erscheint eins der besten Abenteuer des einsamen Cowboys. Geschrieben von dem genialen René Goscinny und gezeichnet von Serienschöpfer Morris, sind die Daltons und Lucky Luke gemeinsam unterwegs. Um eine Erbschaft zu bekommen, müssen die Daltons mehrere Männer töten und Lucky Luke soll dies bezeugen. Natürlich kann er sie überlisten, aber auf das Wie kommt es schließlich an. Unter dem Titel „Sein größter Trick“ wurde die Geschichte sogar auf die Kinoleinwand gebracht.

Titeuf: In Frankreich ist Zeps Reihe über den frechen, kleinen Jungen Titeuf ein Hit. Nicht von ungefähr, denn sein Humor ist teilweise bitterböse und tiefschwarz. Eher was für Jugendliche und Erwachsene als wirklich für Kinder.

Kiste: Patrick Wirbeleits und Uwe Heidschötters Kiste ist eher etwas für die kleineren Comicleser, für die aber mit Sicherheit ein Heidenspaß. Mattis und seine lebende Werkzeugkiste wirbeln so manches durcheinander.

gctavatarJommeke: Bereits in 280 Alben erlebt Jommeke in Belgien immer neue Abenteuer und ist dabei in Deutschland fast unbekannt geblieben. Zu Unrecht möchte man meinen, denn genau wie Kiste ist „Jommeke“ richtig gute Unterhaltung für jüngere Leser. Das Luftmobil ist spannend und witzig.

Donald Duck: Donald und seine Freunde wird man wohl kaum vorstellen müssen. Zwei Donald- und eine Micky Maus-Geschichte sind in diesem Heft enthalten und sorgen für gute Laune, denn die Egmont Comic Collection hat bei ihrer Auswahl ein glückliches Händchen bewiesen. Bestimmt eins der Hefte, die zuerst vergriffen sind.

Die Welt der Schlümpfe – Die Schlümpfe treiben Sport: Auch Peyos Schöpfung ist dabei und die Schlümpfe sorgen für mächtig gute Laune, egal ob sie Fußball spielen, Meerschwein-Rennen austragen, schwimmen gehen oder einen Eislaufwettbewerb veranstalten, immer ist eine der wichtigsten Zutaten der Humor, der hier reichlich vorhanden ist. Und vor allem „Die Schlümpfe auf dem Eis“ ist lesenswert, taucht doch Zora die kleine, grüne Hexe wieder auf.

Avatar – Der Herr der Elemente: Nein, hier geht es nicht um James Cmaerons Schlümpfe-Äuivalent im Weltraum, sondern um die Figuren aus der bekannten Zeichentrickserie. Aang, Appa, Sokka Katara, Toph und ihre Gefährten erleben drei kleine witzige Geschichten. Für Fans ist dieses Heft natürlich Pflicht.

Garfield – Seine neuen Abenteuer: Der faulste Kater der Welt darf ebenfalls nicht fehlen. Im Gegensatz zu den Comicstrips besitzen die beiden Geschichten eine durchgehende Handlung, in denen Garfield einmal auf Diät gesetzt wird und den Geschmack von Limonade rettet. Lustig wie immer.

Star Wars – Kanan: Zwei abgeschlossene Geschichten und die ersten Seiten des neuen Star Wars Bandes „Kanan – Der letzte Padawan“ sind enthalten. Während die ersten zwanzig Seiten, nur Appetit auf selbigen machen sollen, sind die Einzelgeschichten interessant und spannend gestaltet. In Geduld muss Kanans Schüler erfahren, dass nicht immer alles so klappt, wie man möchte und Meister Yodas Einsatz zur Rettung von Flüchtlingen ist sowieso eine sichere Bank.

Pokémon – Die ersten Abenteuer: Hier bekommt der Leser das, was draufsteht. Ash macht seine ersten Schritte als Pokémontrainer und bringt sich dabei, wie sollte es anders sein, in Schwierigkeiten.

Bevor jemand auf die Idee kommt, Comics wären nur für Kinder, gibt es gleich 23 Hefte, die einen vom Gegenteil überzeugen.

gctghostWe stand on Guard: Brian K. Vaughans neueste Comicschöpfung spielt hundert Jahre in der Zukunft. In den USA herrscht Wasserknappheit, weswegen sie in Kanada einmarschieren und das Land erobern. Aber es gibt Widerstand gegen die Annexion. Kleine Gruppen kämpfen im Untergrund gegen die amerikanischen Truppen, die sogar Mechs in ihren Reihen haben. Vielleicht nicht die neueste Idee, aber hervorragend umgesetzt und spannend. Einer der Top-Titel!

Ghost Realm: Die Augenweide unter all den verschiedenen Beiträgen. Timo Wuerz zeigt in diesem Comic, wie kreativ ein Künstler mit dem Medium Comic umgehen kann, wenn er den Mut dazu hat. Normale Panelgrenzen scheint er nicht wirklich zu kennen und geht mehrmals darüber hinaus. Seine Zeichnungen sind gemäldeartig und gerne betrachtet man sie immer wieder aufs Neue. Von der Geschichte bekommt man nicht ganz so viel mit, da man in die Handlung hineingeworfen und nur ein Ausschnitt präsentiert wird. Das ist aber nicht schlimm, denn die Zeichnungen sind Grund genug gleich den kompletten Comic mitzunehmen, statt nur dieses Heftes, das Lust auf mehr macht.

Marvel Super Heroes: Marvels Helden erleben gemeinsam ein großes Abenteuer. Als ein außerirdischer Zirkus Halt auf der Erde macht, wollen alle dahin. Peter Parker und seine Tante May gehören zu den Glücklichen, die eine Karte ergattern. Schnell stellt sich heraus, dass der Zirkus nur eine Falle für Superwesen ist. Im Kampf stehen dann die Avengers, die Guardians of the Galaxy und weitere Superhelden Seite an Seite. Dies ist eine kurze und sehr spaßige Geschichte, die von zwei weiteren begleitet wird. Zum einen ist das ein alter Beitrag Marvels zum Free Comic Book Day in den USA und eine kurze mit Spider-Man.

Batman: DC-Comics sind natürlich auch vertreten. Batman tritt im Heft gegen Clayface an, oder Clayface gegen Batman. Zunächst sieht es nach einem einfachen Abenteuer des Dunklen Ritters aus, jedoch stellt das Ende alles etwas auf den Kopf. Sehr gut geschriebene Geschichte, die mit Einblicken in Bizarro, Green Lantern und Batman/ Superman ergänzt werden.

gctfrankensteinMezolith: Ben Haggartys und Adam Brockbanks neue Serie spielt in der Steinzeit und setzt diese Zeit in tollen Bildern um. Das GCT-Heft enthält eine komplette Kurzgeschichte, in der ein Junge unbedingt mit auf Stierjagd gehen will. Dabei wird er verletzt und die Heilerin des Stammes erzählt ihm eine düstere Legende.

Stimmungsvoll und mit einem leichten Horroreinschlag präsentiert sich hier die Steinzeit. Ebenfalls einer der besten Beiträge zum Gratis Comic Tag.

Das Liberi-Projekt: Die deutsche Mangaka Tamasaburo zeichnet den neuen Manga von Carlsen. 3000 Jahre nach dem großen Krieg besucht Kuruna mit ihrer Klasse die alte Stadt Hiemistrem, dabei kommt sie in Gefahr und wird von zwei geheimnisvollen Jungen mit übernatürlichen Fähigkeiten gerettet. Der hier enthaltene Auftakt führt gut in die Welt ein und macht neugierig.

Dickie: In den Benelux-Ländern ist Dickie aus Zeitschriften seit Jahren nicht wegzudenken. Pieter De Pooteres Schöpfung persifliert so gut wie alles und jeden und kommt dabei ganz ohne Worte aus. Einfach witzig und gut.

Fight Club 2: In den 90er Jahren war Fight Club einer der Kultfilme. Chuck Palahniuk lieferte mit seinen Roman die Vorlage für David Finchers Meisterwerk. Jetzt hat er sich mit Cameron Stewart zusammengetan und lässt Tyler Durden in Comicform zurückkehren. Der ganz „normale“ Wahnsinn findet seinen Weg zurück in die Welt. Aufgrund des Themas ist dieser Comic nicht unbedingt für jeden etwas.

Happy Birthday, Monster von Frankenstein: Ganze achtzehn Comickünstler haben sich zusammengetan und Frankenstein ein Geburtstagsheft gestaltet. Die Bandbreite der Geschichten, von Parodie bis Horror, ist genauso weit gefasst, wie die verschiedenen Zeichenstile der Künstler. Für Genre-Fans lohnenswert.

Corto Maltese – Die Leopardenmenschen: Hugo Pratts Klassiker ist ebenfalls dabei. Der Abenteurer und Kapitän ohne Schiff ist in Afrika unterwegs. Dort existieren die Leopardenmenschen, die scheinbar die Stämme im Umkreis terrorisieren. Corto Maltest erfährt nun, was wirklich hinter all den Vorgängen steckt. Spannend und mit mystischem Einschlag ist „Die Leopardenmenschen“ ein guter Einstieg in die Welt Corto Malteses.

Die Unbestechliche: Ein eher spezieller Beitrag zum Gratis Comic Tag. Paul Gillons erzählt von einer jungen Frau in einem postapokalyptischen Frankreich. Als einzige Überlebende kann sie tun und lassen, was sie will. Aber die Einsamkeit holt sie ein und so muss der Roboter Ulysses ihre Bedürfnisse stillen. In Kinderhände gehört diese spezielle Beitrag nicht.

Beatcomix Wundertüte: Eine wahre Wundertüte wird hier präsentiert. Neben Rocket Blues gibt es den alten DDR-Comic Max und Maxi zu entdecken und weitere kürzere Geschichten. Max und Maxi ist ein interessanter Blick zurück, der Rest ist stark Geschmackssache.

gctliberiLupus in Fabula: Agent J und seine Partnerin Ace ermitteln in übernatürlichen Fällen. Ihr neuester betrifft das seltsame Ableben zweier Menschen. Sie finden einen Hexenbeutel, der die Ursache dafür sein könnte. J. muss dabei seine Partnerin erst einarbeiten und ihr die mystische Welt erklären. Guter Einstieg in die Serie. Die Zeichnungen könnten aber besser sein, vor allem wenn man Bleistiftzeichnungen in der Mitte des Heftes betrachtet.

Love Addict: „Love Addict“ ist ein Ausschnitt aus Koren Shadmis Graphic Novel, in der er sich mit Online-Portalen zur Partnervermittlung befasst. Ganz unterhaltsam und nicht ohne Humor, ist „Love Addict“ einer der anspruchsvolleren Beiträge, hat aber auch ein ganz spezielles Thema, dessen Herangehensweise einem gefallen muss.

Isaak der Pirat: Der Maler Issak hat eine sehr romantische Darstellung der Piraterie, deshalb ergreift er sofort die Gelegenheit zur See zu fahren und verabschiedet sich von seiner Frau. Aber das Leben an Bord eines Piratenschiffes ist nicht so, wie er es sich vorstellt. Eine gut geschriebene Geschichte in Bildern, die fern vom üblichen Piratenkitsch sind.

Capricorn: In Deutschland ist der Zeichner Andreas hauptsächlich bei Comic-Enthusiasten bekannt. Capricorn war eigentlich nur eine Figur in seiner Serie Rork. Andreas stellte aber fest, dass er noch mehr mit ihm anfangen kann und Capricorn bekam eine eigene Serie. In „Das Ding“ taucht er in der Stadt auf, sein Name wird ihn von einer Gruppe Menschen an einem Lagerfeuer gegeben. Um einen Stadtplan zu kaufen, geht er zu einem Buchladen und trifft auf den bücheraffinen Astor. Als ein Zeppelin in der Nähe abstürzt beginnt ein rasantes Abenteuer, welches Andreas recht opulent in Szene setzt, in einer Mischung aus Moderne und alten Zeiten.

Eight: Joshua soll in der Zeit zurückreisen, um einen Auftrag zu erfüllen. Als Gegenleistung würde seiner Frau geholfen. Aber etwas geht schief. Ohne Erinnerungen findet er sich in einer seltsamen Welt, die von ihren Bewohnern Meld genannt wird. Hier existieren Dinosaurier und Menschen nebeneinander und versuchen in einer wüstenhaften Welt zurechtzukommen. Eight ist spannend, toll geschrieben und voller Geheimnisse. Die Farbgebung, die verschiedenen Zeiten klar voneinander unterscheidbar macht, ist perfekt gewählt. Das Heft sollte man sich auf jeden Fall mitnehmen, wenn nicht gleich den ganzen Band.

Sherlock Holmes und die Zeitreisenden: Die gesamte Ausgabe erscheint erst im August diesen Jahres, der Gratis Comic Tag ermöglicht es, bereits jetzt in Sherlock Holmes neuestes Abenteuer hineinzuschauen, in dem er es mit einem Zeitreisenden zu tun bekommt. Wie nicht anders zu erwarten ist Sherlock Holmes und die Zeitreisenden spannend und clever und sieht sehr gut aus. Für Holmes-Fans die nichts gegen einen Mystery-Einschlag haben.

gctseraphRat Queens: Die Rat Queens sind vier gefürchtete Söldnerinnen in einer Fantasywelt. Gefürchtet deswegen, weil sie überall Chaos verbreiten, sich prügeln, saufen und auch ansonsten nicht gerade nett sind. Tiefschwarzer Humor verbindet sich hier mit Monstermetzeln und macht gute Laune.

Jiro Taniguchi – Short Stories: Der angesehene Mangaka Jiro Taniguchi ist in diesem Heft mit drei seiner Kurzgeschichten vertreten.

Eine ist dabei aus seiner frühen Phase, als seine Geschichten gewalttätiger ausfielen und zwei sind Episoden aus „Der spazierender Mann“, die eher ruhig und besinnlich ausfallen. Auf jeden Fall regt sein Werk immer zum Nachdenken an. Wer zu diesem Heft greift, sollte beim Lesen Zeit mitbringen und nicht nur das Gehirn ausschalten wollen.

Zombie Terror: Horror und Wahnsinn befinden sich auf allen Seiten dieses Heftes. Hier kann man bedenkenlos zu greifen, wenn einem das Genre zusagt. Captain Berlin kommt zu einem weiteren Auftritt und kämpft gegen einen untoten Homunkulus.

Seraph of the End: Die Menschheit scheint am Ende. Ein Virus hat die Erwachsenen dahingerafft und Vampire haben die Herrschaft übernommen, indem sie die Kinder als Nahrung halten und ihnen Essen geben. Yu träumt allerdings davon eines Tages die Vampire zu vernichten. Als Mika einen Fluchtplan präsentiert scheint sich eine Möglichkeit zu ergeben. Die Welt von „Seraph of the End“ wird etabliert und leider bricht das Heft an der spannendsten Stelle ab, was ja nicht negativ sein muss, verspricht es doch so eine gute Serie.

Dimension W: Die Energieprobleme sind gelöst. Der Konzern New Tesla Energy hat ein Monopol auf die sogenannten Coils, mit denen es Zugang zu nahezu unbegrenzter Energie gibt. Natürlich gibt es einen Schwarzmarkt für illegale Coils und ihre Anwendung bei dunklen Machenschaften. Kyoma ist ein Collector, der dies unterbinden soll und illegale Coils aufspürt. Dimension W hat ein interessantes Thema, welches von Yuji Iwahara in dynamischen, guten Zeichnungen umgesetzt wurde.

Und das waren alle 34 Hefte des Gratis Comic Tages 2016. Ich hoffe der kurze Einblick in jedes Heft hilft euch, zu entscheiden, welches ihr mit nach Hause genommen wollt. Es gibt auf jeden Fall so manche Perle wie z.B. Mutts, Eight, Mezolith oder We stand on Guard zu entdecken. Für jeden Geschmack sollte also etwas dabei sein. Und in einem Jahr steht bereits der nächste Gratis Comic Tag vor der Tür, mit hoffentlich ebenso vielen Comics zur Auswahl.

Viel Spaß beim Gratis Comic Tag wünscht

Markus

Zuletzt aktualisiert: Freitag, der 13. Mai 2016
 
Pater Brown

brown inselDie meisten Menschen, die hierzulande den Namen "Pater Brown" hören, müssen wohl an die Kinofilme mit Heinz Rühmann denken, die immer wieder mal im Fernsehen gezeigt werden. Oder an die TV-Serie Pfarrer Braun mit Ottfried Fischer, die sich allerdings nur lose an die literarische Figur anlehnt. Die Krimifigur von Gilbert K. Chesterton erfreute sich von Beginn an großer Beliebtheit, ist seit den 1930er Jahren eine wiederkehrende Film- und Serienfigur, zuletzt in England von der BBC verfilmt (seit 2013), zu sehen seit 2014 im deutschen Fernsehen als Father Brown – Immer einen Tick voraus.

Pater Brown, der sein Debüt 1910 in der Erzählung The Blue Cross (Das blaue Kreuz) gab, ist eine von Chesterton bewusst als Anti-Holmes konzipierte Figur. Er ist ein unscheinbarer, kleiner, rundlicher katholischer Priester, der in einer kleinen Gemeinde in Essex arbeitet, später in einem schmuddeligen Londoner Vorort. Er wirkt oft zerstreut, tolpatschig, naiv, wenn er sich in seinem "keulenartigen" Regenschirm verheddert oder seine Arme durch die Luft rudern, als seien sie "Windmühlenflügel". Man sieht dem unscheinbaren Pater den analytischen Verstand und die außerordentliche Beobachtungsgabe nicht an. Bei seiner Arbeit als Amateur-Detektiv vertraut er jedoch weniger auf seine rationalen Fähigkeiten - man sieht ihn selten auf der Suche nach Fußspuren oder Fingerabdrücken -, als auf seinen Glauben, seine Menschenkenntnis und seine Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzudenken. Als Beichtvater kennt er nicht nur alle Tricks der Ganoven, er weiß auch um das Böse, das in jedem Menschen, auch in ihm selbst, steckt.

Sein Kampf gegen das Verbrechen ist ein Kampf gegen das Böse und ein Kampf um die Seelen der Kriminellen. Pater Brown läutert einige Verbrecher, darunter auch den Meisterdieb Flambeau, der ein ehrlicher Detektiv und sein bester Freund wird. Chesterton überhöht die Geschichten bisweilen ins Märchenhafte oder Unheimliche, umgibt sie mit einer phantastischen Aura, so dass das Verbrechen als übernatürliches Phänomen erscheint. Der Kriminelle greift - wie Satan - zum Mittel der Täuschung, verkleidet und maskiert sich, betätigt sich als Lügner und Erfinder von Legenden. Pater Brown ist zwar gläubig, aber nicht abergläubisch. Er vertraut wie Sherlock Holmes auf den Verstand und entlarvt das aufgebaute Lügengerüst. Er ist der weiße Magier, der die Welt der schwarzen Magie bekämpft.

brown diogenesAm Ende jeder Geschichte rollt er den Tathergang auf und entlarvt den Täter, sehr zur Überraschung des Lesers, der meistens nicht auf Pater Browns Informationsstand ist. Allerdings ermöglicht das relativ starre Grundgerüst, mit zunehmendem Lesepensum die Geschichten besser zu durchschauen und die Auflösung des Falls zu antizipieren. Mitmenschlichkeit, Toleranz, Bescheidenheit und sein paradoxer Witz haben den nicht immer sanftmütigen Pater Brown zu einer der beliebtesten Detektivfiguren gemacht. Chesterton war ein gläubiger Katholik und benutzte die Detektivgeschichten nicht nur, um den Leser mit ausgeklügelten, bisweilen abenteuerlich absurden, bar jeder Logik konstruierten Rätselspielen zu unterhalten, sondern um seine englischen Mitbürger, bekannt als Anti-Papisten, gleichzeitig dem Katholizismus näherzubringen. Besonders die späteren Geschichten sind von dieser Sympathiewerbung geprägt. Pater Brown kann, weil er, wie er einmal erklärt, das Verbrechen selbst begeht, soll heißen, dass er sich in den Täter hineinversetzt, als ein Vorläufer von Ermittlerfiguren gesehen werden, die heute, mit Profilerqualitäten ausgestattet, ihre Fälle lösen (Clarice Starling, Tony Hill etc.).

Die Erzählungen erschienen zunächst lose in verschiedenen Zeitschriften und wurden anschließend in fünf Bänden zusammengefasst:

  • The Innocence of Father Brown, 1911 (Priester und Detektiv, 1920)
  • The Wisdom of Father Brown, 1914 (Das Paradies der Diebe, 1927)
  • The Incredulity of Father Brown, 1926 (Ein Pfeil vom Himmel, 1927)
  • The Secret of Father Brown, 1927 (Das Geheimnis des Pater Brown, 1929)
  • The Scandal of Father Brown, 1935 (Wer war der Täter? 1948)

Die Bücher gibt es in einer Vielzahl von Übersetzungen, die renommiertesten stammen von Diogenes und Insel. Seit Auslaufen des Urheberrechts sind die Erzählungen in ihren ursprünglichen Übersetzungen Online im Projekt Gutenberg zugänglich.

Viel Spaß beim Stöbern!

Eure Almut

Zuletzt aktualisiert: Montag, der 07. März 2016
 
Literatopia liest “You - Du wirst mich lieben”

ck-you-currentlyreadingEs wird dir so leidtun, wenn du erkennst, was ich wegen dir tun musste ...
Doch keine Sorge, ich bereue nichts.
(Klappentext auf der Rückseite)


"You - Du wirst mich lieben" von Caroline Kepnes ist auf einigen Umwegen in meinen Besitz gelangt. Erschienen im Mai, hatte ich es schon mehrfach in der Buchhandlung in die Hand genommen, mit den Klappentext angeschaut und dann doch mit einem Hauch Skepsis wieder zurückgestellt. Die Story an sich klang interessant, aber irgendwie wollte der Funke nicht so richtig überspringen. Und so zogen die Monate ins Land, bis ich schließlich auf der Frankfurter Buchmesse vom Leselurch förmlich zum Regal gezerrt und begleitet von den Worten "Du musst das unbedingt lesen, wenn Du einmal angefangen hast, wirst Du nicht mehr aufhören können, und überhaupt und aaaaaaaah!" mit der Nase drauf gestoßen wurde. Ich ergab mich meinem Schicksal und versprach, mal einen ausgiebigeren Blick reinzuwerfen.

Ein paar Tage nach der Buchmesse erhielt ich dann ein kleines Päckchen - der Inhalt? Natürlich "You - Du wirst mich lieben", was denn auch sonst. Ich habe das Lesen noch ein paar Wochen rausgezögert, weil andere Titel Vorrang hatten oder ich schlichtweg gerade keine Lust auf einen Stalker-Thriller hatte. Letzte Woche konnte ich mich dann aber nicht mehr entziehen, direkt beim Aufwachen lachte es mir entgegen und so habe ich auf dem Weg ins Museum angefangen. Na ja, und was soll ich sagen? Nach dem ersten Kapitel war ich überzeugt, dass meine Skepsis berechtigt war. Mir sagte das Buch gar nicht zu, was vor allem an der Erzählperspektive lag - die Geschichte wird nämlich aus Sicht des Stalkers erzählt. Aber da ich versprochen hatte, dem Buch eine Chance zu geben, und da ich generell offen für neue Dinge bin, habe ich nach Schichtende natürlich weitergelesen. Und weitergelesen. Und weitergelesen.

Der Sog von "You - Du wirst mich lieben" kommt nicht wie bei anderen Thrillern (und wie ich es für gewöhnlich sehr schätze) direkt auf den ersten Seiten zum Einsatz. Tatsächlich muss man ein wenig Geduld mitbringen und ein wenig durchhalten. Genervt ist man zwischendurch zwar immer mal wieder, aber dranzubleiben lohnt sich auf jeden Fall. Auf eine erstaunliche Weise schafft Caroline Kepnes es, den Stalker sympathisch rüberzubringen, während mir die weibliche Hauptrolle, Beck, einfach nur tierisch auf die Eierstöcke gegangen ist. Sobald sie irgendwie persönlich auftauchte, verlor ich kurzzeitig die Lust am Weiterlesen. Da ich aber wusste, dass Joe bald wieder allein ans Sprachrohr kommt, las ich weiter. Und weiter. Und weiter.

Bis das Buch zu Ende war. Und jetzt? Jetzt habe ich Glück, dass im Juni schon der nächste Stalker-Thriller um Joe Goldberg, nämlich "Hidden Bodies - Ich werde dich finden", bei Egmont Ink (ihr dürft mich gerne schon als potentielle Leserin vormerken ;)) erscheinen wird. Mit einer weiblichen Hauptfigur, die man bereits in "You - Du wirst mich lieben" kurz kennengelernt hat und die zumindest bei mir eine große Vorfreude auslöst. Weil sie viel, viel toller ist als Beck ...

Ihr seid neugierig geworden, aber noch nicht so ganz überzeugt? Dann schaut doch mal auf der Verlagsseite vorbei und werft einen Blick in die Leseprobe :)


Dies ist ein Gastbeitrag von Schattenwege.net, der privaten Seite unserer Chefredakteurin Jessica.

Zuletzt aktualisiert: Samstag, der 12. Dezember 2015
 
Literatopia liest “Morgen ist leider auch noch ein Tag”

katze-depression«Ziemlich unkreative Diagnose», sage ich nach der obligatorischen Schweigeminunte und wische mir die letzte Träne von der Wange. «Irgendwie hatte ich mir da was Ausgefalleneres erhofft. Ich meine, wenn ich schon was haben muss, dann doch nicht so eine Wald-und-Wiesen-Erkrankung.»
«Ja», meint mein Therapeut, «tut mir leid, dass Sie da nichts Besonderes sind. Das ist natürlich hochgradig tragisch.»
(aus dem Klappentext)


Nach dem Schreibmarathon der Buchmessenberichte brauchte ich erstmal eine kleine Schreibpause. Wobei das nicht ganz richtig ist, denn genauer gesagt wurde ich in den vergangenen Tagen tatsächlich dafür bezahlt, dass ich lese und schreibe. Doch nun habe ich auch endlich mal wieder etwas Luft für euch, und die möchte ich gerne nutzen, um euch einen Titel vorzustellen, dessen Autor mich bereits letztes Jahr auf dem Weg zur Frankfurter Buchmesse in einem Artikel über Depressionen in der "db mobil" unglaublich angesprochen und berührt und nun tatsächlich auch ein Buch auf den Markt gebracht hat. Welches mir wiederum auf der diesjährigen Fahrt, ebenfalls in der "db mobil", schmackhaft gemacht wurde und umgehend auf meine Leseliste gewandert ist. Dank meiner Kontakte zum Rowohlt-Verlag konnte ich "Morgen ist leider auch noch ein Tag" von Tobi Katze direkt auf der Messe entgegennehmen und habe auch nahezu sofort mit dem Lesen begonnen.

Tja, und was soll ich sagen? Tobis Geschichte hat mich direkt getroffen. Betroffen. Denn ich habe mich oder auch Freundinnen in seinen persönlichen Erzählungen wiedergefunden. Einige Ausschnitte mit ihnen geteilt, das Buch inzwischen mehrfach empfohlen und eine ganz bestimmte Freundin darf sich in den nächsten Tagen auch über ihr persönliches Exemplar freuen. Das Schöne an "Morgen ist leider auch noch ein Tag" ist, dass man hier als Leser die verschiedenen Gesichter der Depression kennen lernt, allerdings auf eine unglaublich humorvolle und mitreißende Art. Das Buch bringt zum Lachen, obwohl das Thema ja nun wirklich ein sehr ernstes ist, und an manchen Stellen auch zum Weinen. Es macht nachdenklich und es macht Mut. Mut dazu, selbst offener mit der eigenen Depression umzugehen, im Kreis von Freunden, Familie, Arbeitskollegen. Ich persönlich gehe schon seit einigen Jahren recht offen mit diesem Thema um, seit dem Tag, an dem ich festgestellt habe, dass ich alleine keine Chance gegen diese dunklen Abgründe habe. Allein das ist schon ein großer Schritt in Richtung Besserung, und der Herr Katze - übrigens nicht nur im Buch ein sehr sympathischer Charakter - versteht es ziemlich gut, das Thema in all seinen Facetten auf eine besondere Weise zur Sprache zu bringen.

Denn Depressionen sind keine coole Modeerscheinung und haben auch nichts mit "ab und zu mal traurig sein" zu tun. Der Leser nimmt hier sicherlich keinen klassischen Ratgeber zur Hand, und doch findet man zahlreiche Hinweise für einen besseren Umgang - als aktiv und auch als passiv Betroffener. Für mich persönlich gehört "Morgen ist leider auch noch ein Tag" zu den wichtigsten Büchern, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Nicht weil ich mich an diesem privaten "Schicksal" ergötzen, sondern weil ich mich damit identifizieren kann. Mit Sicherheit ein Titel, den ich im Laufe meines Lebens noch öfter zur Hand nehmen werde, um die zahlreichen markierten Stellen noch einmal zu lesen und festzustellen, dass ich in solchen Momenten in ähnlichen Situationen stecke oder diese gerade gemeistert habe, ohne daran oder an mir selbst zu scheitern.

Deshalb möchte ich Tobi an dieser Stelle danke sagen. Danke für Deinen Mut, Deine ganz privaten Erfahrungen mit der Welt zu teilen. Danke für Deine Offenheit im Umgang mit der Depression und die aufgezeigten Wege - wie es geht und wie es nicht geht. Danke für die Möglichkeiten, die Du Deinen Lesern damit eröffnest. Und danke für das Gespräch, das wir "privat" geführt haben.

Rationales Denken hilft mir in solchen Momenten erstaunlich wenig. Den ganzen Tag im Bett zu liegen, weil mich der Frust darüber, im Bett zu liegen, am Aufstehen hindert, ist eine perfide Endlosschleife von geradezu weltironischen Ausmaßen.
(Seite 10)


Ihr seid neugierig geworden, aber noch nicht so ganz überzeugt? Dann schaut doch mal auf der Verlagsseite vorbei und werft einen Blick in die Leseprobe :)


Dies ist ein Gastbeitrag von Schattenwege.net, der privaten Seite unserer Chefredakteurin Jessica.

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, der 29. Oktober 2015